Sep 12

ANWENDUNG
XI.
Absichtlich habe Ich jetzt das gesamte Wie und Warum dieser
Zusammenhänge nicht klar dargelegt; denn Ich habe für dich, wenn
du mich darum bittest und fähig bist, sie zu empfangen, eine
Inspiration von innen bereit mit einer weit umfassenderen Sicht von
der Entfaltung und Entwicklung meiner göttlichen Idee und ihrem
letzten vervollkommneten Ausdruck, als es hier beschrieben ist.
Wenn Ich an dieser Stelle die wirkliche Bedeutung meiner vielen
Manifestationen erklären wu.rde, bevor du bewusst fähig wärst, ihre
Wahrheit zu erfahren, würdest du meinen Worten weder glauben,
noch könntest du ihre innere Anwendung und ihren Nutzen
verstehen.
Deshalb - wie Ich in dir ein Verständnis zu erwecken beginne, dass
ICH im Inneren BIN, und dein menschliches Bewusstsein mehr und
mehr veranlasse, ein unpersönlicher Kanal zu werden, durch die Ich
mich ausdrücken kann - will Ich dir stufenweise die Wirklichkeit
meiner Idee dadurch enthüllen, dass Ich die Illusionen der Zeitalter,
die mich vor dir verborgen haben, eine nach der anderen auflöse.
Dadurch wird es mir möglich, auf der Erde meine geistigen
Eigenschaften in all ihrer menschlich-göttlichen Vollkommenheit
durch euch zu offenbaren.
Hierin habe ICH dir nur einen Schimmer meiner Wirklichkeit
gegeben; aber genau in dem Ausmaß, wie das, was enthu.llt worden
ist, klar wird, wird dir von innen mehr gezeigt werden und weit
herrlicher, als dir dies jetzt scheint.
Denn sobald meine Idee im Inneren endlich und vollkommen
durch ihre Hu.lle von Fleisch strahlt, wird sie dich zwingen, mich
anzubeten und zu verherrlichen weit u.ber alles hinaus, was dein
menschliches Gemüt und dein Intellekt jetzt als Gott erfassen.
Bevor du dir all dessen bewusst werden und es wahrhaft verstehen
kannst, müssen du und deine menschliche Persönlichkeit mir
ermöglichen, es zu enthüllen: du musst dich nach innen mir
zuwenden als der einen und einzigen Quelle, du musst dich mir
uneingeschränkt überlassen, absolut leer vom Ego, mit dem Gemüt
und Herzen, so einfach und vertrauend wie dem eines Kindes.
Wenn nichts vom persönlichen Bewusstsein verbleibt, das mich
hindert, dich bis zum Überfließen mit dem Bewusstsein von mir zu
erfüllen, dann und nur dann kann Ich dir die Herrlichkeiten meiner
wirklichen Absicht deuten, wofür diese ganze Botschaft nur die
äußere Vorbereitung ist.
Jetzt jedoch ist für dich die Zeit gekommen, einiges davon zu
begreifen. Genug ist enthu.llt worden, um dich vorzubereiten, meine
Stimme zu erkennen, die im Inneren spricht.
Darum werde Ich jetzt fortfahren, als ob du erkennst, dass das ICH
BIN in dir ist und dass die Wahrheiten, die Ich auf diesen Seiten
äußere, allein dazu dienen, jene Phasen meiner Idee, die du
unmittelbar nicht klar empfangen konntest, deinem Bewusstsein
stärker einzuprägen. Was dich hier als Wahrheit anspricht, ist folglich
nur eine Bestätigung dessen, wofür meine Idee bisher von innen um
Ausdruck gerungen hat.
Was nicht anklingt, und was du nicht als dein eigen anerkennst,
übergehe es, denn das bedeutet, Ich wünsche nicht, dass du es jetzt
aufnimmst.
Doch jede Wahrheit, die Ich hierin äußere, wird weiterschwingen,
bis sie die Gemu.ter erreicht, die Ich angeregt habe, sie zu empfangen.
Denn jedes Wort ist erfu.llt von der zwingenden Macht meiner Idee,
und für jedes Gemüt, das die hierin verborgene Wahrheit aufnimmt,
wird diese Wahrheit eine lebendige Wirklichkeit, denn sie ist jene
Phase meiner Idee, für deren Ausdruck das Gemüt jetzt würdig und
fähig ist.
Da alle Gemu.ter nur Phasen oder Teile meines unendlichen
Gemüts sind, das sich in verschiedenen Formen sterblicher Natur
offenbart, so spreche Ich - wenn Ich auf diesen Seiten zu deinem und
zu anderen Gemütern rede - zu meinem sterblichen Selbst, denke Ich
mit meinem unendlichen Gemüt, dränge meine Idee in den irdischen
Ausdruck.
Ebenso wirst du bald meine Gedanken denken und dir bewusst
sein, dass Ich im Inneren unmittelbar zu deinem menschlichen
Bewusstsein spreche. Dann wirst du nicht mehr nach diesem Buch
oder irgendeiner anderen meiner äußeren Offenbarungen greifen
müssen - ob gesprochen oder geschrieben - um meine Absicht zu
spu.ren.
Denn bin Ich nicht in dir, und bin Ich nicht du, und bist du nicht
Eins mit mir, der Ich im Bewusstsein eines jeden Gemüts lebe und
mich durch dieses Bewusstsein ausdru.cke, weil Ich alles weiß?
Alles, was dir zu tun bleibt, ist, in das All-Bewusstsein meines
Gemüts einzutreten und dort mit mir zu bleiben, genauso wie Ich
innerhalb meiner Idee in deinem Gemüt bleibe. Dann werden alle
Dinge dein sein, wie sie jetzt mein sind, da sie nur der äußere
Ausdruck meiner Idee sind und nur aufgrund des Bewusstseins
bestehen, das Ich ihnen gab, als Ich sie ins Dasein dachte.
Alles ist eine Sache des Bewusstseins - deines bewussten Denkens.
Allein weil du denkst, von mir getrennt zu sein, bist du es. Dein
Gemüt ist ein Brennpunkt meines Gemüts. Wenn du es nur wüsstest:
was du dein Bewusstsein nennst, ist mein Bewusstsein. Ohne mein
Bewusstsein, das in dir ist, kannst du nicht einmal denken, viel
weniger atmen oder existieren - kannst du das einsehen?
Gut, dann denke, glaube, dass du Ich bist, dass wir nicht getrennt
sind, dass wir unmöglich getrennt sein können; denn wir sind EINS -
Ich in dir und du in mir. Denke, dies ist so; bilde es entschlossen in
dich hinein; und wirklich - in dem Augenblick, da du dir dessen
bewusst bist, in dem Augenblick bist du mit mir eines Geistes.
Du bist, was du zu sein glaubst. Nichts in deinem Leben ist
wirklich oder hat irgendeinen Wert für dich als allein das, wozu dein
Denken und Glauben es gemacht hat.
Darum denke nie mehr, dass du getrennt von mir bist, und bleibe
mit mir im Unpersönlichen Reich, wo alle Macht, alle Weisheit und
alle Liebe - die dreifältige Natur meiner Idee - nur auf Ausdruck durch
dich warten.
Jetzt habe Ich viel hiervon gesprochen und dem Anschein nach
dasselbe mehr als einmal gesagt, aber mit verschiedenen Worten. Das
habe Ich vorsätzlich getan und dabei meine Absicht von
verschiedenen Seiten beleuchtet, damit du schließlich dazu gebracht
würdest, meine göttliche Unpersönlichkeit zu begreifen, - sie ist in
Wirklichkeit deine Unpersönlichkeit.
Ja, Ich habe viele Wahrheiten wiederholt und Ich werde es weiter
tun. Du magst es für ermüdend und unnötig halten; aber wenn du
sorgfältig liest, wirst du bemerken, dass Ich jedesmal, wenn Ich eine
Wahrheit wiederhole, irgendetwas zu dem, was schon gesagt wurde,
hinzufu.ge, und dass dein Gemüt jedesmal stärker und bleibender
beeindruckt wird.
Damit wird meine Absicht erfu.llt, und deine Seele wird bald diese
Wahrheit verwirklichen.
Empfängst du solch einen Eindruck nicht und hältst solche
Wiederholung noch für nutzlose Vergeudung von Wort und Zeit,
wisse, dass nur dein Intellekt liest und dir meine wirkliche Absicht
völlig entgangen ist.
Du jedoch, der du wirklich begreifst, wirst jedes Wort lieben, du
wirst lesen und wieder lesen, viele Male, und dadurch all die
erstaunlichen kostbaren Weisheiten empfangen, die Ich für dich bereit
halte.
Dieses Buch und seine Botschaft wird dir dann nichts anderes als
eine Quelle der Inspiration sein oder eine Tür, durch die du in den
unpersönlichen Zustand eintreten und mit mir in deinem Inneren
liebende Gemeinschaft halten kannst, da Ich dich alles lehren werde,
was du zu wissen verlangst.
Von vielen Gesichtspunkten aus habe Ich den unpersönlichen
Zustand dargestellt, damit er dir so vertraut werde, dass du ihn
unfehlbar von allen geringeren Zuständen unterscheiden kannst und
lernen magst, bewusst und willentlich in ihm zu leben.
Wenn du bewusst in ihm bleiben kannst, so dass meine Worte,
wann und wo sie gesprochen werden, stets Aufnahme und
Verständnis in deinem Gemüt finden können, dann will Ich dir
erlauben, gewisse Fähigkeiten anzuwenden, die Ich in dir erweckt
habe. Diese Fähigkeiten werden es dir ermöglichen, immer klarer die
Wirklichkeit der Dinge zu sehen, nicht nur die angenehmen und
liebenswerten Eigenschaften in der Persönlichkeit der Menschen
deiner Umgebung, sondern ebenso ihre Schwächen, Irrtu.mer und
Unzulänglichkeiten.
Aber du bist nicht deshalb befähigt, diese Fehler und
Unzulänglichkeiten zu sehen, damit du deinen Bruder kritisierst oder
verurteilst, sondern damit Ich in dir einen endgültigen Entschluss
erwecken kann, diese Fehler und Unzulänglichkeiten in deiner
eigenen Persönlichkeit zu überwinden. Merke dir: du würdest sie bei
anderen nicht beachten, wären sie nicht noch in dir selbst. Denn Ich
in dir hätte es dann nicht nötig, deine Aufmerksamkeit auf sie zu
lenken.
Da alles zum Gebrauch da ist und nur zum Gebrauch, lass uns
untersuchen, wie du bisher die anderen Fähigkeiten, Gaben und
Kräfte angewandt hast, die Ich dir gab. Du musst einsehen: Ich habe
dir bis jetzt alles gewährt. Alles, was du hast oder bist, scheine es gut
oder böse, Segen oder Leiden, Erfolg oder Fehlschlag, Reichtum oder
Mangel, habe Ich dir gewährt oder zu dir gebracht. Warum? Zur
Anwendung - um dich zur Erkenntnis und Anerkennung von mir zu
erwecken, dem Geber von allem - denn alles ist gut.
Ja, alles, was du erhältst, muss angewandt werden. Bist du dir
dessen nicht bewusst, dann nur deshalb, weil du mich noch nicht als
den Geber anerkennen kannst. Als solchen konntest du mich erst
aufrichtig anerkennen, als du ICH BIN, den Geber, erkanntest. Deine
Persönlichkeit war tatsächlich von dem Versuch so in Anspruch
genommen, sich von vielem, was Ich dir gegeben hatte, zu befreien
oder es gegen anderes, das du für besser hieltest, auszuwechseln, dass
du nicht einmal träumen, noch viel weniger anerkennen konntest,
dass Ich, dein eigenes Selbst, der Geber bin.
Möglicherweise erkennst du mich jetzt doch als den Geber an, als
den inneren Geist und Schöpfer aller Dinge in deiner Welt und in
deinem Leben, sogar deiner gegenwärtigen Einstellung gegenu.ber
allem.
Beides ist mein Tun, denn es ist nur die äußere Phase des
Prozesses, den Ich benutze, um meine Idee von deiner inneren
Vollkommenheit auszudrücken. Diese Vollkommenheit entfaltet sich -
da sie meine Vollkommenheit ist - stufenweise aus deinem Inneren
heraus.
In dem Maße, wie du dies mehr und mehr erfasst, wird dir der
wahre Sinn und die Anwendung von Dingen, Umständen und
Erfahrungen, die Ich sende, enthu.llt werden. Denn dann wirst du
beginnen, meine Idee im Inneren flüchtig aufleuchten zu sehen, und
wenn du diese Idee kurz siehst, fängst du an, mich - dein eigenes,
wirkliches Selbst - zu kennen.
Bevor du mich jedoch wahrhaft kennen kannst, musst du lernen:
alles, was Ich dir gebe, ist gut, es ist zur Anwendung da, zur
Anwendung durch mich; du persönlich hast daran keinen Anteil oder
ein tatsächliches Anrecht darauf. Nur wenn du allem diesen Sinn
gibst, wird es dir echten Segen bringen.
Vielleicht dru.cke Ich durch dich herrliche Sinfonien in Klang,
Farbe oder Sprache aus, die sich - entsprechend der menschlichen
Ausdrucksweise - als Musik, Bild- oder Dichtkunst darstellen und
andere so bewegen, dass sie dir als einem Großen des Tages zujubeln.
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Ich mag durch deinen Mund sprechen oder dich inspirieren, viele
herrliche Wahrheiten zu schreiben. Sie fuhren dir womöglich viele
Nachfolger zu, die dir als einem ganz ausgezeichneten Prediger oder
Lehrer begeistert zustimmen.
Vielleicht sogar heile Ich durch dich verschiedene Krankheiten,
befreie von Besessenheit, mache Blinde sehend und Lahme gehend
und vollbringe andere erstaunliche Werke, die die Welt Wunder
nennt.
Ja, das alles kann Ich durch dich wirken, aber es bringt dir
persönlich absolut keinen Nutzen, wenn du nicht diese Harmonien
des Klanges in jedem deiner gesprochenen Worte gebrauchst und
anwendest, so dass sie allen Hörern wie liebliche Musik des Himmels
erscheinen, - und wenn nicht dein Sinn für Farbe und Proportion sich
in deinem Leben so zeigt, dass nur freundliche, erhebende, helfende
Gedanken von dir ausgehen, die beweisen, dass die einzig wahre
Kunst die ist, meine Vollkommenheit in allen meinen menschlichen
Ausdrucksformen klar zu sehen und der belebenden Kraft meiner
Liebe zu erlauben, durch dich in die Herzen der Hörenden zu fließen
und ihrer inneren Schau mein dort verborgenes Bild zu zeichnen.
Ebenso bringt es dir keinen Gewinn - ganz gleich, was für
erstaunliche Wahrheiten Ich durch dich spreche oder Werke Ich
durch dich vollbringe - wenn du, du selbst, diese Wahrheiten nicht
täglich, stündlich lebst und diese Werke nicht als ständigen Hinweis
auf mich und meine Macht dienen lassen, die Ich immer
uneingeschränkt auf dich, geliebter Mensch, und auf euch alle
ausströme, um euch in meinem Dienst zu gebrauchen.
Dir, dem Ich scheinbar keine solchen Gaben gegeben habe und der
sich selbst für unwürdig und noch nicht fortgeschritten genug hält,
mir auf diese Weise zu dienen - dir möchte Ich sagen:
Genau in dem Maß, wie du mich im Inneren aufrichtig anerkennst
und in wirklichem Ernst mir zu dienen suchst - genau in dem Maß
will Ich dich gebrauchen, ungeachtet deiner Persönlichkeit,
ungeachtet ihrer Fehler, Neigungen und Schwächen.
Ja, gerade du, der mir so zu dienen sucht, du sollst viel
Wunderbares tun, damit deine Menschenbrüder zur gleichen
Anerkennung von mir angeregt und erweckt werden. Ich will gerade
durch dich das Leben vieler, mit denen du in Berührung kommst,
beeinflussen und bewegen: du wirst sie zu höheren Idealen
inspirieren und erheben und so ihre Denkweise und ihre Haltung den
Mitmenschen und dadurch mir gegenu.ber ändern.
Ja, euch alle, die ihr mir zu dienen sucht - ganz gleich, was für
Gaben ihr habt, - will Ich zu einer lebendigen Kraft zum Besten der
Gemeinschaft werden lassen, einer Kraft, die die Lebensweise von
vielen ändert, ihre Neigungen und Bestrebungen inspiriert und formt.
Das alles zusammen wird ein umgestaltender Einfluss inmitten der
weltlichen Aktivität, in die Ich euch stellen will.
Wahrscheinlich werdet ihr dann nichts davon wissen. Ihr sehnt
euch vielleicht immer noch, mir zu dienen, und hungert nach einem
tieferen Bewusstsein von mir, denn ihr glaubt, ihr tut nichts, macht
noch viele Fehler und versäumt es, mit euren höchsten Idealen von
mir im Einklang zu leben. Dabei erkennt ihr nicht, dass dieses Sehnen
und Hungern der Zugang ist, durch den Ich meine geistige Macht
ausgieße. Da sie vollkommen unpersönlich ist, wird sie von euch
benutzt, ohne dass ihr euch dessen bewusst seid, dass Ich in eurem
Innern sie anwende, um meinen Plan in eurem Herzen und Leben
auszuführen und im Herzen und Leben meiner und eurer anderen
Selbstheiten.
So, wie ihr schließlich in die Verwirklichung all dessen
hineinwachst, wie es sicher geschehen wird, und es durch die
praktische Anwendung von allem in meinem Dienst beweist, will Ich
euch allmählich die Kraft und die Fähigkeit geben, meine Macht,
meine Weisheit und meine Liebe bewusst unpersönlich anzuwenden
als Ausdruck meiner göttlichen Idee, die ewig danach strebt, durch
euch ihre Vollkommenheit zu offenbaren.
Darum wirst du bald einsehen: auch deine menschliche
Persönlichkeit mit all ihren Fähigkeiten, Kräften und Kenntnissen -
die in Wirklichkeit meine sind und durch dich wirken und sich
offenbaren - dient ganz und gar meinem Gebrauch; wirklicher Erfolg
und Befriedigung können nie anders als in dieser Anwendung
gefunden werden.
Denn wie die Saat die Ernte hervorbringt, entwickelt diese
Anwendung die Fähigkeit, bewusst alle meine geistigen Kräfte im
letzten vollkommenen Ausdruck meiner Idee zu gebrauchen, und nur
durch deine menschliche Persönlichkeit kann dies ausgedru.ckt
werden.

Fortsetzung Teil IV


Geschrieben von Uwe Schwarz

Sep 12

SEELENGEFÄHRTEN
XII.
Laß uns nun einiges, was Ich dir gegeben habe, untersuchen,
besonders das, wobei du mich noch nicht als den Geber anerkennen
kannst.
Vielleicht hältst du gerade die Stellung im Leben, die du jetzt
innehast, nicht für die geeignetste, um meine in dir drängende Idee
auszudrücken.
Ist das so, warum wechselst du dann nicht diese Position gegen
eine deiner Wahl?
Allein die Tatsache, dass du es nicht kannst oder tust, beweist, dass
zu diesem Zeitpunkt diese Position am besten geeignet ist, um in dir
bestimmte Eigenschaften zu erwecken, die für meinen vollkommenen
Ausdruck notwendig sind. Es beweist auch, dass Ich, dein eigenes
Selbst, dir erlaube, darin zu bleiben, bis du meinen Plan und meine
Absicht erkennen kannst, die in der Macht verborgen sind, mit der
diese Position deinen Gemütsfrieden stören soll und dich dadurch
unbefriedigt lässt.
Sobald du meine Absicht erkennst und beschließt, meine Sache zu
deiner Sache zu machen, dann und nur dann will Ich dir die Kraft
geben, aus dieser Position in eine fortgeschrittenere zu gehen, die Ich
für dich vorgesehen habe.
Vielleicht meinst du, dein Mann oder deine Frau passe überhaupt
nicht zu dir oder sei nicht fähig, bei deinem „geistigen” Erwachen zu
helfen, sondern sei nur ein Hindernis und Nachteil. Insgeheim magst
du sogar ein Verlassen oder den Wunsch erwägen, du könntest diesen
Partner aufgeben für einen anderen, der mit deinem Streben und
Suchen sympathisiert, sich mit dir darin vereint und darum deinem
Ideal näher zu sein scheint.
Wenn du willst, kannst du davonlaufen, aber wisse, dass du nicht
vor deiner eigenen Persönlichkeit davonlaufen kannst, dass du in
selbstsüchtigem Verlangen nach einem „geistigen” Partner nur einen
anziehen würdest, der dich zwingt, vielfach länger und härter unter
all den Illusionen des Gemüts zu suchen, bevor du wieder zum
Bewusstsein meiner Stimme erwachen kannst, die im Inneren spricht.
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Denn ein gleichgesinnter und verständnisvoller Gefährte wu.rde
nur den persönlichen Stolz und das selbstsüchtige Verlangen nach
„geistiger” Macht in dir nähren und die egoistische Seite deines
Wesens weiter entwickeln. Ebenso könnte ein liebender, vertrauender,
nachgiebiger Gefährte nur Selbstsucht und Eitelkeit fördern, solange
du im Bewusstsein meiner unpersönlichen Liebe noch nicht beständig
bist, - während ein tyrannischer, misstrauischer, nörgelnder Gefährte
die Seelen-Disziplin stärken kann, die du noch brauchst.
Wüsstest du es nur: gerade dieser eine ist dein richtiger
Seelengefährte und in Wirklichkeit ebenso wie du eine Eigenschaft
meines göttlichen Selbst, zu dir gekommen, um dich zu belehren. Erst
wenn du deine eigene Persönlichkeit geklärt hast, damit meine heilige
Liebe sich ausdrücken kann, kannst du von jeglichen Bedingungen
befreit werden, die dir jetzt vielleicht so viel Beunruhigung des
Gemüts und Seelenkummer verursachen.
Diese Seele, dieser Gefährte deiner Seele, dieser andere Teil von
meinem und deinem Selbst, ist zu dir gekommen und sehnt und
bemu.ht sich, durch dich die unpersönliche Liebe hervorzurufen, die
zarte, achtsame Fürsorge für andere, die Gelassenheit des Gemüts
und den Frieden des Herzens, die stille, beständige Meisterung des
Selbst. Das ganz allein kann die Tore öffnen, damit diese Seele in die
Freiheit ihres eigenen herrlichen Seins heraustreten und für dich ihr
eigenes wahres Selbst sein kann. Erst wenn du diese Seele in all ihrer
göttlichen Schönheit frei von irdischer Bindung sehen kannst, wird es
dir überhaupt möglich sein, das Ideal, das du suchst, zu finden und
anzuerkennen.
Denn dieses Ideal existiert, nicht außen in irgendeiner anderen
Persönlichkeit, sondern nur innen, in deinem göttlichen Ebenbild -
und das bin Ich, dein höheres, unsterbliches Selbst. Nur meine Idee
von deinem vollkommenen Selbst strebt nach Ausdruck und
Offenbarwerden durch deine Persönlichkeit, und das lässt dich in dem
Partner, den Ich dir gegeben habe, scheinbare Unvollkommenheiten
sehen.
Sobald du jedoch aufhörst, außen nach Liebe und Sympathie,
nach Verständnis und geistiger Hilfe auszuschauen, und dich völlig
mir im Inneren zuwendest, wird die Zeit kommen, dass die
scheinbaren Unvollkommenheiten verschwinden, und du wirst im
Partner nur die Widerspiegelung von selbstloser Liebe, Gute und
Vertrauen finden, ein beständiges Bemu.hen, den anderen glücklich
zu machen, was dann strahlend und unaufhörlich aus deinem
eigenen Herzen scheint.
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Vielleicht kannst du das alles noch nicht ganz glauben, du
bezweifelst noch, dass Ich, dein eigenes Selbst, für deine
augenblickliche Stellung im Leben verantwortlich bin oder dass Ich dir
den jetzigen Partner auswählte. Wenn es so ist, dann ist es gut für
dich, so zu zweifeln, bis alles geklärt ist.
Aber erinnere dich, Ich werde unmittelbar aus dem Inneren viel
klarer sprechen, wenn du dich nur vertrauensvoll an mich um Hilfe
wendest. Denn immer bewahre Ich meine heiligsten Geheimnisse für
die, die sich mir in tiefem, dauerndem Vertrauen zuwenden, so dass
Ich jedes ihrer Bedürfnisse befriedigen kann und will.
Dir jedoch, der das noch nicht kann, sage Ich; wenn dein eigenes
Selbst dich nicht hierher stellte oder dir diesen Gefährten bestimmte,
warum bist du dann hier? und warum hast du diesen Gefährten?
Denke daran! Ich, das All, das Vollkommen-Eine, mache keinen
Fehler.
Ja, aber die Persönlichkeit tut es, sagst du. Und die Persönlichkeit
wählte diesen Partner und hat vielleicht keine bessere Lage verdient.
Was, wer veranlasste die Persönlichkeit, gerade diesen einen zu
wählen und gerade diese Stellung im Leben zu erlangen? Wer suchte
diesen einen aus und stellte ihn dorthin, wo du so wählen konntest?
Wer veranlasste, dass du unter allen Ländern in diesem Land und
unter allen Städten der Welt in dieser Stadt genau zu dieser Zeit
geboren wurdest? Warum nicht in irgendeiner anderen Stadt und
hundert Jahre später? Tat deine Persönlichkeit das alles?
Beantworte dir selbst diese Fragen aufrichtig und genau, und du
wirst erkennen, dass Ich, Gott in dir, dein eigenes Selbst, alles tue,
was du tust, und Ich tue es gut. Ich tue es, indem Ich meine Idee
ausdru.cke, die immer sucht, sich in äußerer Form durch dich, meine
lebendige Eigenschaft, als Vollkommenheit zu offenbaren, so wie sie
im Ewigen, im Inneren ist.
Andere haben dich glauben machen wollen, dein wahrer Seelen-
Gefährte mu.sse irgendwo auf dich warten - höre auf, nach ihm
auszuschauen; denn er existiert nicht außerhalb von dir in
irgendeinem anderen Menschen, sondern in deiner eigenen Seele.
Denn was in dir aufschreit nach Ergänzung, ist nur dein inneres
Empfinden von mir, der sich nach Anerkennung und Ausdruck sehnt.
Ich bin es, dein eigenes göttliches Ebenbild, der geistige Teil von dir,
deine andere Hälfte, mit der und nur mit der allein du vereinigt sein
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musst, bevor du vollendet das ausdrücken kannst, wozu du zur Erde
kamst.
Für dich, der du im Bewusstsein mit deinem unpersönlichen Selbst
noch nicht vereinigt bist, ist dies wirklich ein Geheimnis. Aber zweifle
nicht: wenn du zu mir in völliger Hingabe kommen kannst und dich
um nichts anderes als um Vereinigung mit mir bemu.hst, dann werde
Ich dir die Innigkeit dieser inneren Gemeinschaft erschließen, die Ich
schon lange für dich bereit gehalten habe.
65
AUTORITÄT
XIII.
Dir, der du noch den Wunsch fühlst, Bücher zu lesen, weil du
hoffst, in ihnen eine Erklärung der Geheimnisse zu finden, die jetzt
die Bedeutung der irdischen Ausdrucksweisen meiner Idee vor dir
verbergen, dir sage Ich: Es ist gut, dass du äußerlich auf diese Weise
suchst, den Impulsen folgend, die Ich gebe, denn auch die
Auslegungen anderer drucken die Absicht meiner Idee aus. Ich werde
dieses Suchen zu einem Gewinn für dich wird lassen, wenn auch
nicht in der Weise, die du dir vorstellst.
Es ist sogar gut für dich, in alten Lehren, Philosophien und
Religionen oder in denen anderer Rassen und Völker nach der
Wahrheit zu suchen, die Ich dir erklären möchte; denn selbst dieses
Suchen wird sich als nicht nutzlos erweisen.
Doch die Zeit wird kommen, da du erkennen wirst, dass die
Gedanken anderer Menschen und die Lehren anderer Religionen -
ganz gleich, wie wahr und schön sie sind - nicht das sind, was Ich für
dich beabsichtige; denn dir habe Ich Gedanken und Lehren
vorbehalten, die ganz allein die deinen sind und die Ich dir im
Geheimen geben will, sobald du zubereitet bist, sie zu empfangen.
Unausweichlich wird die Zeit kommen, dass du in deinem Suchen
unter den Lehren der verschiedenen Religionen, Philosophien und
Kulte, die dich jetzt interessieren, nicht mehr befriedigt wird. Du
wirst mehr und mehr entmutigt, da du dich der Erlangung von
Kräften und geistigem Wachstum nicht näher fühlt, die von dem
Verfassern der Bücher, den Lehrern der Philosophien und
Verkündern der Religionen so maßgebend beschrieben und ihnen
angeblich eigen sind. Wenn diese Zeit kommt, werde Ich dir zeigen:
Alle diese Bücher, Lehren und Religionen wurden zwar ursprünglich
von mir inspiriert und haben ihren Teil zur Belebung vieler Herzen
beigetragen und tun es noch. Du jedoch sollst jetzt aufhören, nach
irgendeiner äußeren Autorität auszuschauen, und sollst stattdessen
dein Forschen auf mein Buch des Lebens beschränken, gefu.hrt und
belehrt von mir im Inneren, von mir allein. Wenn du das ernstlich
und aufrichtig tust, wirst du finden, dass Ich dich zum Hohen Priester
einer Religion erwählt habe, deren Herrlichkeit und Erhabenheit
gegenu.ber allem anderen, was deinem früheren Verständnis
dargestellt wurde, so ist wie das Licht der Sonne zum Funkeln eines
weit entfernten Sterns.
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Ebenso wirst du erkennen, dass die alten Religionen für meine
Völker lange vergangener Zeitalter gegeben wurden und dass die
Religionen anderer Rassen für meine Völker jener Rassen bestimmt
sind und keine von ihnen für dich, selbst wenn Ich sie dir brachte
und auf viele erstaunliche Dinge in ihnen hinwies, was dich zu einem
entschlosseneren Suchen nach mir in ihren Lehren anregte.
Ich sage dir, diese Dinge der Vergangenheit haben nichts mit dir zu
tun. Die Zeit ist gekommen - vielleicht kannst du es erkennen - da du
alles angehäufte Wissen beiseiteschieben musst, alle Lehren, alle
Religionen, alle Autorität, selbst meine Autorität, wie sie in dieser und
meinen anderen äußeren Offenbarungen ausgedru.ckt ist.
Denn Ich habe dich zu dem Bewusstsein meiner Gegenwart im
Inneren erweckt, zu der Tatsache, dass alle Autorität, alle Lehren und
Religionen, die von irgendeiner äußeren Quelle kommen - wie hoch
oder heilig auch immer - auf dich keinen Einfluss mehr haben können,
es sei denn, sie werden ein Mittel, dass du dich nach innen zu mir
wendest, zu meiner entscheidenden Autorität in allen Fragen, ganz
gleich welcher Art.
Warum also im Vergangenen - in Religion, menschlichem Wissen
oder in Erfahrungen anderer - nach der Hilfe und Führung suchen,
die Ich allein geben kann? Vergiss alles, was gewesen ist. Das
Vergangene ist tot. Warum deine Seele mit toten Dingen belasten?
Genau so weit, wie du am Vergangenen festhältst, lebst du noch in
der Vergangenheit und kannst nichts mit mir zu tun haben, der im
immer gegenwärtigen Jetzt lebt, dem Ewigen.
Genau so weit, wie du dich an vergangene Handlungen oder
Erfahrungen, Religionen oder Lehren binden, umwölken sie die Sicht
deiner Seele und verbergen mich vor dir. Sie werden immer
verhindern, dass du mich findest, bis du dich von ihrem
verdunkelnden Einfluss befreist und nach innen in das Licht meines
unpersönlichen Bewusstseins gelangst, das keine Begrenzungen
anerkennt und zur unendlichen Wirklichkeit aller Dinge
hin durchdringt.
Ebenso geht dich die Zukunft nichts an, Wer von der Zukunft
seine endgültige Vollkommenheit erwartet, ist an die Vergangenheit
gekettet und kann erst frei werden, wenn sein Gemüt nicht länger auf
diese Weise mit den Folgen seiner Handlungen beschäftigt ist, und
wenn er mich als seinen einzigen Führer anerkennt und alle
Verantwortung auf mich wirft.
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Du, der du eins bist mit mir, bist jetzt vollkommen und warst
immer vollkommen, kennst weder Jugend noch Alter, weder Geburt
noch Tod.
Du, das Vollkommene, hast nichts zu schaffen mit dem, was
gewesen ist oder was sein wird. Du sorgst für nichts als für das ewige
Jetzt. Nur das geht dich etwas an, was dir unmittelbar
gegenübersteht - nämlich, wie du hier und jetzt meine Idee
vollkommen in der Situation ausdrückst, in die Ich dich vorsätzlich zu
diesem Zweck gestellt habe.
Wenn das geschieht - warum lässt du das Vergangene nicht hinter
dir, anstatt dass du es mit dir herumschleppst und dadurch dein
Gemüt und deine Seele mit Folgen belastest, die nur leere Schalen
sind, aus denen du den Inhalt herausgezogen hast?
All das gilt für die Reinkarnation; an diesen Glauben sind viele
Menschen fest gekettet.
Was hast du, das Vollkommene, das Ewige, mit vergangenen oder
zukünftigen Verkörperungen zu tun? Kann das Vollkommene seiner
Vollkommenheit etwas hinzufu.gen? Kann das Ewige aus der Ewigkeit
hervortreten oder zu ihr zurückkehren?
ICH BIN, und du bist - EINS mit mir - und bist immer gewesen
und wirst immer sein. Dein ICH BIN lebt und reinkarniert sich in
allen Körpern zu dem einen Zweck, meine Idee auszudrücken.
Die Menschheit ist mein Körper. In ihm lebe Ich, bewege mich und
habe mein Sein, indem Ich das herrliche Licht meiner Idee durch
meine Eigenschaften zum Ausdruck bringe, deren Ausstrahlung für
die menschliche Sicht getru.bt und verzerrt ist durch Myriaden
bewölkter und unvollkommener Betrachtungsweisen des
menschlichen Intellekts.
Ich und du, der du eins bist mit mir, wir wiederverkörpern uns in
der Menschheit, wie die Eiche sich Jahr um Jahr in ihren Blättern
und Eicheln wiederverkörpert, und wieder in den tausend Eichen,
gewachsen aus ihren Tausenden von Eicheln und ihren Eichen,
Generation um Generation.
Du sagst, du erinnerst dich deiner vergangenen Leben. Wirklich?
Bist du sicher?
Nun gut - und wenn du es tust? Das ist keine Bestätigung von mir,
dass du persönlich mein Mittel jenes Ausdrucks warst, nur weil Ich dir
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einen Schimmer, von der Wirklichkeit einer meiner vergangenen
Ausdrucksformen zu sehen erlaubt habe, damit du meine Absicht
umso besser verstehen kannst, die Ich jetzt für dich ausdru.cke.
Wirke Ich denn nicht durch alle Mittel und du mit mir, und sind
wir nicht Leben und Intelligenz allen Ausdrucks, ganz gleich welcher
Art, welchen Alters oder welcher Rasse?
Gefällt es dir zu glauben, dass tatsächlich du jener Ausdruck warst,
ist es gut, und Ich werde diesen Glauben für dich zum Nutzen werden
lassen, aber nur so weit, wie er dich für die große Verwirklichung
vorbereitet, die später kommen wird.
In der Zwischenzeit bist du fest angekettet. Deine Persönlichkeit
mit ihren selbstsüchtigen Wünschen und ihrem selbstsüchtigen
Suchen ist noch an Händen und Füssen an die Vergangenheit
gebunden und erwartet ihre Befreiung nur von der Zukunft, wenn alle
Folgen ihrer Handlungen endgültig ausgetragen sein werden. Sie
beherrscht dein Gemüt und deinen Intellekt durch diesen
irreführenden Glauben an Geburt und Tod und durch die Annahme,
dies sei dein einziger Weg zur endgültigen Befreiung und Vereinigung
mit mir. Sie verhindert, dass du unsere ewige und immerwährende
Einheit erkennst und dass du dein Selbst in jedem Augenblick befreien
kannst, wann du es willst.
Denn nur die Persönlichkeit wird geboren und stirbt, nur sie ist
bestrebt und bemu.ht, ihr Bleiben im Körper und im irdischen Leben
zu verlängern und sich dann wiederzuverkörpern, nachdem Ich für
ihren jetzigen Körper keine Verwendung mehr habe.
Allein an diese Persönlichkeit bist du durch die
Glaubensanschauungen und Meinungen gebunden; sie hat sie dir
aufgezwungen durch die Zeitalter hindurch, in denen sie dein
menschliches Gemüt mit solchen Täuschungen beschäftigt hielt. Nur
wenn du dich erheben kannst in die Verwirklichung deiner göttlichen
Unsterblichkeit, Allmacht und Intelligenz, wenn du alle persönlichen
Glaubensanschauungen und Meinungen abzulegen vermagst - nur
dann kannst du dein Selbst von dieser falschen Bindung befreien und
deine wahre Stellung als Herr und König einnehmen, eins mit mir auf
dem Thron des Selbst. So zwingst du die Persönlichkeit, den ihr
angemessenen und natürlichen Platz als Diener und Untertan
einzunehmen, bereit und willig, meinem leisesten Befehl zu gehorchen
und dadurch ein Instrument zu werden, wert zu meinem Gebrauch.
69
MITTEL UND MITTLER
XIV.
Du, der du in deinem Wunsch, mir zu dienen, dich einer Kirche
angeschlossen hast, einer religiösen Organisation, einer okkulten
Gesellschaft oder einem geistigen Orden - welcher Art auch immer - in
dem Gedanken, deine Mithilfe und Unterstützung bei ihrem Werk
wu.rde mir gefallen und du würdest dadurch besondere
Vergünstigungen von mir empfangen - höre genau auf diese meine
Worte und erwäge sie.
Wisse als erstes: Ich bin ja schon zufrieden mit dir, denn du tust
nichts, wozu Ich dich nicht veranlasse, und du tut es, um meinen
Plan zu erfüllen, obwohl es dir zeitweise scheinen mag, dass du
meinem Willen entgegen handelst, nur, um deine eigenen Wünsche zu
befriedigen.
Wisse ebenso, dass Ich jeden Menschen mit all seinen
Lebenserfahrungen versorge. Sie benutze Ich, um den Körper
zuzubereiten, das Herz zu beleben und das Bewusstsein zu
entwickeln, damit er mich verstehen und Ich durch ihn meine Idee
zum Ausdruck bringen kann.
Über diese Erfahrungen inspiriere Ich Menschen durch blitzartiges
Aufleuchten von mir und meiner Idee, und so habe Ich durch
Inspiration zu vielen gesprochen, die meine Worte aufnahmen, sie
niederschrieben und andere Menschen lehrten. Diese Worte habe Ich
Herz und Bewusstsein jener beleben lassen, die bereit sind, sie zu
empfangen, auch wenn die Schreiber und Lehrer selbst meine Absicht
nicht wirklich verstanden.
Viele von denen, deren Gemüt Ich so durch kurzes Aufleuchten
von mir und meiner Idee inspiriere, veranlasse Ich, Lehrer und Führer
zu werden, Kirchen, Gemeinschaften und Kulte zu organisieren,
Suchende und Nachfolger zu sich zu ziehen, damit Ich durch die
Worte, die Ich auf diese Weise durch sie spreche, Herz und
Bewusstsein derer beleben kann, die bereit sind, mich zu erkennen.
Ich, der unpersönliche Eine im Inneren, tue das alles -, die Lehrer
und Führer persönlich tun nichts. Sie dienen nur als Kanäle, durch
die meine Idee sich dem Bewusstsein derer verständlich machen kann,
die Ich ihnen zu diesem Zweck zufu.hre.
70
Denn das Gemüt ist nur ein Kanal und der Intellekt ein
Instrument, die Ich unpersönlich benutze, wo und wann immer es
notwendig ist, meine Idee auszudrücken. Erst wenn das Herz belebt
worden ist und sich weit geöffnet hat, um Gefäß für mich zu sein,
kann der Mensch mit seinem sterblichen Gemüt und Intellekt bewusst
meine Absicht verstehen, wenn Ich meine Idee durch ihn zum
Ausdruck bringe.
In deinem Wunsch, mir zu dienen, hast du vielleicht in
irgendeinem Lehrer oder Führer eine Persönlichkeit gefunden, von der
du glaubst, dass sie mich jetzt in ihrem Herzen trage, weil Ich viele
anscheinend wundervolle Worte durch sie sprechen.
In deinen Zweifeln und dem Bestreben, mir zu gefallen, und in
deiner Furcht, mir zu missfallen, wenn du meinen Geboten nicht
gehorchst, bist du vielleicht sogar zu solch einem Lehrer oder Führer
gegangen, der möglicherweise das Recht in Anspruch nahm, Priester
oder Priesterin des Höchsten zu sein. Du glaubtest, durch ihn meine
Botschaft für dich zu erlangen oder Ratschläge oder Hilfe aus dem
Geisterreich von irgendeinem „Meister” oder „Führer°®, den du für
meinen Boten hieltest.
Du kannst zu ihnen gehen, wenn du es willst. Ja, aber Ich bin es,
der dir diese Alternative anbietet, falls du dich nicht damit
zufriedengeben willst und kannst, mir zu vertrauen und darauf zu
warten, bis Ich in der von mir vorgesehenen Zeit und Weise antworte
und helfe.
Ja, Ich sende dich sogar zu ihnen und lasse dich all deinen
Glauben und dein Vertrauen auf solche Priester oder Priesterinnen
setzen. Dabei lasse Ich sie dich füttern mit all den „geistigen”
Ratschlägen und Lehren, die du von solch einem „Meister” oder
„Führer°® erhalten kannst, bis du endlich in Kummer und Demütigung
u.ber die Enttäuschung, die schließlich und unausweichlich folgt,
wieder auf dich selbst zurückgeworfen wirst, auf den Lehrer im
Inneren, auf mich, dein eigenes wahres Selbst.
Ja, alle Täuschung, alle Zucht, allen Aufwand deines Eifers und
deiner Ergebenheit, nicht zu sprechen von deinem Geld und deinen
Diensten - wobei du glaubst, es geht um mein Werk - das alles
nehmen und benutzen sie selbstsüchtig, um ihre eigene, persönliche
Macht und ihr Ansehen unter ihren Anhängern aufzubauen und zu
stärken. Unter der Maske hoch und schön klingender geistiger Lehre
füttern sie jeden von euch gerade genug mit spitzfindiger
Schmeichelei und Versprechungen geistigen Fortschritts, verbunden
mit kluger Sophisterei, um euch an sie gebunden zu halten, damit ihr
71
sie weiterhin unterstu.tzt, verehrt und verherrlicht. Dabei halten sie
immer die Geißel meines Missfallens u.ber euch, wenn sie nicht blindes
Vertrauen und Gehorsam empfangen. Ja, all das lasse Ich zu, denn
das wünschst und suchst du, und der Wunsch ist wahrhaftig die
wirkende Kraft meines Willens.
Du magst sogar irgendeinem anderen Lehrer - ob im Sichtbaren
oder Unsichtbaren und ganz gleich wie aufrichtig, wohlmeinend und
geistig weise er ist, von dem du meinst, er könne nicht zu der eben
erwähnten Art gehören - deine bedingungslose Liebe, Ergebenheit und
Gehorsam schenken, und vielleicht empfängst du, was du als Lehre
und Führung von unschätzbarem Wert ansiehst.
All dies ist gut, so lange du das empfängst, was du suchst und für
nötig hältst; denn Ich gewähre alles, um diese Wünsche zu
befriedigen. Aber wisse, all das ist vergeblich und bringt die
wirklichen Ergebnisse, die du suchst, nicht hervor; denn alles Suchen
und jeder Wunsch nach geistigen Fähigkeiten kommt von der
Persönlichkeit und ist darum selbstsüchtig und fu.hrt schließlich nur
zu Fehlschlag, Enttäuschung und Demütigung.
Könntest du es nur sehen: gerade durch Enttäuschung und
Demütigung sind die wirklichen Ergebnisse zu erlangen, denn ihnen
habe Ich dich ausgesetzt und zu ihnen habe Ich dich gefu.hrt, als Ich
dir die Möglichkeit bot, Hilfe von irgendeinem menschlichen Lehrer zu
erhalten.
Diese Ernüchterung und Demütigung brachte Ich dir absichtlich,
damit du dann - wenn du wieder einfach und gelehrig wie ein kleines
Kind geworden bist - bereit sein würdest, auf mein im Inneren
gesprochenes Wort zu hören und ihm zu gehorchen, und, hörend und
gehorchend, in mein Reich eintreten könntest.
Ja, alles äußere Suchen wird so enden und wird dich nur zu mir
zurückbringen, mu.de, nackt, hungrig - willig, meiner Belehrung zu
lauschen und selbst für eine Kruste meines Brotes alles zu tun, was
du vorher in deinem Starrsinn und deiner Eitelkeit verschmähtest
und was dir für deinen stolzen Sinn nicht gut genug erschien.
Wenn du von Lehren und Lehrern genug gehabt hast und sicher
bist, dass die Quelle aller Weisheit in deinem Inneren liegt, werden
diese Worte deinem Herzen unaussprechliche Freude bringen. Denn
bestätigen sie nicht das, was du schon als Wahrheit in dir gefu.hlt
hast?
72
Für dich, der das noch nicht erkennen kann und noch einen
Mittler braucht, habe Ich das Vorbild des Christus bestimmt, der für
deine Erlösung gekreuzigt wurde. Dadurch zeige Ich dir, wie du lebst
sollst, damit du, durch die Kreuzigung deiner Persönlichkeit, dich in
das Bewusstsein des Einsseins mit mir erheben kannst.
Dir aber, der du stark genug bist, es zu ertragen, sage Ich, du
brauchst keinen Mittler zwischen dir und mir, denn wir sind bereits
Eins. Wenn du das erst einmal erkennen kannst, kannst du im
Bewusstsein unmittelbar und sofort zu mir kommen. Ich, Gott in dir,
will dich empfangen, und du wirst ewig in mir bleiben ebenso wie
mein Sohn Jesus, der Mann von Nazareth, durch den Ich mich jetzt
ebenso ausdru.cke, wie Ich mich vor neunzehnhundert Jahren durch
ihn ausdrückte und wie Ich es eines Tages durch dich tun werde.
Dir, der sich wundert, wie und warum Ich so wundervolle und so
geistige Dinge durch Persönlichkeiten sage, denen es nicht gelingt,
den Lehren gemäß zu leben, die sie anscheinend aus sich selbst
geben, dir sage Ich: Ich benutze alle Wege unpersönlich, um meine
Absicht auszudrücken.
Einige habe Ich zubereitet, bessere Ausdrucksmittel zu sein als
andere, aber persönlich wissen sie nichts von mir. In einigen habe Ich
das Herz belebt, damit sie ein umso besseres Gefäß für mich sind, um
dadurch bewusst mehr Eins mit mir zu werden. Einige sind so Eins
mit mir geworden, dass sie im Bewusstsein nicht mehr von mir
getrennt sind; in ihnen lebe und wirke Ich und bekunde meine
geistige Natur.
Seit den frühesten Tagen meines Ausdrucks auf der Erde habe Ich
meine Priester, meine Propheten und Gesandten vorbereiten, der Welt
meine Idee vor Augen zu stellen - mein Wort, das endlich Fleisch
werden soll. Aber ob Ich durch Priester, Prophet oder Messias
spreche, durch ein kleines Kind oder durch deinen ärgsten Gegner -
alle Worte, die entscheidend auf dich einwirken, sind die Worte, die
dein ICH BIN durch den Organismus solch eines Mittlers zu deinem
Seelen-Bewusstsein spricht.
Sind einige versammelt, um mein Wort zu hören, das durch einen
meiner Priester gesprochen wird, spricht nicht der Priester aus sich
selbst, sondern Ich im Herzen eines jeden Hörers rufe aus dem
Priester die entscheidenden Worte hervor, die tief in das Bewusstsein
eines jeden sinken. Der Priester weiß nicht, was dich in dem, was er
sagt, so anru.hrt und versteht vielleicht nicht einmal meine Absicht in
den Worten, die er zu dir spricht.
73
Aus der vereinten Hingabe und dem Glauben an mich, die bewusst
oder unbewusst von allen um ihn Versammelten ausgedru.ckt werden,
rufe Ich in ihm die geistige Kraft hervor, die als Kanal oder
Verbindungslinie dient, durch die Ich das Bewusstsein der Menschen
erreiche, die Ich zum Verständnis meiner Absicht vorbereitet habe.
Obwohl Ich zu allen dieselben Worte spreche, enthalten diese Worte
doch für jeden eine eigene und besondere Botschaft, und jeder
versteht nur die eine Botschaft, die Ich zu ihm spreche. Denn Ich in
dir wähle aus den Worten die Bedeutung, die Ich für dich bestimme,
ebenso wie Ich es in deinem Bruder und in deiner Schwester tue.
Sobald zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, werde
Ich immer dabei sein; denn die Idee, die sie zusammenfu.hrt,
inspiriere Ich in jedem - denn es ist meine Idee. Aus ihrem
gemeinsamen Sehnen nach mir schaffe Ich ein Mittel oder einen
Kanal für das Seelen-Bewusstsein, damit es die kurzen Lichtblicke von
mir gewinnen kann, die jeder einzelne zu verstehen fähig ist.
Ich verursache, dass jeder Priester, jeder Lehrer, jeder Mittler das
instinktiv weiß, denn sie sind die von mir gewählten Diener. Ebenso
erwecke Ich in ihnen den Wunsch, sich mit Anhängern zu umgeben,
damit Ich in den dafür bereiten Herzen das Bewusstsein meiner
Gegenwart im Inneren beleben kann. Priester, Lehrer oder Mittler
mögen mich in sich selbst nie entdeckt haben und mich in
irgendeinem Meister, Führer oder Erlöser außerhalb ihrer selbst
verkörpert oder personifiziert glauben; dennoch gibt es Menschen, die
Ich zu diesen Dienern fu.hre.
Durch bestimmte Worte, die Ich meinen Diener sprechen lasse -
zusammen mit der geistigen Kraft, die von den verschiedenen
Nachfolgern ausgeht - ist es mir bei diesen Menschen möglich, das
Seelen-Bewusstsein zu einem wirklichen Verstehen von mir zu
erwecken, von mir, dem unpersönlichen Einen, der im Inneren ist, im
Allerinnersten von allen, im Herzen eines jeden.
Denn das ICH BIN meines Dieners und das ICH BIN jeden
Nachfolgers ist Eines, eins im Bewusstsein, eins im Verstehen, eins in
der Liebe und eins im Ziel, und dieses Ziel ist die Erfüllung meines
Willens.
Dieses ICH BIN, das völlig unpersönlich ist und weder Zeit noch
Raum noch verschiedene Identitäten kennt, benutzt die Persönlichkeit
sowohl der Diener als der Nachfolger und auch den Umstand des
persönlichen Kontaktes nur als Mittel, um meiner Idee Stimme zu
geben, die allezeit im Inneren um äußeren Ausdruck ringt.
74
Diese Diener, die das Vertrauen und den Glauben meiner
Nachfolger annehmen und benutzen, um ihre eigenen, privaten
Zwecke zu fördern, lasse Ich genau zur rechten Zeit zur Erkenntnis
meines Willens und meiner Idee erwachen. Dieses Erwachen ist
jedoch für ihre Persönlichkeit nicht angenehm und verursacht fast
immer viel Leid und Demütigung; aber ihre Seele ist beglu.ckt und
singt mir dankbar Lob, wenn Ich dies geschehen lasse.
Darum wundere dich nicht u.ber die manchmal wundervollen
Worte der Wahrheit, die aus dem Munde derer kommen, die
anscheinend ungeeignet sind, sie zu sprechen, und die ihren Sinn
nicht verstehen. Wundere dich auch nicht u.ber die Tatsache, dass
einfache Nachfolger oft schneller erwachen als ihre Lehrer und u.ber
sie hinauswachsen. Ich, der in beiden lebt, im Lehrer und im
Nachfolger, wähle verschiedene Bedingungen und schaffe
verschiedene Wege für den Ausdruck meiner Eigenschaften in jeder
einzelnen Seele. Dabei ordne Ich alle genau in die Zeit und an den
Platz ein, wo sie sich gegenseitig am besten ergänzen und helfen
können, und verbinde so alle zu dem übereinstimmendsten Ausdruck
meiner Idee, der unter den gegebenen Umständen möglich ist.

Fortsetzung Teil VI


Geschrieben von Uwe Schwarz

Sep 12

MEISTER
XV.
Du, der du noch an der in verschiedenen Lehren vertretenen
Idee festhältst, dass Ich einen Meister oder göttlichen Lehrer
vorsehen will für jeden, der sich nach der Vereinigung mit mir
sehnt, höre meine Worte:
Es ist wahr, früher habe Ich dir erlaubt, dich in alle möglichen
mystischen und okkulten Bücher und Lehren zu vertiefen, dein
geheimes Verlangen ermutigend, die notwendigen Kräfte für die
Vereinigung zu erwerben, die in diesen Lehren gepriesen wird. Das
tat Ich sogar so weit, dass ein schwaches Bewusstsein vom Besitz
solcher Kräfte in dir erweckt wurde.
Ich habe sogar den Glauben zugelassen, dass durch Ausübung
gewisser Techniken - in bestimmter Weise zu atmen, bestimmte
Mantras zu sprechen - du dir aus dem Unsichtbaren einen
„Meister” herbeiziehen könntest, der dein Lehrer werden wu.rde. Er
wu.rde dir helfen, dich für gewisse Einweihungen vorzubereiten, die
dich in irgendeinem geheimen Orden der inneren Seinsebene zu
einer vorgeschrittenen Stufe zuließen, auf der dir viel von meiner
göttlichen Weisheit eröffnet wu.rde.
Das habe Ich nicht nur zugelassen, sondern vielleicht erkennst
du: Ich führte dich zu diesen Büchern, Ich inspirierte dir solche
Wünsche und veranlasste, dass solch ein Glaube sich in deinem
Gemüt festsetzte - jedoch nicht zu dem Zweck, den du annimmst.
Ja, durch all diese Lehren, Wünsche und Glaubensvorstellungen
habe Ich dich gefu.hrt und dadurch versucht, deinem
menschlichen Gemüt die Kräfte aufzuzeigen, die Ich benutze, um
meine göttliche Idee zum Ausdruck zu bringen.
Diese Kräfte habe Ich als himmlische Hierarchien dargestellt;
und damit dein menschlicher Intellekt es besser verstehen könne,
zeigte Ich sie als Engel oder göttliche Wesen, als unpersönliche
Vermittler oder Vollzieher meines Willens, einbezogen in den
Vorgang, meine Idee, die im Anfang war, in den Ausdruck zu
bringen. Aber du verstandest es nicht.
Dein menschlicher Intellekt, verliebt in die Möglichkeit, einem
dieser Wesen zu begegnen und vertraulich mit ihm zu sprechen,
wie es in manchen der Lehren behauptet wird, ging sofort dazu
Über, sie zu personifizieren, und begann, sich nach ihrem
Erscheinen in deinem Leben zu sehnen, da du dir einbildetest, sie
seien an deinen menschlichen Angelegenheiten interessiert. Du
meintest, durch ein Leben in Übereinstimmung mit bestimmten, in
gewissen Lehren niedergelegten Regeln könntest du sie geneigt
machen, dir zu helfen, Nirwana oder Unsterblichkeit zu erlangen.
Ich habe dir vorsätzlich erlaubt, dich an solchen Täuschungen
zu erfreuen und ließ dich sehnen, beten und ernsthaft danach
streben, all den gegebenen Anweisungen zu gehorchen. Manchmal
führte Ich dich sogar dadurch weiter, dass Ich dir in selbsterzeugten
Visionen und Träumen flüchtige Erscheinungen von
idealen Wesen gab und dir von ihnen zu glauben erlaubte, sie
seien solche Meister.
Vielleicht habe Ich sogar in dir gewisse Fähigkeiten erschlossen,
die es dir ermöglichen, die Gegenwart von Wesen wahrzunehmen,
die auf die Geistseite des Lebens hinübergegangen sind. Durch
deine Wünsche angezogen, versuchen sie, die Rolle deines Meisters
und Führers zu übernehmen.
Jetzt ist für dich die Zeit gekommen zu wissen, solche Wesen
sind keine Meister, und göttliche Wesen nennen sich selbst auch
nie Meister. Ich - und Ich allein -, dein eigenes wirkliches Selbst,
bin der einzige Meister für dich - jetzt, und bis du fähig bist, mich
auch in deinem Bruder zu erkennen.
Jedes Wesen - ob in Menschen- oder in Geistgestalt -, das sich
deinem Bewusstsein darstellt und behauptet, ein Meister zu sein,
oder dir erlaubt, es Meister zu nennen, ist nicht mehr und nicht
weniger als eine Persönlichkeit ebenso wie du und darum nicht
göttlich, wie dein menschliches Gemüt diesen Begriff versteht -
ungeachtet der vielen wundervollen „Wahrheiten”, die es äußern,
und der erstaunlichen Dinge, die es tun mag.
Gerade so lange, wie dein menschliches Gemüt die Vorstellung
von einem Meister in einem anderen Wesen sucht oder verehrt -
ganz gleich, wie erhaben oder heilig es dir scheinen mag - gerade
so lange wirst du mit solchen Vorstellungen genährt werden, bis
Ich dir vielleicht wirklich erlaube, einem solchen „Meister” zu
begegnen und vertraut mit ihm zu sprechen.
Wenn dir dieses „Vorrecht” gewährt wird, so nur, um dein
Erwachen und deine sich daraus ergebende Ernüchterung zu
beschleunigen, sobald du erkennst, dass dieser „Meister” doch nur
eine Persönlichkeit ist, wenn auch im Erwachen viel weiter
fortgeschritten als du, aber dennoch eine Persönlichkeit - und
nicht der göttliche Eine, den zu erkennen das Innerste deiner Seele
sich sehnt.
Denn Ich versorge dich mit jeder Idee, die geeignet ist, dich die
Wirklichkeit hinter dem Schein zu lehren. Wenn Ich dich
offensichtlich irrefu.hre und dich den Glauben an alle
menschlichen Lehren, an alle menschliche und sogar göttliche
Vollkommenheit verlieren lasse, ist es nur, dich zu befähigen,
umso klarer zwischen der Substanz und dem Schatten zu
unterscheiden und dich für jenes weit höhere Ideal vorzubereiten,
denn immer warte Ich darauf, es dir zu zeigen.
Du kannst dich in deiner menschlichen Persönlichkeit nur bis
zu dem Ideal erheben, das dein menschliches Gemüt sich
vorstellen kann. Durch den Wunsch bewirke Ich, dass mein Wille
sich in dir darstellt, und durch den Wunsch vollbringe Ich viele
erstaunliche Werke.
Wenn du das bezweifelst, brauchst du nur den Schlüssel
anzuwenden; an einen Meister denken, heißt einen erschaffen.
Durch dein Denken wird diese Idee von einem Meister zu dem, was
du dir wünschst und unter einem Meister vorstellst.
Mit anderen Worten: Durch dein Denken baust du um diese
Idee alle Eigenschaften, die ein Meister deiner Vorstellung nach
besitzt. Dein menschliches Gemüt muss notwendigerweise durch
den Wunsch, durch Streben und Verehren diese Qualitäten in
irgendeinem imaginären Wesen erschaffen, das dennoch eine
Persönlichkeit ist, denn bis jetzt kannst du ein unpersönliches
Sein nicht begreifen.
Deshalb muss sich diese Idee, entsprechend der Intensität
deines Wunsches und deines Denkens, früher oder später
tatsächlich manifestieren; entweder zieht sie im Sichtbaren solch
eine Persönlichkeit zu dir, oder sie erschafft eine Wesenheit im
Bereich der Visionen und Träume.
So, wie dein menschliches Gemüt angelegt ist, glaubt es zu
gewissen Zeiten, es brauche einen Meister, einen, an den es sich in
seinen menschlichen Prüfungen und Problemen um Erklärung
und Rat wenden könne in der Annahme, die Lebensprobleme
ließen sich auf diese Weise lösen. Wenn Ich dir einen zufu.hre, der
dich im Stich lässt oder dich enttäuscht und dich schließlich
entmutigt, ernüchtert und gedemütigt auf mich, dein eigenes
Selbst, zurückwirft, geschieht es nur, damit du dann vielleicht
bereit bist, dich mir im Inneren zuzuwenden und meiner Stimme
zu lauschen. Sie hat alle diese Jahre immer zu dir gesprochen,
aber dein stolzes, und egoistisches Gemüt ließ es nicht zu, auf sie
zu hören.
Du, der diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, der noch
nicht dem Meister seines Sehnens, sei es als Mensch oder in
Geistform, begegnet ist, du, in dem meine Worte noch keine
belebende Antwort auf ihre Wahrheit erwecken konnten - für dich
habe Ich bestimmte Erfahrungen bereit, die dich später sicher zu
mir führen werden. Dann wirst du erkennen müssen, dass Ich der
Meister ist, die inspirierende Idee hinter und in jedem Gedanken
an einen Meister und in jeder Sehnsucht nach ihm, ob sie von
innen oder von außen in dein Gemüt kommt.
Es wird gelehrt: „Sobald der Schu.ler bereit ist, erscheint der
Meister.” Das ist in einer Hinsicht wahr, aber nicht so, wie du es
ausgelegt hast.
Dein geheimer Wunsch nach einem Meister wird ihn dir
bringen, doch erst, wenn Ich dich für dieses Erscheinen vorbereitet
habe. Aber solche Erscheinung wird nur dem Anschein nach ein
Meister sein. Den wahren Meister oder Lehrer erkennst du
vielleicht nie, wenn er erscheint. Denn er kann in einem
interessanten Freund, einem Geschäftspartner, deinem nächsten
Nachbarn oder in deiner eigenen Frau, deinem Mann oder Kind
verborgen sein.
Du, der sich u.ber den Wunsch erhoben hat, du, der keinen
Meister oder Lehrer mehr sucht, nicht einmal mich, sondern allein
im Vertrauen auf meine ewige Gegenwart und auf mein
Versprechen verharrt, für dich habe Ich eine Begegnung und eine
Gemeinschaft bereit, die deiner Seele solche Freude und solchen
Segen bringen wird, wie es sich dein menschliches Gemüt
unmöglich vorstellen kann.
Dies ist ein Geheimnis. Bis du es begreifen kannst, ist es dein
Recht, von dem bisher Gesagten zu behaupten, es sei mit
bestimmten Darlegungen dieser Botschaft unvereinbar und
widerspreche Lehren in meinen anderen Offenbarungen.
Sei unbesorgt! Dieses Geheimnis wird dir enthu.llt werden, -
wenn du aufrichtig wünschst, meine Absicht zu erfahren.
Warum willst du dich bis dahin in deinem Suchen mit etwas
Geringerem zufrieden geben als mit dem Höchsten?
Warum suchst du in einem Lehrer, Führer, Meister oder Engel -
sei es ein Mensch oder ein Geistwesen - nach dem
notwendigerweise begrenzten Ausdruck meiner Vollkommenheit,
wenn du unmittelbar zu mir, zu Gott in dir, kommen kannst, dem
Allwissenden, Allmächtigen, Allgegenwärtigen, der inspirierenden
Idee hinter und in allen Manifestationen?
Da Ich in dir bin, ebenso wie Ich in jedem bin, den du suchst,
und da alle Weisheit, alle Macht und alle Liebe, die sie besitzen,
nur von mir kommen - warum kommst du nicht jetzt zu mir und
lässt mich dich auch zubereiten, damit Ich mich ganz durch dich
ausdrücken kann? Du bist eine menschliche Persönlichkeit,
dennoch bist du göttlich und darum vollkommen.
Die erste dieser Wahrheiten glaubst du, die andere glaubst du
nicht. Beide jedoch sind richtig. Das ist das Geheimnis. Du bist
genau das, was du zu sein denkst.
Was bist du nun? Das eine oder das andere - oder beides?
Du bist eins mit mir. Ich bin in dir, in deiner menschlichen
Persönlichkeit, in deinem Körper, Gemüt und Intellekt. Ich bin in
jeder Zelle deines Körpers, in jeder Eigenschaft deines Gemüts, in
jeder Fähigkeit deines Intellekts. Ich bin die Seele, das aktive
Prinzip eines jeden. Du bist in mir. Du bist eine Zelle meines
Körpers, du bist eine Eigenschaft meines Gemüts, du bist eine
Fähigkeit meines Intellekts. Du bist ein Teil von mir, doch du bist
Ich, mein Selbst. Wir sind Eines und sind es immer gewesen.
Nur deshalb lenkte Ich die Aufmerksamkeit deines Gemüts auf
diese Idee von einem Meister, um dich hinzuweisen und
vorzubereiten auf diese Idee von mir, deinem unpersönlichen
Selbst, einem Boten des Lichts, einer Ausstrahlung meines Seins -
auf deinen eigenen göttlichen Herrn und Meister in dir.
Ja, Ich, dein göttliches Selbst, bin der Meister, den zu suchen
deine Seele dich trieb, und wenn du mich dann findest und weißt,
dass Ich dein Selbst bin, wirst du in deinem menschlichen
Bewusstsein mit Freuden mein Jünger werden, wirst mir voller
Liebe folgen und nur darauf bedacht sein, mir treu zu dienen, in
dir selbst wie in deinem Mitmenschen. Dann wirst du verstehen,
warum nur „einer dein Meister ist - Christus allein”.
Denn Ich als der Christus lebe in allen Menschen und bin ihr
Eines und ihr Einziges Selbst. Durch alle Menschen rufe Ich dich
unentwegt und versuche, dein menschliches Bewusstsein zu
erreichen und zu durchdringen. Da Ich dich unaufhörlich belehre,
nicht nur durch alle Menschen, sondern auf jedem jeweils
notwendigen Weg, habe Ich viele Möglichkeiten, dein Bewusstsein
zu erreichen, und Ich benutze alle, um dich zur Verwirklichung
meines Planes zu bringen.
Ich spreche mit vielen Stimmen - mit der Stimme aller
menschlichen Empfindungen, Leidenschaften und Wünsche. Ich
spreche mit der Stimme der Natur, mit der Stimme der Erfahrung,
auch mit der Stimme des menschlichen Wissens.
Ja, das alles ist meine Stimme, die Ich unpersönlich benutze,
um dir die eine Wirklichkeit deutlich zu machen, dass Ich in allem
bin und dass ICH alles BIN. Diese Stimme sagt auf ihre tausend
Weisen: auch du bist Teil von diesem allem, und in dir bin Ich und
warte darauf, dass du mich anerkennst und bewusst mitarbeitest,
um meine Idee der unpersönlichen Vollkommenheit auf Erden
auszudrücken, ebenso wie sie sich im Geistigen ausdru.ckt.
Wenn diese Erkenntnis kommt, erst dann bist du bereit, einem
wirklichen Meister zu begegnen und ihn zu erkennen. Nur dann
wirst du begreifen, warum Ich, dein eigenes unpersönliches Selbst,
der einzig mögliche Meister deiner menschlichen Persönlichkeit
sein kann und bin.
Dann wirst du auch verstehen, warum du in deinem
persönlichen, abgesonderten Bewusstsein einen wirklichen Meister,
solltest du ihm in einem physischen Körper begegnen, weder
anerkennen noch erkennen könntest. Er wu.rde für dich nichts
anderes sein als vielleicht ein gütiger und hilfsbereiter Freund oder
Lehrer, solange du nicht fähig bist, in dein Christus-Bewusstsein
einzutreten, mein Bewusstsein in dir und in ihm.
Erst wenn du dieses Bewusstsein erlangt hast, wirst du würdig
und geeignet sein, deine Gefährten in der großen Bruderschaft des
Geistes zu erkennen und mit ihnen vertraute Gemeinschaft zu
haben, mit ihnen, die sich selbst gemeistert haben und die nur
leben, um ihren jüngeren Brüdern zu helfen, auch den göttlichen
Einen im Inneren zu finden.
Wenn jemand in dein Leben kommt, der dir göttlich erscheint
und dich glauben lässt, er sei ein Meister und sich von dir so
nennen lässt, der ist noch nicht völlig unpersönlich. Solch ein
Mensch könnte Meister scheinen, aber er wäre nicht der göttliche
Eine, dem deine Seele zu dienen verlangt.
Vielleicht wärst du zufrieden, einen solchen als Meister zu
haben, auch wenn er nicht ganz unpersönlich wäre. Sollte es so
sein, dann wu.rde Ich dich später durch einen dauernden Vergleich
mit meiner unpersönlichen Vollkommenheit zur Erkenntnis seiner
persönlichen Unvollkommenheit bringen, bis du dich schließlich
mir zuwendest und in völliger Hingabe zu mir kommst. Nun
erkennst du mich und meine Unpersönlichkeit als das einzige
Vorbild und Ideal an und als die wirkliche Ursache, die dich
inspirierte, so lange im Äußeren nach meiner Vollkommenheit zu
suchen, die nur im Inneren gefunden werden konnte, tief
verborgen in deiner eigenen Seele.

CHRISTUS UND LIEBE
XVI.
Dir, der du fürchtest, meine Worte könnten deinen Glauben an
den Herrn Jesus Christus und deine Liebe zu ihm zerstören, dir sage
Ich: Vor nahezu zweitausend Jahren hatte der Prozess, meine Idee
auszudrücken, das Stadium erreicht, in dem Ich etwas von meiner
göttlichen Wirklichkeit kundtun konnte. Um das zu tun und um
meine menschlichen Eigenschaften zu ihrer Mission auf der Erde
aufzurufen, wurde es notwendig, durch eine menschliche
Persönlichkeit meine göttlichen Eigenschaften auszudrücken und sie
in einer menschlichen Gestalt zu offenbaren. So konnten das
menschliche Gemüt und der Intellekt sehen und aufmerken und
durch mich im Inneren inspiriert werden, meine Idee durch ihre
menschliche Persönlichkeit sich entsprechend ausdrücken und
offenbaren zu lassen.
Das tat Ich durch die Persönlichkeit von Jesus, den Mann aus
Galiläa. Durch meine Lehren, die er brachte, und durch mein Leben,
das er offenbarte, stellte Ich dem menschlichen Verständnis das dar,
was nötig war, um meine göttliche Idee voll auszudrücken.
Durch die symbolischen Erfahrungen, durch die Ich seine
menschliche Person gehen ließ - zu diesem Zweck erschuf Ich sie -,
zeigte Ich, was alle Persönlichkeiten durchlaufen müssen, bevor ihr,
meine menschlichen Eigenschaften, die ihr diese Persönlichkeiten
erschuft, wieder unpersönlich genug werden könnt, um mit mir meine
göttliche Idee bewusst auszudrücken.
Bevor das ICH BIN im Inneren euer menschliches Gemüt zu einer
Verwirklichung von mir, eurem göttlichen Selbst, erwecken kann,
müsst ihr, meine menschlichen Eigenschaften, alle aus jungfräulicher
Liebe in einer dürftigen Krippe geboren werden. Das ist der Ort, wohin
das Vieh zur Fütterung kommt, Symbol für das demütige und
reuevolle Herz, das von Glauben und Vertrauen zu Gott erfu.llt ist. In
diesen Zustand muss die menschliche oder tierische Natur kommen.
Ihr müsst dann nach Ägypten gefu.hrt werden, dem Symbol der
Dunkelheit oder der intellektuellen Aktivität, um dort an Körper und
Verständnis zu wachsen und euch zu entwickeln, bis ihr dadurch
stark werdet, dass ihr mich im Inneren fühlt. Dann, wenn ihr euch
meiner Macht und meiner Liebe ausreichend bewusst seid, werde Ich
beginnen, durch euch Worte der Weisheit und der Wahrheit zu
sprechen, die die Gelehrten der Welt, sogar die Theologen, in
Bestürzung bringen werden.
Darauf wird eine lange Periode der Übung und der Betrachtung
folgen, die das Gemüt reift und die Seele entfaltet, bis ihr die volle
Reife des ICH BIN-Bewusstseins im Inneren erreicht. Das bereitet euch
für eure Taufe im Jordan vor, sobald ihr vollkommen geöffnet seid für
mich, für das volle Bewusstsein: ihr und Ich ist Eins, es gibt keine
Trennung, Ich bin euer wirkliches Selbst. Von nun an erlaubt ihr mir,
euer Leben völlig zu leiten.
Ich führe euch dann hinaus in die Welt, in meiner anderen
Offenbarung Wüste genannt, um euch dort zu pru.fen und stark zu
machen und euch an den unpersönlichen Gebrauch meiner göttlichen
Eigenschaften zu gewöhnen. Ich bringe euch die drei großen
Versuchungen, die der Macht, der Selbstgerechtigkeit und des
Besitzes, bis ihr bewiesen habt, dass nichts vom Intellekt, nichts von
euch selbst, nichts von außen euch in Versuchung führen kann, mich
im Inneren zu vergessen, und dass allein meine Stimme - ob sie in
eurem Herzen oder dem eurer Brüder spricht - die einzige Stimme ist,
die, ihr jetzt hören könnt.
Ist dies bewiesen, wird eine Periode beginnen, in der ihr Wunder
vollbringt und die Menge lehrt, begleitet von Schmähung und
Verfolgung durch die ungläubige und spottende Welt. Es folgt das
Verhör vor Pontius Pilatus, dem Symbol des weltlichen Gesetzes, die
Verurteilung, der Aufstieg zum Kalvarienberg, beladen mit dem Kreuz,
die Kreuzigung, der Todeskampf, die drei Tage im Grab, dann das
endgültige Auferstehen, wenn ihr euch vollkommen mit mir vereinigt.
All das hat seine innere Bedeutung, eine Beziehung zur Seele, und
es sollte bereitwillig von euch angenommen werden, wenn ihr mir
euer Herz geöffnet habt.
Das war in der Vergangenheit der Weg für dich und für alle, die die
in meinen früheren Offenbarungen gegebenen Lehren geu.bt und
befolgt haben. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass Ich dich und viele
andere für eine neue Ordnung vorbereitet habe, durch die ihr
unmittelbar und sofort auf dem unpersönlichen Weg in mein
Bewusstsein eingehen könnt. Diejenigen, die kraftvoll und stark genug
sind, alle Forderungen der menschlichen Persönlichkeit abzuweisen,
die sagen können „ICH BIN” und wissen, ICH BIN das EINE im
Inneren, das ihnen diese Kraft gibt und sie befähigt, sich u.ber die
Reize und Einflu.sse der äußeren Welt zu erheben - diese habe Ich
erwählt, um durch sie all die wunderbaren Herrlichkeiten meiner
göttlichen Idee auszudrücken.
Der Christus oder das ICH BIN-Bewusstsein muss in dir und im
Inneren jeder menschlichen Persönlichkeit geboren werden, muss
wachsen und reifen und auf irgendeine Weise durch jede Erfahrung
gehen, die im Leben Jesu symbolisch dargestellt ist, bevor du dahin
kommen und meine göttliche Idee bewusst mit mir zum Ausdruck
bringen kannst. Das Beispiel der Christus-Liebe und des Erbarmens,
das Ich in jenem Leben ausdrückte, musst auch du bis zu einem
gewissen Grad in deinem Leben ausdrücken, ehe du die Früchte jener
Liebe schmecken kannst, die in Wirklichkeit nicht Liebe ist, sondern
das heilige Drei-in-Einem, Liebe-Weisheit-Macht, das ist der wahre
Ausdruck meines unpersönlichen Lebens.
Bisher hast du die Bedeutung des unpersönlichen Lebens nicht
erkannt, daher konntest du die Bedeutung der unpersönlichen Liebe
nicht kennen. Liebe - wenn du dieses Gefühl sorgfältig analysieren
wirst - ist für dich immer ein menschliches Empfinden oder ein
menschlicher Ausdruck gewesen. Du warst unfähig, eine Liebe zu
erfassen, die nicht mit irgendeinem menschlichen oder persönlichen
Interesse verknu.pft war. Nun, da du mich in deinem Herzen zu fühlen
beginnst und es weit öffnest, um mich zu umfassen, will Ich dich mit
einem wunderbaren, seltsamen neuen Fühlen erfüllen, das jede Faser
deines Wesens mit schöpferischem Impuls beleben und für dich ein
wahres Lebenselixier sein wird. Denn du wirst in dem äußeren
Ausdruck dieses Gefu.hls, wenn Ich es so durch dich in die Welt
verströme, die unbeschreibbare Innigkeit meiner heiligen,
unpersönlichen Liebe erfahren und zugleich die Erleuchtung des
Gemüts und das Bewusstsein unbegrenzter Macht. Sie wird dich völlig
selbstlos machen und darum zu einem vollkommenen Kanal für den
unpersönlichen Ausdruck meiner göttlichen Idee.
Dann wirst du verwirklichen, dass du Teil von mir bist und Teil von
jedem anderen Sein, das alles, was du hast oder bist, nicht dir gehört,
sondern mir, zum Gebrauch wo und wie Ich es auch lenke.
Dein Leben wird nicht länger in dir selbst seinen Mittelpunkt
haben, sondern dieses Selbst wird sich verlieren und mit deinen
anderen Selbstheiten verschmelzen. Dabei gibt es uneingeschränkt
von deinem Leben hin, von deinem Verstehen, deiner Kraft, deinem
Wesen, die nur Phasen meines unpersönlichen Lebens oder meiner
unpersönlichen Liebe sind, die Ich dir ausschließlich zu diesem
Gebrauch zugeteilt habe.
In der Persönlichkeit Jesu, dem Christus, offenbarte Ich viel von
der unpersönlichen Liebe, genug um dich zu inspirieren und dahin zu
führen, dass du suchst, seinem Leben und seiner Persönlichkeit
nachzueifern und so durch Suchen und Streben in dir das
Bewusstsein des Christus in deinem Inneren zu wecken. Durch dieses
Erwachen und die Erkenntnis, dass der Christus nur der Weg ist oder
die Tür, die sich zu mir hin öffnet, habe Ich dich schließlich dahin
gebracht, dass du in mein unpersönliches Leben eintreten und bewusst
ein Teil davon werden kannst.
Eindeutig sage Ich dir hier: meine unpersönliche Liebe hat mit
persönlichem Leben und mit persönlicher Liebe nichts zu tun. All
diese äußeren Mittel benutze Ich nur, um aus dem Herzen der
Menschheit meine wirkliche Liebe in die Welt auszuströmen, wo sie
immer ihre allumfassende, belebende, schöpferische und erhebende
Macht ausdrückt.
Meine Liebe nimmt nicht auf Individualitäten oder
Persönlichkeiten Rücksicht; sie sind nur Figuren auf dem Schachbrett
des Lebens, die Ich nach meinem Plan bewege, um mein Ziel zu
erreichen: den ganzen und vollständigen Ausdruck meiner göttlichen
Idee in der Menschheit.
Allein in der Menschheit kann Ich meine Idee ausdrücken, ebenso
wie du deine Idee von dir selbst nur in deiner menschlichen
Persönlichkeit und durch sie ausdrücken kannst.
In der Menschheit lebe und bewege Ich mich und habe mein Sein.
Sie ist die sterbliche Persönlichkeit und der Körper meines
unsterblichen Selbst, ebenso wie deine Persönlichkeit und ihr Körper
das ist, was du zum Ausdruck deines Seins gebrauchst.
Alle individuellen menschlichen Persönlichkeiten mit ihren
Körpern sind nur die Zellen meines MenschheitsKörpers. Genau so
wie dein ICH BIN jetzt deinen Körper gestaltet, so dass du durch ihn
meine Idee von dir - dein wirkliches Selbst - vollkommen ausdrücken
kannst, so gestalte Ich nach und nach die Menschheit, so dass Ich
durch sie meine Idee von meinem Selbst vollkommen ausdrücken
kann.
So, wie die individuellen Zellen meines Menschheitskörpers -
ebenso wie die deines menschlichen Körpers - durch Teilnahme an
meinem Leben unpersönliche und harmonische Teile der Organe
werden, die sie bilden, leben sie ein gesundes und glückliches Leben.
Aber lass nur eine Zelle sich widersetzen oder dem grundlegenden
Gesetz ihres Organs entgegen handeln - und das harmonische
Funktionieren dieses Organs wird unmöglich. Das beeinflusst
naturgemäß den ganzen Körper und hat Unbehagen zur Folge.
Jede Zelle eines Organs ist ein in sich vollständiger Teil dieses
Organs, und ihre Arbeit ist für das vollkommene Funktionieren dieses
Organs und für die vollkommene Gesundheit meines Körpers
notwendig. Das bedeutet: wenn nicht jede Zelle ihre ganze Kraft und
all ihre Intelligenz, die nur von mir verliehene Eigenschaften des
Lebens sind, für das vollkommene Funktionieren meines Körpers
einsetzt, kann die Folge für ihn nur Disharmonie sein mit ihren sich
daraus ergebenden Auswirkungen: Krankheit, Leiden, Su.nde,
Gebundenheit, Armut, Mangel an Verstehen, Zersetzung oder Tod.
Ebenso: wenn nicht jedes Organ alle Intelligenz und alle Kräfte,
mit denen Ich es ausstattete, zu dem einen Zweck einsetzt, das Leben
meines Körpers in vollkommener Gesundheit auszudrücken und zu
erhalten, kann die Folge nur Zerrüttung, Zerfall, Rebellion und
schließlich Krieg sein - Krieg zwischen den verschiedenen Organen
und zwischen den ihnen zugehörigen Zellen, und das ergibt mehr
oder weniger chaotische Zustände in meinem ganzen Körper.
In meinem Menschheitskörper wu.rde dies Krieg bedeuten zwischen
den Völkern, die die Organe meines Körpers sind. Da jeder Krieg nur
eine akute Krankheit oder Disharmonie ist, und da mein Leben, das
sich in der Menschheit als unpersönliche Liebe offenbart, sich nur in
Harmonie ausdrücken kann - ebenso wie im physischen Körper -
verwendet, ebnet und gestaltet es immer die Umstände, damit es sich
so ausdrücken kann.
Das tut es entweder durch allmähliches Ausrotten aller
erkrankten, schwachen und untauglichen Zellen aus dem
verschiedenen Organen des Körpers oder durch Entwicklung der
Krankheit zu einer bösartigen Form - wie etwa Fieber, Wassersucht,
Karbunkel, Blutvergiftung oder Entartung im physischen Körper.
Solche Zellen scheidet es schnell billionenfach aus, bis das
betreffende Organ entweder gereinigt oder seine Funktionskraft
gänzlich zerstört ist.
Mit anderen Worten: das Wirkliche Leben und Wirken jeder Zelle
und jeden Organs liegt im Aufgeben ihres individuellen Lebens, damit
mein ganzer Körper in vollkommener Harmonie sein oder sich
ausdrücken kann. Wenn jede Zelle und jedes Organ nur noch diesen
Plan hat und sich zu einem reinen und selbstlosen Kanal macht,
durch den mein unpersönliches Leben fließen kann, dann ist mein
Körper ein harmonisches und vollkommenes Ganzes geworden; und
dann kann meine Idee ihre göttlichen Kräfte und Möglichkeiten auf
der Erde ausdrücken, so wie sie es im geistigen Bereich des Ewigen,
dem Jetzt, tut.
Wenn du dein Selbst völlig Mir übergibst, dass Ich durch dich
meine heilige, unpersönliche Liebe strömen kann und du keinen
anderen Gedanken hast als den vollkommenen Ausdruck dieser
Liebe, die mein wirkliches Leben ist, dann wird es mir durch dich
möglich sein, die Menschen deiner Umgebung nach und nach zu einer
Anerkennung von mir, dem Christus in ihnen, anzuregen und zu
erwecken, so dass auch sie ihr Selbst ebenso völlig Mir übergeben
werden. Schließlich erlangt das Organ oder dieser besondere Teil
meines Menschheitskörpers, den du und sie bilden, vollkommene
Gesundheit und Harmonie und trägt seinen Anteil dazu bei, in
meinem ganzen Körper vollkommene Gesundheit hervorzubringen
und zu erhalten.
Wenn diese Zeit kommt, wird meine göttliche Lebenskraft oder
meine unpersönliche Liebe durch die ganze Menschheit fließen und
sich durch sie offenbaren, und meine Idee wird sich auf der Erde
ebenso vollständig ausdrücken wie im Geistigen. Die Erde und alle
irdischen Körper werden nicht mehr aus dem groben physischen
Material bestehen, wie sie es anscheinend früher waren, sondern sie
werden vom menschlichen Selbst völlig geläutert und freigemacht
worden sein und wieder dorthin erhoben werden, woher sie kamen.
Denn der Sinn ihrer Erschaffung, Organismen für die äußere
Offenbarung und den menschlichen Ausdruck meiner göttlichen Idee
zu entwickeln, wird erfu.llt sein. Da Ich für solchen Ausdruck kein
physisches oder äußeres Mittel mehr brauche, werde Ich dann nur
noch mit Geistsubstanz erschaffen und ausdrücken, denn das ist in
der geistigen Welt des unpersönlichen Lebens das einzig benötigte
Ausdrucksmittel.

Fortsetzung TeilVII


Geschrieben von Uwe Schwarz

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