Sep 12

13. September 1916


DAS UNPERSÖNLICHE LEBEN

von Joseph S. Benner

ZUR ERSTEN ENGLISCHEN AUSGABE


Um die tiefen und lebendigen Wahrheiten, die diese Botschaft
enthält, besser zu verstehen, solltet ihr sie immer mit ruhigem und
offenem Gemüt lesen. Beruhigt den Intellekt und fordert die Seele auf,
euch zu belehren. Lest jeweils nur einen Satz und geht erst zum
nächsten über, wenn etwas in euch auf die darin enthaltene Wahrheit
antwortet.
Vor allem versucht zu erkennen: Das „ICH”, das die ganze
Botschaft hindurch spricht, ist der Geist im Inneren, eure eigene
Seele, das unpersönliche Selbst, das wirkliche DU; dasselbe Selbst,
das auch sonst in Augenblicken der Stille euch eure Fehler, eure
Torheiten, eure Schwächen deutlich macht und das euch immer
zurechtweist und euch hilft, seinen Idealen entsprechend zu leben,
die es unaufhörlich eurem geistigen Blick zeigt.
Diese Botschaft kam zu solch einem ruhigen Gemüt, das während
Monaten von einem starken Sehnen erfüllt war, durch den Geist
geführt zu werden und dem liebenden Vater dienen zu können, den es
gefunden hatte als immer gegenwärtig und immer bereit, die seiner
Kinder zu segnen, die Ihn so sehr lieben, daß sie Ihn in ihrem Herzen
und Leben an erste Stelle setzen.
Die so empfangene Hilfe und Führung wird an euch weitergegeben,
denn die weise und liebevolle Belehrung ist so ungewöhnlich und so
völlig unpersönlich, daß sie ebenso gut für jeden gilt, der bereit ist, sie
zu empfangen.
Der große Segen der Botschaft ist: Wenn ihr bereit seid, wird das
hier sprechende „ICH” fortfahren, direkt aus eurem Inneren zu euch
zu sprechen, nachdem ihr das Buch zur Seite legt, so vertraut und
überzeugend, daß es alle eure Probleme klären wird. Es wird für euch
eine Quelle der Weisheit und Kraft sein und euch Frieden,
Gesundheit, Glück, Freiheit - eine Fülle von allem bringen, was euer
Herz wünscht.
Dieses kleine Buch soll darum als Kanal oder als offene Tür
dienen, durch die ihr in die Freude eures Herrn eintreten könnt, des
von Jesus versprochenen Trösters, den in euch lebenden Ausdruck
des Christus Gottes.
Der Herausgeber - 13. September 1916

ICH BIN
Zu dir, der liest, spreche Ich.
Zu dir spreche Ich, der du in langen Jahren und vielem Hin- und
Herlaufen eifrig in Büchern und Lehren, in Philosophie und Religion
gesucht hast; doch du weißt nicht, wonach - nach Wahrheit, Glück,
Freiheit, Gott?
Zu dir spreche Ich, dessen Seele müde und entmutigt ist, fast
hoffnungslos.
Zu dir, der oftmals einen Schimmer dieser „Wahrheit” erhaschte,
nur um zu erfahren, daß - wenn du ihm folgtest und ihn zu erreichen
suchtest - er dir entglitt und nur eine Luftspiegelung in der Wüste
war.
Zu dir spreche Ich, der du dachtest, du hättest die Wahrheit bei
irgendeinem großen Lehrer gefunden, der vielleicht das anerkannte
Haupt einer Gemeinschaft, Bruderschaft oder Religion war. Er schien
dir ein „Meister” zu sein, so erstaunlich waren die Weisheit, die er
lehrte, und die Werke, die er vollbrachte. Das geschah dir, damit du
später zu der Erkenntnis erwachtest, daß jener „Meister” auch nur
eine menschliche Persönlichkeit war mit Fehlern und Schwächen, mit
geheimen Sünden, ebenso wie du, selbst wenn diese Persönlichkeit
ein Kanal gewesen sein mag, durch den viele eindrucksvolle Lehren
verkündet wurden, die dir als höchste „Wahrheit” erschienen.
Und hier stehst du, du müde, ausgehungerte Seele, und weißt
nicht, wohin du dich wenden sollst.
Zu dir komme Ich.
Ebenso zu dir, der du begonnen hast, die Gegenwart der Wahrheit
in deiner Seele zu fühlen, und der du die Bestätigung dessen suchst,
was in dir seit einiger Zeit vage um lebendigen Ausdruck ringt.
Ja, zu euch allen, die nach dem wahren „Brot des Lebens”
hungern, komme Ich. Bist du bereit, daran teilzunehmen?
Wenn ja, erhebe dich, richte dich auf, beruhige dein menschliches
Gemüt und folge genau meinem hier gesprochenen Wort. Oder du
wirst dich noch einmal mehr enttäuscht abwenden, immer noch mit
dem nagenden Hunger in deinem Herzen.
ICH! - wer bin Ich?
Ich, der mit solch offensichtlicher Kenntnis und Autorität spricht?
Höre: ICH bin DU, der Teil von dir, der IST und WEISS.
Der alles weiß und immer wußte und immer war.
Ja, ICH bin DU, dein SELBST, der Teil von dir, der ICH BIN sagt
und ICH BIN ist. Dieser transzendente, innerste Teil von dir, der sich
im Inneren regt, während du liest, der auf dieses mein Wort
antwortet, der seine Wahrheit versteht, der alle Wahrheit erkennt und
allen Irrtum ablegt, wo er ihn auch findet, - nicht jener Teil, der alle
diese Jahre vom Irrtum genährt wurde. Denn ICH bin dein wahrer
Lehrer, der einzig wirkliche, den du je kennen wirst, und der einzige
Meister.
ICH, DEIN göttliches SELBST.
ICH, dein ICH BIN, bringe dir hier meine Botschaft, mein
lebendiges Wort, wie Ich dir alles im Leben gebracht habe, sei es Buch
oder „Meister”, um dich zu lehren, daß ICH, und allein ICH, dein
eigenes wahres Selbst, der Lehrer für dich bin, der einzige Lehrer und
der einzige Gott, der dich versorgt und immer versorgt hat, nicht nur
mit dem Brot und Wein des Lebens, sondern mit allem, was du im
Physischen, Mentalen und Geistigen zu Wachstum und Erhaltung
brauchtest.
Darum ist das, was dich anspricht, während du liest, meine
Botschaft, von innen her zu deinem äußeren menschlichen
Bewußtsein gesprochen. Es ist nur eine Bestätigung dessen, was dein
ICH BIN im Inneren immer wußte, aber deinem äußeren Bewußtsein
noch nicht in deutliche, greifbare Ausdrücke übertragen hatte.
Ebenso war alles, was von irgendeinem äußeren Ausdruck kam
und dich je ansprach, nur die Bestätigung meines schon im Inneren
gesprochenen Wortes. Der äußere Ausdruck war der Weg oder das
Mittel, das Ich jeweils wählte, um dein menschliches oder
Selbstbewußtsein zu erreichen und zu beeindrucken.
Ich bin nicht dein menschliches Gemüt, noch sein Kind, der
Intellekt. Sie sind nur der Ausdruck deines Wesens, wie du der
Ausdruck meines Wesens bist; sie sind nur Phasen deiner
menschlichen Persönlichkeit, wie du eine Phase meiner göttlichen
Unpersönlichkeit bist. Erwäge und erforsche diese Worte sorgfältig.
Erhebe dich und befreie dich jetzt und für immer von der
Herrschaft deiner Persönlichkeit mit ihrem aufgeblasenen und
selbstverherrlichenden Denken und Intellekt. Denn dein Denken muß
von jetzt an dein Diener sein und der Intellekt dein Sklave, wenn mein
Wort dein Seelen-Bewußtsein durchdringen soll.
Jetzt komme Ich zu deinem Seelen-Bewußtsein, das Ich belebt
habe, um dich für den Empfang meines Wortes besonders
vorzubereiten.
Nun, wenn du stark genug bist, es zu ertragen, wenn du alle deine
privaten persönlichen Fantasien, Glaubensvorstellungen und
Meinungen beiseitelegen kannst, die nur der Abfall sind, den du von
den Schutthalden anderer gesammelt hast, wenn du stark genug
bist, sie alle fortzuwerfen - dann wird mein Wort für dich eine Quelle
nie endender Freude und des Segens sein.
Sei darauf vorbereitet, daß deine Persönlichkeit, während du liest,
immer wieder mein Wort bezweifelt. Denn diese ihre Lebensform ist
bedroht, und sie weiß, daß sie nicht leben und gedeihen und
weiterhin dein Denken, dein Fühlen, dein Gehen und Kommen wie
bisher beherrschen kann, wenn du mein Wort ganz in dich aufnimmst
und ihm erlaubst, in dir zu bleiben.
Ja, Ich komme jetzt zu dir, um dir meine Gegenwart bewußt zu
machen. Denn Ich habe auch dein menschliches Gemüt vorbereitet,
so daß es in gewissem Maße meine Bedeutung erfassen kann.
Immer bin Ich in dir gewesen, aber du wußtest es nicht. Ich habe
dich vorsätzlich durch das Gewirr von Büchern und Lehren, von
Religionen und Philosophien geführt. Ich hielt deiner Seele die Vision
des Gelobten Landes immer vor Augen und nährte dich mit dem
Manna der Wüste, damit du dich an das Brot des Geistes erinnern, es
schätzen und dich danach sehnen mögest.
Jetzt habe Ich dich an den Jordan geführt, der dich von deinem
göttlichen Erbe trennt. Nun ist die Zeit für dich gekommen, mich
bewußt zu erkennen. Die Zeit ist für dich gekommen, hinüber nach
Kanaan zu gehen, in das Land mit Milch und Honig.
Bist du bereit?
Willst du gehen?
Dann folge diesem meinem Wort, das die Arche meines Bundes ist,
und du wirst trockenen Fußes hinübergehen.

SEI STILL UND WISSE
II.
Damit du lernen kannst, mich zu erkennen, so daß du sicher sein
kannst, ICH bin es, dein eigenes wahres Selbst, das diese Worte
spricht, mußt du nun zuerst lernen, still zu sein, dein menschliches
Gemüt und deinen Körper und alle ihre Aktivität zu beruhigen, damit
du ihrer nicht mehr bewußt bist.
Noch bist du vielleicht nicht fähig, das zu tun; aber Ich will es dich
lehren, wenn du mich wirklich erkennen willst und bereit bist, es
dadurch zu erproben, daß du mir vertraust und mir in allem
gehorchst, wozu Ich dich jetzt auffordern werde.
Höre!
Versuche dir vorzustellen: das ICH, das durch diese Seiten zu dir
spricht, ist dein höheres oder göttliches Selbst, das deinen
menschlichen Sinn und Intellekt anspricht und berät, die du zur Zeit
noch als eine selbständige Persönlichkeit betrachtest. Dein
menschliches Gemüt ist so beschaffen, daß es nicht etwas annehmen
kann, was nicht mit früher Erfahrenem oder Gelerntem
übereinstimmt und was sein Intellekt nicht als vernünftig betrachtet,
Darum gebrauchst du, wenn du dich an dein Gemüt wenden willst,
solche Begriffe und Ausdrücke, die deinem Intellekt am deutlichsten
die Wahrheiten erklären, die er verstehen muß, bevor das Gemüt zum
Bewußtsein deiner Absicht erwachen kann.
Tatsache ist: dieses ICH bist du selbst, dein wirkliches Selbst. Dein
menschlicher Sinn war bisher von der Aufgabe, seinen Intellekt und
Körper mit aller Art von Selbstliebe zu versorgen, so in Anspruch
genommen, daß er nie Zeit hatte, das wirkliche Du, seinen wahren
Herrn und Meister, kennenzulernen. An den Vergnügungen und
Leiden deines Körpers und Intellekts warst du so interessiert und
davon so eingefangen, daß du fast glaubtest, du wärest dein Intellekt
und Körper, und deshalb hast du mich, dein göttliches Selbst, fast
vergessen.
ICH bin nicht dein Intellekt und Körper, und diese Botschaft soll
dich lehren, daß du und ICH Eines ist. Die Worte, die Ich hier
spreche, und die besondere Bedeutung dieser Belehrungen sollen
dein Bewußtsein zu dieser großen Tatsache erwecken.
Dazu kannst du erst erwachen, wenn du dich von dem Bewußtsein
dieses Körpers und Intellekts, die dich so lange versklavt hielten,
befreien kannst. Du mußt mich in dir fühlen, bevor du wissen kannst:
Ich bin dort.
Damit du dein Gemüt und seine Gedanken, deinen Körper und
seine Empfindungen ganz zu vergessen lernst, so daß du mich in dir
fühlen kannst, ist es notwendig, daß du meine Weisungen
gewissenhaft befolgst.
Sitze still in einer entspannten Haltung, und wenn du völlig ruhig
bist, laß dein Gemüt die Bedeutung folgender Worte in sich
aufnehmen:
„Sei still! - und wisse - ICH bin – GOTT ”.
Ohne zu denken, erlaube meiner göttlichen Führung, deine Seele
tief zu durchdringen. Laß, was immer an Eindrücken dir in den Sinn
kommt, nach Belieben eintreten, - ohne Anstrengung oder
Einmischung von dir. Beachte sorgfältig ihre Bedeutung, denn ICH im
Inneren belehre dich durch diese Eindrücke. Dann, wenn irgendetwas
von ihrer entscheidenden Bedeutung in deinem Bewußtsein zu
dämmern beginnt, sprich diese meine Worte langsam, befehlend zu
jeder Zelle deines Körpers, zu jeder Fähigkeit deines Gemüts, mit aller
bewußten Macht, die du besitzt: „Sei still! - und wisse - ICH bin -
GOTT”.
Sprich sie genau so, wie sie hier geschrieben sind, und versuche
zu erfassen, daß der Gott in dir befiehlt und von dem sterblichen Teil
deines Selbstes unbedingten Gehorsam fordert. Vertiefe dich in diese
Worte, erforsche ihre verborgene Macht.
Brüte darüber, nimm sie mit dir in deine Arbeit, was sie auch sei.
Mache sie zum lebendigen, beherrschenden Faktor in deiner Arbeit, in
all deinen schöpferischen Gedanken.
Sprich sie tausendmal am Tage, bis du meinen tiefsten Sinn ganz
entdeckt hast, bis jede Zelle deines Körpers bei dem Befehl „Sei still!”
in freudiger Antwort erschauert und augenblicklich gehorcht und
jeder abschweifende Gedanke, der dein Gemüt umkreist, ins Nichts
flieht.
Dann, da die Worte in deinem nun leeren Wesen widerhallen, da
die Sonne des Erkennens sich am Horizont deines Bewußtseins zu
erheben beginnt, dann wirst du einen neuartigen, wunderbaren
Atemstrom fühlen, der alle deine sterblichen Glieder so völlig erfüllt,
daß deine Glückseligkeit darüber dich fast zu sprengen scheint. Dann
wird Woge um Woge einer mächtigen, unwiderstehlichen Kraft in dir
aufsteigen und dich beinahe der Erde entheben. Dann wirst du in dir
die Herrlichkeit, die Heiligkeit - die Majestät meiner Gegenwart fühlen
- und dann - dann wirst du WISSEN - ICH bin GOTT.
Du, wenn du mich in solchen Augenblicken so in dir gefühlt hast,
wenn du meine Macht gespürt, meiner Weisheit gelauscht hast und
das Entrücktsein meiner allumfassenden Liebe erlebst - dann kann
dich kein Leid anrühren, kein Umstand schwächen, kein Gegner kann
dich überwinden, denn jetzt weißt du, ICH bin in dir. Künftig wirst du
dich in deiner Not immer an mich wenden, all dein Vertrauen in mich
setzen und mir erlauben, meinen Willen auszuführen.
Wenn du dich in dieser Weise mir zuwendest, wirst du mich
jederzeit als unfehlbare und immergegenwärtige Hilfe in Zeiten der
Not finden; denn Ich will dich mit einer Verwirklichung meiner
Gegenwart und meiner Kraft so erfüllen, daß du nur still zu sein
brauchst und mir erlaubst, zu tun, was du dir auch erwünschst, -
deine Leiden oder die anderer zu heilen, dein Gemüt zu erleuchten,
damit du mit meinen Augen die Wahrheit sehen kannst, die du
suchst, oder die Aufgaben vollkommen zu erfüllen, deren Bewältigung
vorher fast unmöglich erschien.
Diese Erkenntnis, diese Bewußtwerdung wird nicht plötzlich
kommen. Es mag Jahre dauern; es kann morgen geschehen. Es hängt
von niemand anderem ab als von dir. Nicht von deiner Persönlichkeit
mit ihren menschlichen Wünschen und ihrem menschlichen
Verständnis, sondern von deinem ICH BIN - Gott in dir.
Wer ist es, der veranlaßt, daß die Knospe sich zur Blüte öffnet?
Wer veranlaßt das Küken, seine Schale zu durchbrechen?
Wer bestimmt den Tag und die Stunde?
Es ist das bewußte, natürliche Handeln der innewohnenden
Intelligenz, meiner Intelligenz, gelenkt durch meinen Willen, der
meine Idee zur Reife bringt und sie in der Blüte und im Küken
ausdrückt.
Aber hatten die Blüte und das Küken irgendetwas damit zu tun?
Nein, nur daß sie sich mir überließen, das heißt, ihren Willen mit
meinem vereinten und mir und meiner Weisheit erlaubten, die Stunde
und die Reife zum Handeln zu bestimmen; und erst dann, als sie dem
Impuls meines Willens gehorchten, die Anstrengung zu machen,
konnten sie den neuen Lebensabschnitt beginnen.
Mit deiner Persönlichkeit magst du tausendmal versuchen, die
Schale deines menschlichen Bewußtseins zu durchbrechen. Wenn es
überhaupt zu einem Ergebnis kommt, wird es das Zusammenbrechen
der Tore sein, die Ich zwischen der Welt der berührbaren Formen und
dem Reich der unberührbaren Träume vorgesehen habe. Und wenn
das Tor geöffnet ist, kannst du nicht länger ohne viel Verwirrung und
Leiden die Eindringlinge aus deinem privaten Bereich fernhalten.
Aber selbst durch solches Leid kannst du die Stärke gewinnen, die
dir fehlt, und die Weisheit, die du benötigst, um zu erkennen: erst
wenn du jeden Wunsch nach Erkenntnis, nach Güte, ja, nach
Vereinigung mit mir, um dir selbst zu nützen, aufgibst, kannst du
deine Blütenblätter entfalten, und die vollkommene Schönheit meiner
göttlichen Natur wird offenbar. Du kannst die Schale deiner
menschlichen Persönlichkeit abwerfen und vorwärtsschreiten in das
herrliche Licht meines geistigen Reiches.
Daher gebe Ich dir jetzt zu Beginn diese Anleitungen, damit du
erlernen kannst, wie du mich erkennst. Denn Ich verspreche dir hier,
wenn du dem folgst und dich ernstlich bemühst, meine hier
gegebenen Belehrungen zu erfassen und ihnen zu gehorchen, wirst
du mich sehr bald kennen, und Ich will dich die ganze Fülle meines
Wortes verstehen lassen, wo immer es geschrieben ist, in Buch oder
Lehre, in der Natur oder in deinem Mitmenschen.
Wenn vieles, was hier geschrieben ist, sich zu widersprechen
scheint, suche meinen wahren Sinn heraus, bevor du es verwirfst. Gib
keinen einzigen Abschnitt oder irgendeinen Gedanken darin auf, bis
alles, was gesagt ist, klar wird.
Aber in all deinem Suchen und all deinem Bemühen glaube und
vertraue mir, deinem wahren Selbst in dir, und sei um die Ergebnisse
nicht besorgt; denn die Ergebnisse sind alle in meiner Obhut, und Ich
will für sie Sorge tragen. Deine Zweifel und deine Ängste kommen
allein von der Persönlichkeit, und wenn du ihnen erlaubst,
anzudauern, werden sie nur zu Fehlschlag und Enttäuschung führen.
ICH - LEBEN - GOTT
III.
Wenn das, was du gelesen hast, einen Widerhall in dir erweckt hat
und deine Seele nach mehr verlangt, dann bist du bereit für das, was
folgt. Wenn du die scheinbare Anmaßung der hier beschriebenen
göttlichen Autorität noch in Frage stellst oder gegen sie rebellierst,
weil dein Intellekt dir sagt, es sei nur ein neuer Versuch, dein Gemüt
mit listiger Suggestion und scharfsinniger Spitzfindigkeit zu täuschen,
dann wirst du keinen Nutzen von diesen Worten empfangen; denn ihr
Sinn ist bis jetzt vor deinem sterblichen Bewußtsein verborgen, und
mein Wort muß durch andere Mittel des Ausdrucks zu dir kommen.
Es ist gut, wenn deine Persönlichkeit mit ihrem Intellekt dich
drängt, so zu fragen und gegen eine Autorität zu rebellieren, die du
noch nicht als die meine erkennst. In Wirklichkeit veranlasse ICH
deine Persönlichkeit, so zu rebellieren. Denn deine Persönlichkeit mit
ihrem stolzen Sinn für Individualität wird von mir noch benötigt, um
ein Gemüt und einen Körper zu entwickeln, die stark genug sind,
damit sie mich vollkommen ausdrücken können. Ehe du nicht
zubereitet worden bist, mich zu erkennen, ist es für deine
Persönlichkeit nur natürlich, so zu zweifeln und zu rebellieren. In
dem Augenblick, da du meine Autorität anerkennst, hat die
Unterminierung der Autorität der Persönlichkeit begonnen. Die Tage
ihrer Herrschaft sind gezählt, und du wirst dich mehr und mehr um
Hilfe und Führung an mich wenden.
Darum sei unbeirrt. Lies weiter, und möglicherweise wird die
Erkenntnis kommen. Aber wisse: du kannst wählen, zu lesen oder
nicht zu lesen. Doch wie du auch wählst, in Wirklichkeit wähle ICH
und nicht du.
Für dich, der sich scheinbar entscheidet, nicht weiterzulesen, habe
Ich Pläne, und zur rechten Zeit wirst du begreifen, daß bei allem, was
du tust oder möchtest oder wünschst, Ich es bin, der dich durch alle
Irrtümer und Illusionen der Persönlichkeit führt, damit du dir
schließlich ihrer Unwirklichkeit bewußt wirst und dich dann mir
zuwendest als der einen und einzigen Wirklichkeit. Dann werden
diese Worte einen Widerhall in dir finden: „Sei still! - und wisse - ICH
bin - GOTT”.
Ja, Ich bin dieses Allerinnerste in dir, das ruhig wartet und
beobachtet, weder Zeit noch Raum kennend. Denn Ich bin das Ewige
und fülle allen Raum.
Ich wache und warte, bis du mit deinen kleinen menschlichen
Torheiten und Schwächen, mit deinen nichtigen Sehnsüchten,
Bestrebungen und Klagen fertig geworden bist; denn Ich weiß, das
wird zur rechten Zeit kommen. Dann wirst du dich mir zuwenden,
müde, entmutigt, leer und demütig, und wirst mich bitten, die
Führung zu übernehmen, ohne zu wissen, daß Ich dich immer
geführt habe.
Ich warte hier in dir ruhig darauf. Doch während des Wartens
leitete tatsächlich Ich alle deine Wege, inspirierte Ich alle deine
Gedanken und Handlungen, indem Ich sie alle unpersönlich so nutzte
und handhabte, daß sie schließlich dich und meine anderen
menschlichen Ausdrücke zu einer endgültigen, bewußten
Anerkennung von mir bringen.
Ich bin immer in dir gewesen, tief in deinem Herzen. In allem bin
Ich mit dir gewesen, in deinen Freuden und Leiden, deinen Erfolgen
und Fehlern, in deinem Böses-Tun, deiner Scham, in deinem Frevel
gegen deinen Bruder und gegen Gott, - wie du meintest. Ob du
geradeaus schrittest, seitwärts abirrtest oder rückwärts gingst - Ich
war es, der dich hindurchbrachte. Ich war es, der dich in der
Dunkelheit vorwärtsdrängte durch den Schimmer von mir.
Ich war es, der dich lockte durch eine Vision von mir in
irgendeinem bezaubernden Antlitz oder einem schönen Körper, in
einem berauschenden Genuß oder einem übermächtigen Ehrgeiz.
Ich war es, der dir im Gewand der Sünde oder Schwäche erschien,
der Gier oder Sophisterei, und der dich zurücktrieb in die Arme des
Gewissens, um dich in seinem schemenhaften Griff zappeln zu lassen,
bis du seine Machtlosigkeit erkanntest, dich voll Abscheu erhobst und
in der Inspiration einer neuen Sicht meine Maske abrissest.
Ja, Ich veranlasse dich, alle Dinge zu tun, und wenn du es
verstehen kannst: Ich bin es, der alles tut, was du tust, und alles, was
dein Bruder tut. Denn das in dir und in ihm, das IST, bin ICH, mein
Selbst. Denn ICH BIN LEBEN.
Ich bin das, was deinen Körper belebt, die Ursache, daß dein
Verstand denkt, dein Herz schlägt.
Ich bin das Allerinnerste, der Geist, die belebende Ursache deines
Seins, allen Lebens, alles Lebendigen, des Sichtbaren wie des
Unsichtbaren. Es gibt nichts Totes, denn ICH, der unpersönliche
Eine, bin alles, was IST. Ich bin unendlich und absolut
uneingeschränkt. Das Universum ist mein Körper; alle Intelligenz, die
es gibt, entspringt meinem Geist; alle Liebe, die ist, strömt aus
meinem Herzen; alle Macht, die es gibt, ist nur mein Wille in Aktion.
Die dreifältige Kraft, die sich als alle Weisheit, alle Liebe, alle
Macht oder, wenn du willst, als Licht, Wärme und Energie
manifestiert - die alle Formen zusammenhält und hinter und in allen
Ausdrücken und Phasen des Lebens ist, - diese dreifältige Kraft ist
nur die Manifestation meines Selbstes in Tätigkeit oder im Zustand
des Seins.
Nichts kann SEIN, ohne irgendeine Phase von MIR zu
manifestieren und auszudrücken, der Ich nicht nur der Bildner aller
Formen bin, sondern auch einer jeden Form innewohne. Im Inneren
einer jeden wohne Ich, im Inneren des Menschen, des Tieres, der
Blume, des Steines. Im Inneren von jedem lebe und bewege Ich mich
und habe mein Sein, und aus dem Inneren eines jeden sende Ich jene
Phase von mir aus, die Ich auszudrücken wünsche und die sich in der
sichtbaren Welt als ein Stein, eine Blume, ein Tier, ein Mensch
darstellt.
„Gibt es also nichts als dieses große ICH? Ist es mir nicht erlaubt,
eine Individualität für mich selbst zu sein?” höre Ich dich fragen.
Nein, es gibt nichts, absolut nichts, was nicht ein Teil von mir ist,
ewig gesteuert und geführt von mir, der einen unendlichen
Wirklichkeit. Deine sogenannte Individualität - sie ist nichts als deine
Persönlichkeit, die noch eine selbständige Existenz festzuhalten
sucht.
Bald wirst du erkennen, es gibt keine Individualität getrennt von
meiner Individualität, und alle Persönlichkeit wird in meiner
göttlichen Unpersönlichkeit aufgehen. Ja, du wirst bald jenen
Zustand des Bewußtwerdens erreichen, in dem du einen Schimmer
meiner Unpersönlichkeit wahrnimmst. Dann wirst du keine
Individualität, keine Trennung für dich wünschen; denn du wirst
einsehen, daß dies nur wieder eine Illusion der Persönlichkeit ist.
BEWUSSTSEIN - INTELLIGENZ – WILLE
IV.
Ja, Ich kenne die vielen wechselnden Gedanken, durch die dein
Gemüt während des Lesens bedrängt worden ist - die Zweifel und
begierigen Fragen, die unbestimmte Furcht, die sich unmerklich in
die zunehmende Hoffnung wandelte, daß dieser Schimmer meiner
Absicht, der begonnen hat, die Dunkelheit deines menschlichen
Intellekts zu durchdringen, heller scheine, damit du die Wahrheit klar
erkennen kannst, die du instinktiv hinter meinen Worten verborgen
fühlst.
Wieder sage Ich: dieses ICH BIN, das hier spricht, ist dein
wirkliches Selbst, und du mußt beim Lesen dieser Worte erkennen, -
DU bist es, dein eigenes Selbst, das diese Worte zu deinem
menschlichen Bewußtsein spricht, damit du ihren Sinn völlig
verstehst.
Ebenso wiederhole Ich: dieses selbe ICH BIN, das Leben und Geist
ist, belebt alles Lebendige im Universum, vom winzigsten Atom bis zur
größten Sonne; dieses ICH BIN ist die Intelligenz in dir und in deinem
Bruder und deiner Schwester; und es ist ebenso die Intelligenz, die
bewirkt, daß alles lebt und wächst und zu dem wird, was seine
Bestimmung ist.
Vielleicht kannst du noch nicht verstehen, wie dieses ICH BIN
zugleich dein ICH BIN und das ICH BIN deines Bruders sein kann
und auch die Intelligenz des Steines, der Pflanze und des Tieres.
Du wirst dies jedoch erkennen, wenn du meinen Worten folgst und
den hier gegebenen Anweisungen gehorchst; denn bald will Ich
deinem Bewußtsein ein Licht bringen, das die tiefsten Tiefen deines
Gemüts erleuchten und alle Wolken menschlicher Mißverständnisse,
Ideen und Meinungen, die jetzt deinen Intellekt verdunkeln,
vertreiben wird - wenn du weiterliest und dich ernstlich bemühst,
meine Absicht zu verstehen.
So höre aufmerksam zu: ICH bin DU, dein wirkliches Selbst, alles,
was du wirklich bist. Was du zu sein denkst, bist du nicht. Das ist
nur eine Illusion, ein Schatten des wirklichen DU, das ICH ist, dein
unsterbliches, göttliches Selbst.
Ich bin der Brennpunkt des Bewußtseins in deinem menschlichen
Gemüt, der sich selbst ICH nennt. Ich bin dieses ICH; aber das, was
du dein Bewußtsein nennst, ist in Wirklichkeit mein Bewußtsein, das
sich der Aufnahmefähigkeit deines menschlichen Gemüts anpaßt.
Doch es ist mein Bewußtsein, und wenn du aus deinem Verstand alle
menschlichen Mißverständnisse, Ideen und Meinungen vertreiben
und ihn reinigen und gänzlich leer werden lassen kannst, so daß
mein Bewußtsein eine Möglichkeit haben kann, sich frei
auszudrücken, dann wirst du mich erkennen und wirst wissen, daß
du nichts bist - nur ein Brennpunkt meines Bewußtseins, ein Weg
oder Mittel, durch das Ich meine Absicht im Materiellen ausdrücken
kann.
Vielleicht kannst du das noch nicht sehen und natürlich nicht
glauben, ehe Ich dein Gemüt dadurch völlig zubereite, daß Ich deinen
Intellekt von dieser Wahrheit überzeuge.
Dir ist gesagt worden, daß jede Zelle deines Körpers ein eigenes
Bewußtsein und eine eigene Intelligenz hat. Hätte sie dieses
Bewußtsein nicht, könnte sie ihre Arbeit nicht so intelligent
ausführen, wie sie es tut.
Jede Zelle ist von Millionen anderer Zellen umgeben, von denen
jede ihre Arbeit intelligent ausführt, und jede wird offenbar von dem
gemeinsamen Bewußtsein aller dieser Zellen gesteuert. Sie bilden eine
Gruppen-Intelligenz, die diese Arbeit leitet und kontrolliert. Diese
Gruppen-Intelligenz ist offenbar die Intelligenz des Organs, das diese
Zellen in sich faßt. Ebenso gibt es andere Gruppen-Intelligenzen in
anderen Organen; jedes von ihnen enthält Millionen anderer Zellen,
und alle diese Organe bilden deinen physischen Körper.
Nun weißt du, daß DU die Intelligenz bist, die die Arbeit der
Organe deines Körpers steuert, ob bewußt oder unbewußt, und daß
jede Zelle von jedem Organ wirklich ein Brennpunkt dieser führenden
Intelligenz ist und daß, wenn diese Intelligenz zurückgezogen wird, die
Zellen auseinanderfallen, dein physischer Körper stirbt und nicht
mehr als ein lebendiger Organismus besteht.
Wer ist dieses DU, das die Funktionen deiner Organe leitet und
kontrolliert und demzufolge jede einzelne Zelle, aus denen sie gebildet
sind?
Du kannst nicht sagen, dein menschliches oder persönliches
Selbst vollbringt dies, denn du aus dir selbst kannst die Funktion von
kaum einem einzigen Organ deines Körpers bewußt steuern. Also
muß es dieses unpersönliche ICH BIN sein, das DU ist und das
dennoch nicht du bist.
Höre!
DU, das ICH BIN, stehst zu mir im gleichen Verhältnis, wie das
Zell-Bewußtsein deines Körpers zu deinem ICH BIN-Bewußtsein steht.
Du bist sozusagen eine Zelle meines Körpers, und dein Bewußtsein
(als eine meiner Zellen) steht zu mir im gleichen Verhältnis wie das
Bewußtsein einer deiner Körperzellen zu dir.
Darum muß das Bewußtsein deiner Körperzelle mein Bewußtsein
sein, ebenso wie dein Bewußtsein mein Bewußtsein ist. und darum
müssen wir Eines sein im Bewußtsein - die Zelle, Du und Ich.
Du kannst jetzt nicht eine einzige Zelle deines Körpers bewußt
leiten oder kontrollieren; aber wenn du nach Belieben in das
Bewußtsein deines ICH BIN eintreten kannst und seine Identität mit
mir erkennst, dann kannst du nicht nur jede Zelle deines Körpers
steuern, sondern auch die eines jeden anderen Körpers, die du
steuern möchtest.
Was geschieht, wenn dein Bewußtsein die Zellen deines Körpers
nicht länger steuert? Der Körper löst sich auf, die Zellen trennen sich,
und ihre Arbeit ist zunächst beendet. Aber sterben die Zellen oder
verlieren sie das Bewußtsein? Nein, sie schlafen nur oder ruhen eine
Weile. Nach einiger Zeit vereinigen sie sich mit anderen Zellen und
bilden neue Verbindungen. Früher oder später erscheinen sie in
anderen Manifestationen des Lebens - vielleicht im Mineral, vielleicht
in der Pflanze, vielleicht im Tier, und es zeigt sich, daß sie ihr
ursprüngliches Bewußtsein noch beibehalten und nur den Impuls
meines Willens erwarten, sich zu einem neuen Organismus zu
vereinigen, um die Arbeit eines neuen Bewußtseins zu tun, durch das
Ich mich auszudrücken wünsche.
Ist dann dieses Zell-Bewußtsein offensichtlich ein allen Körpern
gemeinsames Bewußtsein - dem Mineral, der Pflanze, dem Tier, dem
Menschen -, und ist jede Zelle wohl durch Erfahrung für eine gewisse
generelle Art von Arbeit geeignet?
Ja, dieses Zell-Bewußtsein ist allen Zellen in allen Körpern - ganz
gleich welcher Art - gemeinsam, weil es ein unpersönliches
Bewußtsein ist, das keinen anderen Zweck hat, als die ihm zugeteilte
Arbeit auszuführen. Es lebt nur, um zu arbeiten, wo immer es
gebraucht wird. Wenn die Gestaltung einer Form abgeschlossen ist,
beginnt es eine andere zu bilden, unter welchem Bewußtsein Ich
seinen Dienst auch wünsche.
So ist es auch mit dir. Du als eine Zelle meines Körpers hast ein
Bewußtsein, das mein Bewußtsein ist, eine Intelligenz, die meine
Intelligenz ist, sogar einen Willen, der mein Wille ist. Du hast keines
von diesen für dich selbst oder aus dir selbst. Sie sind alle mein und
nur für meinen Gebrauch. Mein Bewußtsein, meine Intelligenz und
mein Wille sind vollkommen unpersönlich. Deshalb sind sie dieselben
in dir und in allen Zellen meines Körpers, ebenso wie in allen Zellen
deines Körpers.
ICH BIN, und da Ich ganz unpersönlich bin, müssen mein
Bewußtsein, meine Intelligenz und mein Wille, die in dir und in den
anderen Zellen meines Körpers arbeiten und das ICH BIN von dir und
von ihnen bilden, unpersönlich arbeiten - geradeso wie sie in den
Zellen deines Körpers unpersönlich arbeiten. Darum ist ICH und das
ICH BIN von dir und von deinem Bruder und das Bewußtsein und die
Intelligenz aller Zellen in allen Körpern EINES.
ICH BIN die leitende Intelligenz von allem, der belebende Geist, das
Leben, das Bewußtsein aller Materie, aller Substanz.
Du siehst also: DU - das wirkliche DU, das unpersönliche DU -
bist in allem und bist eines mit allem, bist in mir und eins mit mir,
geradeso wie Ich in dir bin und in allem und dadurch meine
Wirklichkeit durch dich und durch alles ausdrücke.
Dieser Wille - du nennst ihn deinen Willen - gehört ebenso wenig
dir persönlich, wie dieses Bewußtsein und diese Intelligenz deines
Verstandes und der Zellen deines Körpers dir gehören.
Nur einen kleinen Teil meines Willens überlasse Ich dem
persönlichen Du zum Gebrauch. In gleichem Maße, wie du zur
Erkenntnis einer gewissen Kraft oder Fähigkeit in dir erwachst und
sie bewußt zu gebrauchen beginnst, erlaube Ich dir, entsprechend
mehr von meiner unendlichen Macht zu gebrauchen.
Alle Macht ist nur so weit anwendbar, wie der Gebrauch meines
Willens erkannt und verstanden wird.
Dein Wille und alle deine Kräfte sind nur Phasen meines Willens,
die Ich dir gebe entsprechend deiner Fähigkeit, sie zu gebrauchen.
Würde Ich dir die volle Macht meines Willens anvertrauen, bevor du
sie bewußt zu gebrauchen verstündest, würde sie deinen Körper
gänzlich vernichten.
Um deine Kraft zu testen und häufiger noch, um dir zu zeigen, was
der Mißbrauch meiner Macht für dich bewirkt, erlaube Ich dir,
zeitweise eine sogenannte Sünde zu begehen oder einen Fehler zu
machen. Ich erlaube dir sogar, aufgeblasenen Sinnes zu werden in
dem Gefühl meiner Gegenwart in dir, wenn es sich als Bewußtsein
meiner Macht, meiner Intelligenz, meiner Liebe ausdrückt. Ich lasse
es zu, daß du sie nimmst und für deine persönlichen Zwecke
gebrauchst. Aber nicht lange; denn da du nicht stark genug bist, sie
zu steuern, verlierst du bald die Gewalt über sie, sie jagen mit dir
davon, werfen dich in den Sumpf und verschwinden vorläufig aus
deinem Bewußtsein.
Immer bin Ich da, um dich nach dem Fall aufzuheben, obwohl du
es zu dieser Zeit nicht weißt. Zuerst richte Ich dich auf und schicke
dich dann wieder auf den Weg dadurch, daß Ich dir die Ursache
deines Fallens zeige. Schließlich, wenn du genügend gedemütigt bist,
bringe Ich dich zu der Erkenntnis, daß du diese Kräfte, die dir durch
den bewußten Gebrauch meines Willens, meiner Intelligenz und
meiner Liebe erwachsen, nur für meinen Dienst benutzen darfst und
ganz und gar nicht für deine eigenen persönlichen Zwecke.
Maßen sich die Zellen deines Körpers, die Muskeln deines Armes
an, zu denken, sie hätten einen von deinem Willen getrennten Willen
oder eine von deiner Intelligenz getrennte Intelligenz? Nein, sie kennen
nur deine Intelligenz, nur deinen Willen.
Nach einiger Zeit wirst du erkennen: du bist nur eine der Zellen
meines Körpers, und dein Wille ist nicht dein, sondern mein Wille,
und welches Bewußtsein und welche Intelligenz du auch hast - sie
sind völlig mein. Du wirst erkennen: dich als Person gibt es nicht,
denn du persönlich bist nur eine physische Form mit einem
menschlichen Gehirn, die Ich erschuf, um eine Idee im Materiellen
auzudrücken, von der Ich eine bestimmte Phase nur in dieser
besonderen Form am besten ausdrücken konnte.
Es mag jetzt schwer für dich sein, das alles anzunehmen, und
vielleicht protestierst du sehr heftig: „Das kann nicht sein” - und jeder
Instinkt deiner Natur rebelliert dagegen, sich einer unsichtbaren und
unbekannten Macht so zu fügen und zu unterwerfen - sei sie auch
unpersönlich oder göttlich.
Fürchte dich nicht, nur deine Persönlichkeit lehnt sich so auf.
Wenn du weiterhin meinen Worten folgst und sie sorgfältig
überdenkst, wird bald alles klar werden, und Ich werde deinem
inneren Verständnis viele wundervolle Wahrheiten erschließen, die
jetzt unmöglich für dich zu verstehen sind. Deine Seele wird jauchzen
und frohes Lob singen, und du wirst diese Worte segnen um der
Botschaft willen, die sie dir bringen.
DER SCHLÜSSEL
V.
Jetzt erkennst du vielleicht ICH BIN noch nicht einmal oder
glaubst nicht, daß ICH wirklich Du bin und daß ICH ebenso dein
Bruder und deine Schwester bin und ihr alle Teile von mir und Eines
mit mir seid.
Du kannst vielleicht nicht erkennen, daß deine Seele und die
deines Bruders und deiner Schwester, der einzig wirkliche und
unvergängliche Teil des sterblichen Du, nur verschiedene Ausdrucks-
Phasen von mir sind in dem, was Natur genannt wird.
Ebenso kannst du vielleicht nicht erkennen, daß du und deine
Brüder und Schwestern Phasen oder Eigenschaften meines göttlichen
Wesens sind, genauso wie deine menschliche Persönlichkeit mit ihrem
sterblichen Körper, Gemüt und Intellekt eine Phase deines
menschlichen Wesens ist.
Nein, du erfaßt dies noch nicht; dennoch spreche Ich jetzt davon,
damit du die Zeichen beachten kannst, wenn sie in deinem
Bewußtsein zu erscheinen beginnen, wie es sicher geschieht.
Um diese Zeichen zu erkennen, muß alles jetzt Folgende sorgfältig
betrachtet und bedacht werden und sollte nicht übergangen werden,
bis meine Absicht wenigstens bis zu einem gewissen Grad erfaßt
worden ist.
Wenn du einmal das Prinzip, das Ich hier darlege, völlig verstehst,
wird meine ganze Botschaft klar und verständlich werden.
Zuerst gebe Ich dir den Schlüssel, der jedes Mysterium erschließen
wird, das jetzt das Geheimnis meines Seins vor dir verbirgt. Verstehst
du diesen Schlüssel erst einmal zu gebrauchen, wird er die Tür zu
aller Weisheit und aller Macht im Himmel und auf Erden öffnen. Ja,
er wird das Tor zum Reich des Geistes öffnen, und dann mußt du nur
eintreten, um bewußt mit mir Eins zu werden.
Dieser Schlüssel ist:
DENKEN IST ERSCHAFFEN
oder: Wie du in deinem Herzen denkst, so ist es mit dir. Halte ein
und meditiere darüber, damit es sich deinem Denken fest einpräge.
Ein Denker ist ein Schöpfer.
Ein Denker lebt in der Welt seiner eigenen bewußten Schöpfung.
Wenn du erst weißt, wie zu denken, kannst du willentlich alles
erschaffen, was du wünschst - sei es eine neue Persönlichkeit, eine
neue Umgebung oder eine neue Welt. Laß uns sehen, ob du nicht
einige Wahrheiten erfassen kannst, die dieser Schlüssel verbirgt und
beherrscht.
Dir wurde gezeigt, wie alles Bewußtsein Eines ist und wie es alles
mein Bewußtsein ist und doch auch deines und ebenso das des
Tieres, der Pflanze, des Steines und der unsichtbaren Zelle.
Du hast gesehen, wie dieses Bewußtsein durch meinen Willen
gelenkt wird, der die unsichtbaren Zellen veranlaßt, sich zu vereinigen
und die mannigfaltigen Organismen zu formen für den Ausdruck und
Gebrauch der verschiedenen Intelligenz-Zentren, durch die Ich mich
auszudrücken wünsche.
Aber du kannst noch nicht verstehen, wie du das Bewußtsein der
Zellen deines eigenen Körpers leiten und kontrollieren kannst, ganz
zu schweigen von dem anderer Körper, auch wenn du und Ich und sie
alle in Bewußtsein und Intelligenz eins sind.
Dadurch jedoch, daß du dem Folgenden besondere
Aufmerksamkeit schenkst, wirst du dies bald verstehen können.
Hast du dir je die Mühe gemacht, zu ergründen, was Bewußtsein
ist? Wie es ein unpersönlicher Zustand des Wahrnehmens zu sein
scheint, des Wartens, um zu dienen oder gelenkt oder benutzt zu
werden von irgendeiner Macht, die latent im Bewußtsein liegt und
ihm zutiefst eigen ist?
Wie der Mensch nur der höchste Typ von Organismus zu sein
scheint, der dieses Bewußtsein enthält, das durch diese in ihm selbst
liegende Macht geleitet und benutzt wird? Daß diese Macht - latent in
des Menschen Bewußtsein und in allem Bewußtsein - nur Wille ist,
mein Wille? Denn du weißt, daß alle Macht nur die Manifestation
meines Willens ist.
Dir ist gesagt worden, daß Ich im Anfang den Menschen zu
„meinem Bild und mir gleich” erschuf; dann blies Ich den Atem des
Lebens in ihn, und er wurde eine lebendige Seele.
Ich erschuf den Menschen zu meinem Bild und mir gleich und
damit einen Organismus, fähig, mein ganzes Bewußtsein und meinen
ganzen Willen auszudrücken, - das bedeutet ebenso: alle meine
Macht, meine Intelligenz und meine Liebe. Darum machte Ich diesen
Organismus im Anfang vollkommen, ihn nach meiner eigenen
Vollkommenheit gestaltend.
Als Ich in des Menschen Organismus meinen Atem blies, wurde er
mit mir lebendig; denn also war es: Ich blies in ihn meinen Willen
nicht von außen, sondern von innen - aus dem inneren Reich des
Geistes, wo Ich immer bin. Von nun an atmete und lebte Ich und
hatte mein Sein im Inneren des Menschen, denn allein für diesen
Zweck erschuf Ich ihn zu meinem Ebenbild und mir gleich.
Der Beweis dafür ist: der Mensch atmet nicht aus sich selbst und
kann es nicht. Etwas weit Größeres als sein bewußtes natürliches
Selbst lebt in seinem Körper und atmet durch seine Lungen. Eine
mächtige Kraft in seinem Körper gebraucht so die Lungen; ebenso
benutzt sie das Herz, um das lebenenthaltende Blut zu zwingen,
durch die Lungen in jede Zelle des Körpers einzudringen. Sie benutzt
den Magen und andere Organe, um Speisen zu verdauen und zu
assimilieren, um Blut, Gewebe, Haar und Knochen zu bilden. So
gebraucht sie das Gehirn, die Zunge, die Hände und Füße, um zu
denken, zu sprechen und all das zu tun, was der Mensch tut.
Diese Kraft ist mein Wille, im Menschen zu sein und zu leben.
Darum - was der Mensch auch immer, ist, bin Ich, was der Mensch
auch tut oder du tust, tue Ich; und was du auch immer sagst oder
denkst, das sage oder denke Ich durch deinen Organismus.
Dir wurde auch gesagt, als der Mensch so von meinem Atem in
Besitz genommen wurde, wurde ihm die Herrschaft über alle Bereiche
der Erde gegeben. Das bedeutet: er wurde zum Herrn gemacht über
die Erde, das Meer, die Luft und die Äther,- und alle Wesen, die in
diesen Reichen lebten, erwiesen ihm Ehre und waren seinem Willen
untertan.
Dies war natürlich so; denn Ich in des Menschen Bewußtsein und
in allem Bewußtsein manifestiere immer meinen Willen; und Ich, der
Herr und Regent in des Menschen Organismus, bin ebenso Herr und
Regent aller Organismen, in denen Bewußtsein wohnt. Da alles
Bewußtsein mein Bewußtsein ist und da es überall wohnt, wo Leben
ist, und weil es keine Substanz gibt, in der kein Leben ist, muß
folglich mein Bewußtsein in allem sein - in der Erde, im Wasser, in
der Luft und im Feuer; und darum muß es allen Raum füllen.
Tatsächlich ist es Raum oder was der Mensch Raum nennt.
Also muß mein Wille - da er die latente Macht in allem Bewußtsein
ist - überall hinreichen. Darum muß des Menschen Wille, der nur ein
Brennpunkt meines Willens ist, auch überall hinreichen. Folglich ist
das Bewußtsein aller Organismen, einschließlich seines eigenen,
unter des Menschen Leitung und Kontrolle.
Er braucht dies nur bewußt zu verwirklichen - zu verwirklichen,
daß ICH, das unpersönliche Selbst in ihm, unaufhörlich das
Bewußtsein aller Organismen jeden Augenblick an jedem Tag seines
Lebens leite, kontrolliere und benutze.
Das tue Ich über und durch sein Denken.
Ich tue es mit und durch des Menschen Organismus. Der Mensch
denkt, er denke. Aber ich bin es - sein wirkliches ICH -, der durch
seinen Organismus denkt. Durch dieses Denken und sein
gesprochenes Wort führe Ich alles aus, was der Mensch tut, und
mache den Menschen und seine Welt ganz zu dem, was sie sind.
Es ist nicht von Bedeutung, wenn der Mensch und seine Welt
nicht das sind, wofür er sie hält. Sie sind genau das, wozu Ich sie für
meinen Zweck erschuf.
„Aber wenn 'ICH' alles denkt, denkt der Mensch nicht und kann es
nicht”, höre Ich dich sagen. Ja, hier scheint ein Geheimnis zu sein;
aber es wird dir enthüllt werden, wenn du das Folgende sorgfältig
beachtest. Denn jetzt werde Ich dich - Mensch - lehren, wie du
denken sollst.
DENKEN UND ERSCHAFFEN
VI.
Ich habe gesagt, daß der Mensch nicht denkt, daß Ich in ihm es
bin, der sein Denken denkt.
Ich habe auch gesagt, der Mensch denkt, er denke.
Da dies ein scheinbarer Widerspruch ist, muß Ich dir jetzt zeigen,
daß der Mensch im allgemeinen nicht denkt, so wenig er sonst
irgendetwas tut, was er zu tun glaubt.
Denn Ich in ihm tue alles, was er tut; aber Ich tue es
notwendigerweise durch seinen Organismus, durch seine
Persönlichkeit, seinen Körper, sein Gemüt und seine Seele.
Ich will aufzeigen, wie das sein kann.
Versuche zuerst dir vorzustellen, daß Ich dich als mein Bild und
mir gleich erschuf und daß Ich mein Wesen in dir habe. Selbst wenn
du dies jetzt noch nicht weißt und wenn du glaubst, daß Ich, Gott,
irgendwo außerhalb bin und daß wir getrennt sind, versuche
zunächst dir vorzustellen, daß Ich in dir bin.
Danach stelle dir vor, daß das, was du tust, wenn du denkst, nicht
wirkliches Denken ist, weil es kein bewußtes Denken ist; denn du bist
dir meiner nicht bewußt, des Inspirators und Leiters von jeder Idee
und von jedem Gedanken, die in dein Gemüt gelangen.
Dann erkenne: weil Ich in dir bin und du mein Bild und mir gleich
bist und darum alle meine Fähigkeiten besitzt, hast du die Macht des
Denkens. Aber da du dir nicht bewußt bist, daß Denken Erschaffen
ist und daß es eine meiner göttlichen Kräfte ist, die du anwendest,
hast du zwar dein Leben lang gedacht, aber es ist alles ein Fehl-
Denken gewesen oder, was du irriges Denken nennen würdest.
Und dieses irrige Denken, dieses Nichtwissen, daß es meine Kraft
ist, die du also falsch angewendet hast, hat dich im Bewußtsein
weiter und weiter von mir entfernt; dabei erfülltest du jedoch all die
Zeit meinen Plan, was dir später offenbar werden wird.
Der Beweis dafür ist: du denkst, daß du von mir getrennt bist, daß
du in einer materiellen Welt lebst, daß dein physischer Körper Freude
und Schmerz erzeugt und beherbergt und daß ein böser Einfluß,
genannt Teufel, sich, meinem Willen entgegenstellend, in der Welt
manifestiert.
Ja, du denkst, alle diese Dinge sind so. Sie sind es - für dich; denn
dem sterblichen Bewußtsein des Menschen ist alles, was ist, so, wie
er es denkt oder glaubt.
Auf diese Weise habe Ich bewirkt, daß alles sich dem Menschen so
darstellt, wie er es sich denkt. Auch dies geschieht, um meinem Plan
zu entsprechen und das Gesetz des Erschaffens zu erfüllen.
Laß uns sehen, ob das wahr ist.
Wenn du glaubst, etwas ist so, ist es dann nicht wirklich so - für
dich?
Ist es nicht wahr, daß etwas - Sünde oder sogenanntes Böses,
Sorge, Unruhe oder Verdruß - dir als wirklich erscheint, nur weil dein
Denken oder Dafürhalten es dazu macht? Andere mögen es völlig
anders sehen und deine Ansicht davon für töricht halten. Nicht wahr?
Wenn das wahr ist, dann sind dein Körper, deine Persönlichkeit,
dein Charakter, deine Umgebung, deine Welt, was sie dir zu sein
scheinen, weil du sie in ihren gegenwärtigen Zustand gedacht hast.
Deshalb kannst du sie durch den gleichen Prozeß ändern, wenn
sie dir nicht gefallen; dadurch, daß du sie so denkst, kannst du aus
ihnen machen, was du willst. Nicht wahr?
„Aber wie kann man denn richtig denken, bewußt denken, damit
diese Änderung zustande kommt?”, fragst du.
Wisse zuerst, daß ICH, dein wirkliches Selbst, vorsätzlich deine
Aufmerksamkeit auf diese Dinge lenkte, die dir jetzt mißfallen und die
dich veranlassen, von ihnen so zu denken, wie sie dir jetzt zu sein
scheinen. Ich - und nur Ich bereite so dein menschliches Gemüt vor,
damit Ich dich, wenn du dich in dauerndem Glauben und Vertrauen
nach innen zu mir wendest, befähigen kann, die Wirklichkeit dieser
Dinge, die dir nun so unbefriedigend zu sein scheinen, zu erkennen
und nach außen zu manifestieren.
Denn Ich bringe alles zu dir, was durch seinen äußeren Anschein
dein menschliches Gemüt in seinem irdischen Suchen weiter
anziehen oder locken kann. Ich bringe es zu dir, um dich über das
Illusorische aller äußeren Erscheinung des Materiellen für das
menschliche Gemüt zu belehren und über die Fehlbarkeit allen
menschlichen Verstehens, damit du dich schließlich nach innen
wendest zu mir und meiner Weisheit als dem Einen und Einzigen
Deuter und Führer.
Wenn du dich so nach innen zu mir gewendet hast, will Ich deine
Augen öffnen und dich sehen lassen, daß der einzige Weg, diese
Änderung im Denken je zu vollbringen, der ist, daß du zuerst deine
Einstellung änderst gegenüber all diesen Dingen, von denen du jetzt
denkst, sie seien nicht so, wie sie sein sollten.
Das heißt: wenn sie unbefriedigend oder widerwärtig für dich sind
und so auf dich einwirken, daß sie Unbehagen des Körpers oder
Beunruhigung des Gemüts verursachen - nun, höre auf zu denken,
daß sie dich so beeinflussen oder beunruhigen können.
Denn wer ist der Meister - dein Körper, dein Gemüt oder DU, das
ICH BIN im Inneren?
Warum beweist du dann nicht, daß DU der Meister bist dadurch,
daß du das Wirkliche denkst, was das ICH BIN in dir durch dich zu
denken wünscht?
Nur weil du diese anderen Dinge denkst und dadurch
unharmonischen Gedanken erlaubst, in dein Gemüt einzudringen,
und ihnen so die Macht gibst, dich zu belästigen oder zu stören,
haben sie solchen Einfluß auf dich. Sobald du aufhörst, diese Macht
in sie hineinzudenken, und dich zu mir im Inneren wendest und mir
erlaubst, dein Denken zu lenken, werden sie sofort aus deinem
Bewußtsein verschwinden und sich in das Nichts auflösen, aus dem
du sie durch dein Denken erschufst.
Wenn du hierzu bereit bist, dann und nur dann bist du fähig, die
Wahrheit zu empfangen und durch richtiges, bewußtes, von mir
gelenktes Denken die wahren und bleibenden Dinge zu erschaffen,
wie Ich in dir das wünsche.
Wenn du so das Wahre vom Falschen, das Wirkliche vom Schein
unterscheiden kannst, dann wird dein bewußtes Denken ebenso
machtvoll alles Gewünschte erschaffen, wie dein unbewußtes Denken
in der Vergangenheit all das erschuf, was du einst wünschtest, nun
aber verabscheust.
Denn durch dein unbewußtes Denken oder weil dein Denken sich
nicht bewußt war, wie deine Wünsche deine schöpferische Kraft
steuern, sind deine Welt und dein Leben jetzt so, wie du sie
irgendwann in der Vergangenheit wünschtest.
Hast du je den Vorgang studiert und analysiert, wie dein Gemüt
reagiert, wenn eine neue, an Möglichkeiten reiche Idee auftaucht?
Hast du den Zusammenhang beobachtet, in dem der Wunsch zu
einer solchen Idee steht, und wie durch Denken diese Idee sich
schließlich tatsächlich erfüllt?
Laß uns diesen Zusammenhang und den Vorgang untersuchen.
Immer ist zuerst die Idee da, ungeachtet der Notwendigkeit oder
des Anlasses, in diesem Augenblick zu erscheinen. Es ist gleich,
woher die Idee kommt, von innen oder außen; denn immer gebe Ich
sie ein oder verursache, daß sie dein Bewußtsein gerade in diesem
Augenblick beeindruckt.
Genau in dem Ausmaß, wie du still wirst und deine
Aufmerksamkeit auf diese Idee konzentrierst, indem du alle
Betriebsamkeit deines Gemüts beruhigst und alle anderen Ideen und
Gedanken aus deinem Bewußtsein ausschaltest, damit diese Idee sich
voll auswirken kann, - genau in dem Ausmaß erleuchte Ich dein
Denken und bewirke, daß sich vor deinem geistigen Blick die
verschiedenen Phasen und Möglichkeiten entfalten, die dieser Idee
innewohnen.
Bis zu diesem Punkt geschieht das jedoch völlig ohne dein Wollen,
außer daß du deine Aufmerksamkeit auf die Idee richtest oder
konzentrierst.
Habe Ich erst einmal deinem menschlichen Gemüt einen Ausblick
auf seine Möglichkeiten gegeben und dein Interesse gewonnen, dann
nimmt deine menschliche Persönlichkeit ihre Aufgabe auf. Denn
ebenso wie Ich in deinem Gemüt die Idee erschuf und inspirierte, so
bewirkte Ich, daß diese Idee darin Frucht trug und den Wunsch gebar
- den Wunsch, alle Möglichkeiten der Idee nach außen zu
manifestieren. So wurde der Wunsch zum irdischen Vermittler meines
Willens und wurde zur bewegenden Kraft, geradeso wie die
menschliche Persönlichkeit das sterbliche Instrument ist, das
gebraucht wird, um diese Kraft zu fassen und Brennpunkt werden zu
lassen.
So kommen alle Ideen und alle Wünsche von mir.
Sie sind meine Ideen und meine Wünsche, die Ich deinem Gemüt
und Herzen eingebe, um sie durch dich nach außen zu manifestieren.
Aus dir selbst hast du keine Ideen und kannst unmöglich einen
Wunsch haben, der nicht von mir käme; denn Ich bin alles, was Ist.
Darum sind alle Wünsche gut, und wenn sie so verstanden werden,
kommen sie unfehlbar zu schneller und vollkommener Erfüllung.
Du magst meine Wünsche, mein Drängen von innen, falsch deuten
und versuchen, sie für deinen eigenen selbstsüchtigen Zweck zu
gebrauchen; aber gerade während Ich dies zulasse, erfüllen sie doch
meinen Zweck. Denn nur dadurch, daß Ich dich meine Gaben
mißbrauchen lasse, und durch das Leiden, das solcher Mißbrauch
schafft, kann Ich dich zu dem reinen und selbstlosen Kanal machen,
den Ich für den vollkommenen Ausdruck meiner Ideen brauche.
So haben wir zuerst die Idee im Sinn, dann den Wunsch, die Idee
in den äußeren Ausdruck zu bringen. Soviel zu dem Zusammenhang.
Nun zu dem Vorgang der Verwirklichung.
Entsprechend der Bestimmtheit, mit der das Bild der Idee im Sinn
festgehalten wird, und entsprechend dem Ausmaß, in dem die Idee
von der Persönlichkeit Besitz ergreift, setzt ihre schöpferische Kraft,
vom Wunsch getrieben, ihr Werk fort. Das tut sie dadurch, daß sie
das menschliche Gemüt zwingt, mentale Formen auszudenken oder
sich vorzustellen oder - mit anderen Worten - zu bilden, in die Ich wie
in ein Vakuum die unpersönliche, elementare, lebendige Substanz der
Idee gießen kann. Wenn das Wort gesprochen ist - ob still oder
hörbar, bewußt oder unbewußt - beginnt diese Substanz sofort, sich
dadurch zu materialisieren, daß sie zuerst das Bewußtsein und alle
Tätigkeiten sowohl des Gemüts als auch des Körpers lenkt und
kontrolliert und auch das aller Gemüter und Körper, die mit der Idee
verbunden sind oder zu ihr in Beziehung stehen. Denn erinnere dich:
alles Bewußtsein und alle Gemüter und alle Körper sind mein und
sind nicht getrennt, sondern sind Eins und ganz unpersönlich. Indem
dann die Umstände, Dinge und Ereignisse so angezogen, geführt,
gebildet und geformt werden, kommt früher oder später die Idee
tatsächlich in endgültige, materielle Manifestationen.
So war alles, jeder Zustand, jedes Ereignis, was je geschah, zuerst
eine Idee im Geistigen. Durch Wünschen, durch Denken und durch
Aussprechen des Wortes kamen diese Ideen in sichtbare
Manifestation.
Denke darüber nach und erprobe es selbst.
Wenn du willst, kannst du das dadurch tun, daß du eine Idee, die
kommt, aufnimmst und ihr durch den oben beschriebenen Prozeß bis
zur Verwirklichung folgst. Oder verfolge eine außerordentliche
Leistung zurück, die du vollbracht hast, - ein Bild, das du gemalt,
eine Maschine, die du erfunden hast, irgendeine besondere Sache
oder einen Zustand, die jetzt bestehen, - bis zu der Idee, aus der sie
entstanden.
Dies ist Plan und Verlauf allen richtigen Denkens und darum allen
Erschaffens.
Höre! Du hast jetzt - und hattest immer - durch diese Macht des
Denkens Herrschaft über alle Reiche der Erde.
Wenn du das nur weißt: Du brauchst jetzt, in diesem Augenblick,
nur zu denken und das Wort zu sprechen, indem du deine Macht
anerkennst und anerkennst, daß Ich, Gott, dein allwissendes,
allgegenwärtiges, allmächtiges Selbst, die Ergebnisse hervorbringen
werde; und das wartende Bewußtsein der unsichtbaren Zellen aller
Materie, auf die dein Wille und deine Aufmerksamkeit gerichtet
werden - dieses wartende Bewußtsein, erinnere dich, ist mein
Bewußtsein - wird unmittelbar beginnen zu gehorchen und genau
entsprechend dem Bild oder den Plänen handeln, die du durch dein
Denken vorbereitet hast.
Denn alles wird durch das Wort erschaffen, und ohne das Wort
wurde nichts erschaffen, was erschaffen wurde.
Wenn du dies einmal verwirklichen kannst und kannst erkennen,
daß das ICH BIN-Bewußtsein in dir mit dem Bewußtsein aller
beseelten und unbeseelten Materie eins ist und daß sein Wille eins ist
mit deinem Willen, der mein Wille ist, und daß alle deine Wünsche
meine Wünsche sind, dann wirst du mich in dir zu erkennen und zu
fühlen beginnen und wirst die Macht und Herrlichkeit meiner Idee
anerkennen, die sich ewig unpersönlich durch dich ausdrückt.
Aber zuerst mußt du unbedingt lernen, wie denken, wie du deine
Gedanken, die von mir geleiteten, unterscheiden kannst von den
Gedanken anderer, wie Gedanken zurückzuverfolgen sind bis zu
ihrem Ursprung und wie unerwünschte willentlich aus deinem
Bewußtsein zu vertreiben sind - und schließlich, wie deine Wünsche
zu kontrollieren und nutzbar zu machen sind, so daß sie dir immer
dienen, anstatt daß du ihr Sklave bist.
Alle Möglichkeiten hast du in dir - denn da bin Ich. Meine Idee
muß sich ausdrücken, und sie muß sich durch dich ausdrücken. Sie
wird sich vollkommen ausdrücken, - wenn du es nur zuläßt, wenn du
nur dein menschliches Gemüt beruhigst, alle persönlichen Ideen,
Glaubensvorstellungen und Meinungen beiseite legst und meine Idee
hervorströmen läßt. Alles, was du tun mußt, ist das: wende dich an
mich im Inneren und laß mich dein Denken und deine Wünsche
leiten, laß mich ausdrücken, was immer Ich will, indem du persönlich
annimmst und tust, was Ich von dir erwarte. Dann werden deine
Wünsche sich erfüllen; dein Leben wird eine einzige Harmonie, deine
Welt ein Himmel, und dein Selbst wird eins mit meinem Selbst. Wenn
du begonnen hast, dies anzuerkennen, und wenn du flüchtig etwas
von seinem inneren Sinn erblickt hast, dann wirst du fähig sein, die
wirkliche Bedeutung dessen, was folgt, zu erfassen.

Geschrieben von Uwe Schwarz

Sep 12

DAS WORT
VII.
Wir wollen nun den Schlüssel nehmen und dir zeigen, wie durch
den eben beschriebenen Plan und Prozess die Welt entstand, wie die
Erde und alles, was in und auf ihr ist, dich und deine Bruder und
Schwestern eingeschlossen, nur die äußeren Manifestationen einer
Idee sind - meiner Idee -, die jetzt den Prozess durchläuft, in den
Lebensausdruck gedacht zu werden.
ICH, der Schöpfer, bin der ursprüngliche Denker, der eine und
einzige Denker.
Wisse dies zuerst.
Wie schon erklärt wurde, der Mensch denkt nicht - durch seinen
Organismus denke Ich.
Der Mensch meint, er denke; aber bevor er zur Anerkennung von
mir in sich erwacht ist, nimmt er nur die Gedanken auf, die Ich in
sein Gemüt ziehe oder inspiriere, und indem er ihre wahre Bedeutung
und Absicht missversteht, setzt er eine persönliche Konstruktion auf
sie, und durch die so erweckten eigennützigen Wunsche schafft er
sich selbst alle seine Schwierigkeiten und verursacht all sein Leid.
Diese scheinbaren Fehler, falschen Konstruktionen und Eingriffe
des Menschen sind in Wirklichkeit nur die Hindernisse auf seinem
Weg, die überwunden werden müssen, damit er durch ihre
Überwindung schließlich einen Körper und ein Gemüt entwickeln
kann, stark, klar und fähig genug, um vollkommen und bewusst
meine Idee auszudrücken, die ewig in seiner Seele wirkt.
Also ist der Mensch nur der Organismus, den Ich so zubereite, um
durch ihn die Vollkommenheit meiner Idee zu offenbaren. Er schafft
durch die Persönlichkeit mit ihrem Körper, Gemüt und Intellekt die
Möglichkeit, durch die Ich diese Idee vollkommen ausdrücken kann.
Das physische Gehirn ist die Voraussetzung, dass Ich die Idee denken
und in den äußeren Ausdruck sprechen kann.
Ich pflanze in des Menschen Gehirn eine Idee - irgendeine Idee.
Diese Idee wu.rde wachsen, sich entwickeln und schnell zur
vollständigen äußeren Erfüllung reifen - wenn der Mensch das nur
geschehen ließe, sein Gemüt und all seine Gedanken, sein Herz und
all seine Wünsche ganz mir übergeben wu.rde und mich als die
vollkommene Erfüllung dieser Idee hervorkommen ließe.
Jetzt will Ich in dein Gehirn-Denken eine Idee pflanzen. Möge sie
wachsen, sich entwickeln und zur herrlichen Ernte der Weisheit
ausreifen, die dich erwartet - wenn du mich ihr Wachstum und ihren
Ausdruck durch dich lenken lässt.
In einer meiner anderen Offenbarungen, in der Bibel, wird euch
viel u.ber „Das Wort” gesagt; aber sehr wenige selbst unter den besten
Bibelkennern verstehen meine Absicht.
Euch wird gesagt:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war in Gott, und das Wort
war Gott.
Dasselbe war im Anfang in Gott.
Alle Dinge wurden durch IHN - durch DAS WORT - gemacht, und
ohne IHN - DAS WORT - wurde nichts gemacht, was gemacht wurde.”
Hieraus sollt ihr lernen, wie im Anfang mein Wort war, wie es in
mir war und wie es ICH war, mein Selbst, wie alles durch mich und
durch mein Wort erschaffen wurde, und dass ohne mich und mein
Wort nichts erschaffen wurde, was jetzt existiert.
Nun, dem menschlichen Verständnis ist ein Wort das Symbol einer
Idee; das heißt: es bedeutet eine Idee, verkörpert sie und stellt sie dar.
Du bist ein Wort, das Symbol einer Idee - kannst du das
verstehen? Ebenso ist es bei einem Diamanten, einem Veilchen, einem
Pferd.
Wenn du die Idee hinter dem Symbol erkennen kannst, dann
kennst du die Seele oder die Wirklichkeit der Manifestation, die als
Mensch, als Diamant, als Pferd, als Veilchen in Erscheinung tritt.
Darum bedeutet ein Wort, das, wie oben beschrieben, gebraucht
wird, eine Idee, - eine unentwickelte und nicht offenbare Idee, die
jedoch darauf wartet, in dieser oder jener Form ausgedru.ckt oder
gedacht und ausgesprochen zu werden.
Das Wort, das im Anfang war und das in mir war, war so nicht nur
eine Idee, sondern es war der Ausdruck meiner Idee von meinem
Selbst in einem neuen Zustand oder unter einer neuen Bedingung,
die du Erdenleben nennst. Diese Idee war Ich, mein Selbst, weil sie
Teil von mir war, bisher in mir noch unentwickelt und nicht offenbar;
denn sie war von der Substanz und Essenz meines Seiens, das selbst
eine Idee ist, die eine Original-Idee.
Durch die lebendige Tätigkeit meiner Idee erschuf Ich alles, indem
es in den Ausdruck gedacht und gesprochen wurde. Nichts im
irdischen Leben konnte oder kann je ausgedru.ckt werden, ohne das
es meine Idee als primäre und fundamentale Ursache und als Prinzip
seines Seins hat.
Meine Idee ist also jetzt im Prozess der Entfaltung, mit anderen
Worten: sie wird in den äußeren Ausdruck gedacht - einige nennen
das Evolution. So ist es bei der Blume, wenn die Knospe aus dem
Stiel hervor treibt und sich schließlich zur Blüte öffnet - sie gehorcht
dem Drängen, meine Idee auszudrücken, die in ihrer Seele verborgen
ist.
Geradeso will Ich alle meine Ausdrucksformen entwickeln und
entfalten; vereinigt und vollständig werden sie schließlich meine Idee
in aller Herrlichkeit ihrer Vollkommenheit aus ihren Seelen
herausbilden.
Um meine Idee auszudrücken, bedürfen diese Formen gegenwärtig
vieler Arten von Sprachen, von der einfachsten bis zur
kompliziertesten, zusammengesetzt aus einer fast unendlichen Zahl
von Worten.
Aber wenn Ich meine Idee völlig zu Ende gedacht oder meine vielen
Ausdrucksformen vervollkommnet habe, dann wird meine Idee aus
jedem Wort hervorleuchten, weil jedes tatsächlich ein vollkommener
Teil oder eine vollkommene Phase meiner Idee ist, alle so gewählt und
geordnet, dass sie wirklich wie ein Wort sein werden, das die erhabene
Bedeutung meiner Absicht ausstrahlt.
Dann werden alle Sprachen in eine Sprache aufgegangen sein und
alle Worte in ein Wort; denn alle Formen werden Fleisch geworden
sein und alles Fleisch ein Fleisch: die jetzt vollendete Form für den
vollkommenen Ausdruck meiner Idee in einem Wort - mein Selbst.
Dann wird mein SELBST, nunmehr fähig, durch diese vollendeten
Worte ausgedru.ckt zu werden, durch seine Ausdrucksformen
hin durchstrahlen, durch die Persönlichkeit, ihren Körper, ihr Gemüt
und ihren Intellekt; und das Wort wird Fleisch geworden sein oder es
wird das Fleisch SEIN.
Das bedeutet: Alle Worte werden sich durch die erneuernde Kraft
meiner innewohnenden Idee durch das Fleisch entwickelt haben.
Dabei haben sie es gewandelt und vergeistigt, geläutert und so
transparent gemacht, dass in der Persönlichkeit nichts mehr von
irdischer Natur zurückgeblieben sein wird, was den unpersönlichen
Ausdruck hindert. Dann kann mein Selbst vollkommen
hervorleuchten und völlig offenbar werden. So verschmelzen
wiederum alle Worte und alles Fleisch in ein Wort, DAS WORT, das im
Anfang war und das dann durch alles erschaffene Fleisch leuchtet
wird als die SONNE DER HERRLICHKEIT - der CHRISTUS GOTTES.
Dies ist Plan und Sinn meiner Schöpfung und alles Erschaffenen.
Im Folgenden gebe ich einen Einblick in den Prozess meiner
Schöpfung, oder wie Ich die Idee von meinem Selbst in den
Erdausdruck denke.

MEINE IDEE
VIII.
Ich sagte dir, dass die Erde und alles, was zu ihr gehört, nur die
äußere Manifestation meiner Idee ist. Sie befindet sich jetzt in dem
Prozess, in den vollendeten Ausdruck gedacht zu werden.
Ich zeigte dir, dass allem Erschaffenen meine Idee zugrunde liegt,
dass sie beides ist, Ursache und Anlass für alle Manifestationen, du
selbst und deine Bruder und Schwestern eingeschlossen, die alle
durch mich, den einen ursprünglichen Denker und Schöpfer, in
Existenz gedacht worden sind.
Wir wollen nun diese Idee von Anfang an durch ihre verschiedenen
Stadien des Erd-Ausdrucks verfolgen wie auch den Prozess meines
Denkens, der diese Idee in ihren gegenwärtigen Zustand bringt.
Wenn du sorgfältig alles Folgende beachtest und mir in dir
erlaubst, alle deine Betrachtungen u.ber die innere Bedeutung meiner
Idee zu leiten, werde Ich dir nicht nur zeigen, wie du durch Denken
irgendetwas erschaffen kannst, was du erschaffen möchtest, sondern
auch, wie du ins Dasein kamst und in deinen gegenwärtigen Zustand
der Manifestation.
Im Anfang, beim Heraufdämmern eines neuen kosmischen Tages,
als das Weltbewußtsein gerade im Erwachen war und die Stille der
kosmischen Nacht noch vorherrschte, empfing ICH, der Denker,
meine Idee.
Diese Idee von meinem Selbst, das sich in einem neuen Zustand
als Erd-Ausdruck offenbarte, sah Ich vollendet dargestellt im Spiegel
meines allwissenden Geistes.
In diesem Spiegel sah ich die wirkliche Erde, die strahlend im
Kosmos hervorleuchtet, - ein vollendeter Himmelskörper, auf dem alle
die unendlichen Phasen, Eigenschaften und Kräfte meiner göttlichen
Natur durch die Träger des Lichts vollendeten Ausdruck finden; sie
sind die lebendigen Boten meines Willens, mein Fleisch gewordenes
Wort, so wie es in der geistigen Welt des Ewigen ist.
Ich sah mein Selbst sich nach außen als Natur offenbaren und
mein Leben als das anregende und entwickelnde Prinzip hinter aller
Manifestation. Ich sah Liebe, die göttliche, schöpferische Macht, als
die beseelende und belebende Kraft hinter allem Leben und meinen
Wunsch, dieser Liebe, der potentiellen und wirklichen Ursache und
Veranlassung für die Geburt meiner Idee, vollendeten Ausdruck zu
geben.
All dies sah Ich gespiegelt in meinem allsehenden und
allwissenden Geist, der nur die Seele der Dinge oder ihre Wirklichkeit
sehen und reflektieren kann. Darum war das, was Ich in meinem
Geist dargestellt sah, tatsächlich die wirkliche Erde, ihr Anfang, ihre
Zeugung ins kosmische Sein.
Höre: mein Bewusstsein ist die innere Essenz von allem Raum und
allem Leben. Es ist die wirkliche Substanz meines alles-umfassenden
und alles-enthaltenden Geistes. Sein informierendes und belebendes
Zentrum ist überall, seine geistige und räumliche Begrenzung
nirgends. Allein im Reich meines Geistes lebe und wirke Ich und habe
mein Sein. Er enthält und er erfu.llt alle Dinge, und jede seiner
Vibrationen und Manifestationen ist die Äußerung irgendeiner Phase
meines Seiens.
Sein bedeutet ausdrücken, mit anderen Worten: in Erscheinung
treten. Du kannst dir „Sein” nicht ohne Ausdruck vorstellen. Darum
dru.cke Ich, der alles ist, dauernd und unaufhörlich aus.
Dru.cke was aus?
Was könnte Ich anderes ausdrücken, als mein Selbst, da Ich alles
bin, was ist?
Mich - mein Selbst - kannst du noch nicht sehen oder verstehen,
aber du kannst verstehen, wenn Ich dich mit einer Idee inspiriere.
Da Ich alles bin, was ist, muss also diese Idee, die unmittelbar von
mir kommt, Teil oder Phase meines Selbst im Sein oder im Ausdruck
sein.
Jede Idee - einmal im Reich meines Geistes geboren - wird
unmittelbar Wirklichkeit, denn in der Ewigkeit meines Seins gibt es
keine Zeit. In dir jedoch erschafft eine Idee zuerst einen Wunsch, den
Wunsch, diese Idee auszudrücken. Dann erzwingt der Wunsch das
Denken, Denken verursacht Tätigkeit, und Tätigkeit bringt Ergebnisse
hervor - die Idee in tatsächlicher äußerer Erscheinung.
In Wirklichkeit habe Ich keinen Wunsch, denn alles bin Ich, und
alles ist aus mir. Ich brauche nur zu denken und das Wort zu
sprechen, um Ergebnisse hervorzurufen. Doch ist der Wunsch, den
du in dir fühlst, von mir, weil er aus meiner Idee geboren ist. Ich
pflanzte sie nur deshalb in dein Gemüt, damit sie durch dich in den
Ausdruck käme. Was du auch wünschst - es kommt von mir: Ich
klopfe an die Tür deines Gemüts und kündige meine Absicht an, mein
Selbst in dir oder durch dich zu offenbaren in der besonderen Weise,
die durch diesen Wunsch angezeigt wurde.
Was die Persönlichkeit des Menschen Wunsch nennt, ist aber die
notwendige Aktion meines Willens, der den Ausdruck meiner Idee in
die äußere Erscheinung, d. h. ins Dasein drängt.
Was dir in mir ein Wunsch nach Ausdruck zu sein scheint, ist
jedoch die Notwendigkeit meiner Idee von meinem Selbst, zu sein oder
sich auszudrücken.
Darum kommt jeder wirkliche Wunsch, den du fühlst, jeder
Wunsch deines Herzens, von mir und muss notwendigerweise
irgendwann in der einen oder anderen Form erfu.llt werden.
Jedoch, da ICH keinen Wunsch habe, weil ICH alles bin, brauchte
Ich - nachdem diese Idee geboren war, mein Selbst in diesem neuen
Zustand auszudrücken - nur zu denken, d. h. meine Aufmerksamkeit
auf meine Idee zu richten oder zu konzentrieren und auf meinen
Willen, dass sie in den Ausdruck kommt oder, wie es in meiner
anderen Offenbarung gesagt ist, das schöpferische Wort zu sprechen.
Sogleich setzten sich die kosmischen Kräfte meines Seins durch das
Konzentrieren meines Willens in Schwingung, zogen dann die
notwendigen Elemente aus dem ewigen Vorrat meines Geistes heran,
und -mit meiner Idee als Kern - vereinigten, formten und gestalteten
sie um ihn diese Elemente zu dem, was die Gedankenform eines
Planeten genannt wird. Sie füllten sie mit meiner Lebens-Substanz -
meinem Bewusstsein - und statteten sie mit allen Möglichkeiten
meines Wesens aus.
Dieser Denkart erzeugte nur eine belebte Gedanken-Form eines
Planeten, und seine Manifestation war im Gedankenreich noch in
einem nebelhaften Zustand.
Aus einer Gedankenform jedoch begann die belebende Kraft der
Idee im Inneren - mit meinem auf sie konzentrierten Willen - die
verschiedenen Elemente der Lebens-Substanz zu formen, zu gestalten
und stufenweise in materielle Form zu verdichten, bis meine Idee
schließlich in substanzieller Manifestation in der Welt der sichtbaren
Formen als der Planet Erde aufleuchtete - ein Mittel, bereit zu
lebendigem Ausdruck und jetzt zu beidem fähig, mich zu enthalten
und mich auszudrücken.
Dies war der durch mein Denken vorbereitete materielle Körper, in
dem durch die informierende Kraft meiner innewohnenden Idee
bereits die gesamte potentielle Natur meines Wesens lag.
Die nächste Stufe war, Wege oder Ausdrucksmittel zu entwickeln
und vorzubereiten, durch die Ich die mannigfaltigen Phasen,
Möglichkeiten und Kräfte meiner Idee ausdrücken konnte.
Die äußere Erscheinungsform dafür waren die Mineral-, Pflanzen und
Tierreiche. Jedes von ihnen entfaltete in der Reihenfolge, in der
es in Erscheinung trat, stufenweise höhere und vielfältigere
Bewusstseins-Stadien. Das ermöglichte mir, die unzähligen Phasen
und die Mannigfaltigkeit meines Wesens immer klarer auszudrücken.
In diesem Stadium betrachtete Ich meine Schöpfung, wie es in
meiner anderen Offenbarung heißt, und Ich sah, sie war gut. Aber es
fehlte noch das entscheidende und höchste Mittel des Ausdrucks.
Bis zu diesem Punkt drückte zwar jedes irgendeine Phase meines
Wesens vollkommen aus, jedoch waren alle vorhandenen Mittel und
Wege sich meiner nicht bewusst. Sie waren Ausdrucksmittel nur in der
Weise, wie ein Draht Wärme, Licht und Kraft vermittelt.
Die Voraussetzungen waren nun da für die Erschaffung von
Mitteln, durch die meine göttlichen Eigenschaften bewussten
Ausdruck erlangen konnten, bewusst nicht nur ihrer Beziehung zu
mir, sondern auch ihrer Fähigkeit und Macht, meine Idee
auszudrücken.
Der Zeitpunkt war da, dass du und deine Bruder und Schwestern
als menschliche Ausdrucksformen ins Dasein geboren wurden.
Ebenso wie alle anderen Ausdrucksmittel tratet ihr in Erscheinung
als Antwort auf meinen konzentrierten Gedanken, in dem Ich all die
unendliche Vielfalt meiner Eigenschaften in wirklichem Ausdruck als
wesenhafte Formen sahen. Jede stellte vorwiegend eine besondere Phase
meines Wesens dar, und jede war sich meiner, ihres Schöpfers und
Bildners, bewusst.
Ich sah dich in vollkommenem Ausdruck, ebenso wie Ich dich jetzt
sehe - das wirkliche Du, eine Eigenschaft meines Selbst-vollkommen.
Denn in Wirklichkeit bist du ein Träger des Lichts, einer meiner
Gedankenstrahlen, eine Eigenschaft meines Seins, eingeplant in Erd-
Verhältnisse zu keinem anderen Zweck als dem endgültigen,
vollständigen Ausdruck meiner Idee, - was durchaus kein Zweck ist,
sondern eine Notwendigkeit meines Seins.
Im Ewigen gibt es weder Zeit noch Raum noch Einzelexistenz, und
nur durch das Phänomen des Gedankens, der aus der Substanz des
Geistes in die Welt der Materie geboren wurde, trat die Illusion von
Zeit, Raum und Einzelexistenz auf; der Gedanke - das Geschöpf eignete
sich das Bewusstsein des Getrenntseins von seinem Denker
oder Schöpfer an.
Damit war die erste Tendenz, dich von mir getrennt zu denken,
geboren. Das vollständige Bewusstsein der Trennung wurzelte sich viel
später ein.
Im Anfang, als du so zum erstemal in den Erdausdruck kamst,
dem Impuls gehorchend, den Ich durch meinen konzentrierten
Gedanken ausgesandt hatte, umgabst oder bekleidetest du - eine
meiner Eigenschaften - dein Selbst mit meiner Idee von meinem
Selbst, ausgedru.ckt als die besondere Eigenschaft, die du darstelltest,
da du die beseelende Kraft dieser Idee bist.
Mit anderen Worten: meine Idee von meinem Selbst, die diese
besondere Eigenschaft ausdrückte, wurde so die Seele deines
besonderen Ausdrucks. Aber - erinnere dich - diese Idee oder Seele
bist nicht du, denn Du bist wirklich ein Teil von mir, da Du mein
Selbst ist, ausgedru.ckt durch das Mittel dieser besonderen
Eigenschaft.
Da du dein Selbst mit meiner Idee bekleidet hattest, begann diese
Idee - durch die Notwendigkeit ihres Daseins - unmittelbar die nötige
Gedanken-Substanz an sich zu ziehen, die für den Ausdruck dieser
besonderen Eigenschaft erforderlich war, sie aufzubauen und zu
meinem Bild und mir gleich zu gestalten. So wurde sie ein heiliger
Tempel, erfu.llt von meiner lebendigen Gegenwart, da er von dir, einer
meiner göttlichen Eigenschaften, bewohnt war.
Dieser Tempel, mein Bild und mir gleich, aus meiner
Gedankensubstanz gebildet, die meine Idee umgibt und umkleidet, ist
folglich dein wirklicher Körper. Er ist deshalb unzerstörbar,
unsterblich, vollkommen. Er ist mein vollständiger, verkörperter
Gedanke, der mein lebendiges Wesen enthält und auf die Zeit wartet,
da er in den äußeren Ausdruck kommen und materielle Form
annehmen kann.
So halten wir nun fest:
Erstens: ICH BIN, ausgedru.ckt als DU, eine meiner göttlichen
Eigenschaften;
Zweitens: MEINE IDEE von dir, eine meiner Eigenschaften, die
sich in Erd-Verhältnissen ausdru.ckt - oder DEINE SEELE;
Drittens: MEIN VERKÖRPERTER GEDANKE von dir, der den
Tempel deiner Seele gestaltet - oder DEIN SEELEN-KÖRPER, in dem
du wohnst.
Diese drei bilden den göttlichen oder unpersönlichen Teil von dir,
das unsterbliche Drei-in-Einem - dich, meinen latenten, doch
vollständig formulierten Gedanken, als mein Bild und mir gleich
gestaltet, jedoch noch unbelebt und darum ohne Verbindung mit
deiner menschlichen Persönlichkeit, die noch nicht geboren war.


Geschrieben von Uwe Schwarz

Sep 12

DER GARTEN EDEN
IX.
Ob du das eben Festgestellte klar erfasst hast oder nicht, verwirf es
nicht als völlig unverständlich. Denn in jeder Zeile ist ein Sinn
verborgen, der dich für das ernsthafte Erforschen, das zu seinem
Verständnis notwendig ist, überreich belohnen wird.
Diese Botschaft soll dich zu der Erkenntnis erwecken, was du bist,
zu einer Erkenntnis deines wahren Selbst. Die Absicht ist, dir erneut
mich, dein göttliches Selbst, bewusst zu machen, so bewusst, dass du
nie wieder von diesem anderen Selbst getäuscht wirst, von dem du dir
eingebildet hast, du seist es, und das dich so lange dadurch gelockt
hat, dass es dich mit seinen unbefriedigenden Sinnesfreuden futterte,
mit seinen mentalen Zerstreuungen und erregenden Vergnügungen.
Bevor das sein kann, musst du unbedingt das vermeintliche andere
Selbst genau erkennen; dieses Selbst erschufst du, indem du es als
wirklich und von mir getrennt erdachtest und dann dadurch lebendig
erhieltest, dass du ihm die Macht gabst, dich auf diese Weise zu
verführen und zu täuschen. Ja, dieses selbstgeschaffene Selbst mit
seinem nur selbstsüchtigen Stolz und Ehrgeiz und seiner
eingebildeten Macht, mit seiner Liebe zum Leben, zum Besitz und mit
seiner Neigung, für weise oder gut gehalten zu werden. Dieses Selbst
ist aber nichts anderes als deine menschliche Persönlichkeit, die nur
geboren wurde, um als abgelöste Identität zu sterben, und als solche
hat sie nicht mehr Wirklichkeit oder Dauer als das Blatt, der Schnee
oder die Wolke.
Ja, du wirst mit diesem kleinlichen persönlichen Selbst
konfrontiert werden und mit vollkommener Klarheit all seine niedrige
Selbstsucht und seine menschlichen Eitelkeiten erkennen. Dann -
wenn du dich nur mir zuwenden und in einfachem Glauben und
Vertrauen fragen willst - wirst du begreifen, dass Ich, der unendliche,
unpersönliche Teil von dir, immer in dir lebe und dir auf diese Weise
all die Illusionen der Persönlichkeit deutlich mache, die dich während
so vieler Zeitalter im Bewusstsein von mir, deinem herrlichen,
göttlichen Selbst, getrennt haben.
Diese Einsicht wird sicher kommen, wenn du anerkennen kannst,
dass diese Botschaft von mir ist, und wenn du dich für sie entschieden
hast. Dir, den Ich zu solcher Entschlossenheit inspiriert habe, werde
Ich jede Illusion zur rechten Zeit verschwinden lassen, und du wirst
mich wirklich erkennen.
44
Dein Denken nach diesen abstrakten Grundsätzen zu u.ben, wird
dich nicht schädigen - im Gegenteil, diese Übung braucht dein
Denken. Denn erst, wenn du meine Absicht begreifen kannst - wenn
sie dir in solchen Ideen dargeboten wird, die hierin enthalten sind
und von außen kommen - kannst du meine Idee aufnehmen und
korrekt interpretieren, sobald Ich dich von innen inspiriere. So wird
dein Denken von mir vorbereitet, nicht damit du mehr äußeres
Wissen erlangst, sondern mein inneres Wissen empfangen und denen
weitergeben kannst, die Ich dir zu diesem Zweck zuführen werde.
Bitte mich, dein eigenes wirkliches Selbst, deinen Vater im
Inneren, um wahres Verständnis und lies aufmerksam das, was folgt.
Im Verlauf unserer Betrachtung, wie meine Idee sich entfaltet, sind
wir dort angekommen, wo dein ICH BIN, das sich in deinem
unsterblichen Seelenkörper oder in dem durch mein Denken
erschaffenen Gedankenbild manifestiert, nun fähig ist, eine
substantielle Gestalt anzunehmen, eine Form, die für den Erd-
Ausdruck meiner Eigenschaften geeignet ist.
Dieser Wandel von einer mentalen zu einer sterblichen Form fand
nach der Art und dem Prozess allen Denkens und allen Erschaffens
statt. In der Bibel ist er wortwörtlich beschrieben, wo es heißt: „Ich
formte den Menschen aus dem Staub der Erde und atmete in seine
Nase den Atem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebende
Seele.”
Weiter erkläre Ich: Die belebende Kraft in meiner Idee (deiner
Seele) schickte sich an, die verschiedenen Elemente der
Lebenssubstanz (Staub) an sich zu ziehen und Atom nach Atom, Zelle
um Zelle im richtigen Zeitablauf zu modellieren und jede zu
substantieller Wirklichkeit zu gestalten nach dem Muster des
Gedankenbildes, das deinen Seelenkörper bildet. So formte sie
gleichsam eine irdische äußere Hu.lle, bis schließlich deine sterbliche
Gestalt dem psychischen Sinn tatsächlich offenbar wurde, wenn auch
noch nicht dem, was physischer Sinn genannt wird.
Da jetzt alles für diesen Augenblick der Entwicklung vorbereitet
war, atmetest du, meine Eigenschaft, daraufhin ein. Dann atmetest
du durch deine Nase von innen den Atem des Lebens, und du
verursachtest dein erstes Erscheinen auf der Erde als menschliches
Wesen, eine lebendige Seele - meine Idee, jetzt fähig, sich bewusst
durch ein passendes Erd-Medium auszudrücken -, die in ihrem Selbst
alle meine Eigenschaften enthalten, alle meine Kräfte und alle meinen
Möglichkeiten.
So waren jetzt all die verschiedenen Mittel für den Erd-Ausdruck
meiner Idee offenbar, und du als eine meiner Eigenschaften hattest
natürlicherweise die Herrschaft u.ber alle diese Mittel, mit anderen
Worten: du besaßest die Macht, einige oder, wenn nötig, alle zu
benutzen zum Ganzen und vollständigen Ausdruck deiner - meiner
Eigenschaft - Kräfte und Möglichkeiten.
Auf diese Weise und allein aus diesem Grunde kamst du und deine
Brüder und Schwestern in den menschlichen Ausdruck. Zwar warst
du in menschlicher Gestalt, doch dein Ausdruck war so völlig
unpersönlich, dass du, obwohl du dir deiner bewusst warst, noch ganz
auf mich nach innen blicktest, um inspiriert und gefu.hrt zu werden.
Das war der erste Zustand, zu dem du erwachtest, als du in den
Erd-Ausdruck kamst. Er wird der paradiesische Zustand genannt
oder das Wohnen im Garten Eden. Dieser paradiesische Zustand stellt
die himmlische Phase unpersönlichen Bewusstseins dar oder jenen
Zustand, in dem du noch bewusst Eins mit mir warst, doch jetzt in ein
sterbliches Ausdrucksmittel eingeschlossen.
Nun, Ich werde dir nicht im einzelnen sagen, wie oder warum es
für mich notwendig wurde, dich - der du dich jetzt als Mensch oder
als Menschheit manifestierst - aus dem Garten Eden zu „vertreiben”;
aber Ich will dich an die Rolle erinnern, die der Wunsch und seine
Beziehung zu meinem Willen im Erd-Ausdruck spielt: wie er dein
Interesse auf das Äußere richtet und bewirkt, dass du mich in dir
vergisst.
Wenn du das begriffen und etwas von meiner Absicht erfasst hast,
dann kannst du vielleicht die Notwendigkeit verstehen, euch, die
Menschheit, zuerst in einen tiefen Schlaf fallen zu lassen, nachdem
ihr das Ende eines weiteren Zyklus, kosmischer Tag genannt, erreicht
hattet, und euch träumen zu lassen, dass ihr erwacht seid. Aber in
Wirklichkeit schlaft ihr immer noch, und alles von jenem Tage an bis
heute, einschließlich aller scheinbaren irdischen Ereignisse und
Zustände, ist nur ein Traum gewesen.
Aus diesem Traum werdet ihr erst ganz erwachen, wenn ihr wieder
völlig meiner in euch bewusst werdet und euch, die Menschheit, nicht
länger als den äußerlich einen, sondern als zwei erkennt: einen
aktiven, denkenden, aggressiven Teil, deshalb Mann genannt, und
einen passiven, fühlenden, aufnahmefähigen, gebärenden Teil,
genannt Weib.
Weiter wirst du die Notwendigkeit verstehen, dass diese
scheinbaren Erdeinflu.sse euch zu tragen auferlegt wurden, um euer
Bewusstsein von den rein himmlischen Freuden abzulenken und es in
diesem neuen Traumzustand zu halten; denn ihr musstet ein
menschliches Gemüt entwickeln, damit ihr durch seine natürlichen
selbstsüchtigen Neigungen völlig darauf ausgerichtet wurdet, eure
irdische Mission des sterblichen Ausdrucks zu erfüllen
Und du wirst die Weisheit verstehen, dass Ich diesen Einfluss durch
die Schlange der Selbstsucht hatte, die Gestalt, die Ich sie in eurem
Denken annehmen ließ, zuerst in eurem passiven, fühlenden,
aufnahmefähigen Teil, erzeugt durch den Wunsch, den sterblichen
Agenten meines Willens, der die Motive und die Kraft für den weiteren
und vollständigen Ausdruck meiner Eigenschaften auf Erden schaffen
sollte.
Und schließlich wirst du die Notwendigkeit verstehen, dass der
Wunsch seinen ganzen Bann u.ber euch, die Menschheit, legte, damit
eure himmlische oder unpersönliche Natur so lange in tiefem Schlaf
gehalten wu.rde, bis ihr, in eurem Traum, durch den freien, aber
unwissenden Gebrauch meines Willens von der Frucht des
sogenannten Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse schmecken
und reichlich essen konntet. Dadurch konntet ihr lernen, genau zu
unterscheiden und zu erkennen, wozu seine Frucht wirklich dient,
und auf diese Weise die Kraft erlangen, die so gewonnene Erkenntnis
weise und vollkommen nur zum Ausdruck meiner Idee zu
gebrauchen.
Ebenso könnt ihr jetzt vielleicht verstehen, wie ihr in eurem Traum
mehr und mehr von diesem trügerischen Erden-Zustand eingefangen
und an ihn gebunden wurdet; zuerst aßt ihr von dieser Frucht und
lerntet, Gut und Böse zu unterscheiden, und nachdem ihr von dieser
neuen und verlockenden Welt, die sich euch so öffnete, lerntet, starb
euch das Wissen von der Wirklichkeit hinter dem allem.
Ihr könnt jetzt vielleicht verstehen, wie und warum ihr erkanntet,
dass ihr nackt wart - beide, euer denkender und euer fühlender Teil -
und auch, warum ihr furchtsam wurdet und euch vor mir zu
verbergen suchtet und so in eurem Bewusstsein das Gefühl der
Trennungen von mir erschufen.
Ihr könnt nun vielleicht einsehen, warum dies alles sein musste,
warum ihr, die Menschheit, den Eden-Zustand des unpersönlichen
Bewusstseins verlassen und euer Selbst völlig in den Erd-Illusionen
dieser Traumwelt verlieren musstet. Ihr musstet fähig sein, einen
Körper zu erschaffen und in ihm ein persönliches oder Selbst47
Bewusstsein zu entwickeln, dass imstande ist, meine Vollkommenheit
ganz auszudrücken.
So wurde eure menschliche Persönlichkeit geboren, und seit ihrer
Geburt habe Ich euch gedrängt, sie dadurch zu nähren, zu fördern
und zu stärken, dass Ich euch mit Sehnsüchten, Hoffnungen, Trieben
und Bestrebungen erfüllte, mit all den verschiedenen Äußerungen des
Wunsches. Sie sind nur die menschlichen Phasen meines Willens, die
an der Vorbereitung und Entwicklung eines Mediums arbeiten, eines
Ausdrucksmittels, das fähig ist, meine Eigenschaften auf der Erde
vollkommen auszudrücken.
Und so sprach Ich das Wort und vertrieb euch aus dem Garten
Eden. Ich bekleidete euch mit einem „Mantel von Fleisch und Haut”
ebenso wie die Tiere. Denn jetzt, um ganz in die Erdzustände
eintreten zu können, in die wirkliche Erde, in die Erde meiner Idee -
nicht in die eures Traumes - und um meine Idee darin zu tätigem
Lebensausdruck anzuregen: jetzt musstet ihr, meine Eigenschaften,
einen Organismus und eine Bedeckung haben, die den Zuständen
entsprach, in denen ihr euch in eurem Traum ausdrücken solltet.
Indem Ich euch so einen Mantel von Haut gab, stattete Ich
dadurch meine Idee mit einer passenden Form für den Erd-Ausdruck
aus. Ich gab euch die Macht, euer Selbst durch einen bestimmten
Organismus mit Hilfe von Worten auszudrücken.
Im Unpersönlichen bedarf es keiner Worte. Allein Ideen existieren
und drucken sich aus. Sie sind einfach, denn sie sind der Ausdruck
der verschiedenen Aspekte meines Wesens.
Aber in diesem Traum-Zustand, in dem jeder Ausdruck in diesen
fru.hen Stadien des äußeren Seins eine Form und Substanz haben
musste, die, um ihre Bedeutung klar begreifen zu können, gehört,
gesehen, gefu.hlt, gerochen oder geschmeckt werden konnte, mussten
natürlich Organismen geschaffen werden, die für den doppelten
Zweck geeignet waren: den des Ausdrucks und den des Verstehens
dessen, was sie ausdrückten.
Du, eine meiner göttlichen Eigenschaften, lebtest in meiner Idee
von dieser Eigenschaft, die sich ausdru.ckt. Sie ihrerseits lebte in dem
Gedankenbild meines Selbst. Als sie durch meinen Willen - in der
Verkleidung des Wunsches - gezwungen wurde, meine Absicht
auszudrücken, offenbarte sie sich schließlich äußerlich in der Erden-
Form von Worten. Wie sich meine Idee nach eurer Austreibung aus
dem Paradies entfaltete, so begannt ihr schnell „zu wachsen und euch
zu vermehren”.
In eurem Suchen nach den günstigsten Bedingungen für die
Äußerung eurer besonderen Eigenschaften breitetet ihr euch nach
und nach u.ber die Oberfläche der Erde aus. Dabei belebtet und
erwecktet ihr die schlafende Intelligenz in allen Lebensformen, mit
denen ihr in Berührung kamt, zu vollerem und aktiverem Ausdruck
ihrer besonderen Phasen meiner Idee.
So wurden die verschiedenen Sprachen der Erde gebildet. Jede
enthielten viele Worte, die alle im menschlichen Denken aus dem
Wunsch geboren waren, in irdischen Worten die unendlichen Phasen
meiner im Innern ständig pulsierenden Idee auszudrücken.
Je mehr das menschliche Denken sich bestrebte, meine Idee in
dieser Weise - in Worten - auszudrücken, umso größer und ärger war
das Versagen.
Zu gegebener Zeit wird das große Erwachen kommen, dass alle
Worte nur Symbole einer Idee sind und alle Ideen, welcher Art auch
immer, nur Phasen der einen Idee: meiner Idee von meinem Selbst im
Ausdruck. Ohne das Bewusstsein, dass mein Wille die eine und einzige
Quelle der Inspiration ist, ist jeder Wunsch, diese Idee in Worten
auszudrücken, nutzlos. Ebenso ist jeder Wunsch, diese Idee in
lebendiger Tätigkeit auszudrücken, vergeblich und fruchtlos und wird
nur in Fehlschlag, Enttäuschung und Demütigung enden, wenn ihr
nicht alles Bewusstsein eurer menschlichen Persönlichkeit aufgebt -
eures persönlichen Anteils an den Handlungen - und euch nicht völlig
auf mich konzentriert.

GUT UND BÖSE
X.
Im Garten Eden, wo ihr wart, bevor ihr eure irdische Mission
begannt, wuchs jener Baum, dessen Frucht die Erkenntnis von Gut
und Böse genannt wird.
Während ihr in diesem Garten lebtet, wart ihr noch völlig
unpersönlich, denn ihr hattet noch nicht von dieser Frucht gegessen.
Nachdem ihr einmal dem Wunsch nachgegeben hattet, dem irdischen
Agenten meines Willens, dessen Hauptaufgabe es ist, euch zum Essen
dieser Frucht zu veranlassen, - in demselben Augenblick, als ihr
gegessen hattet, sankt oder fielt ihr herab, mit anderen Worten: ihr
wurdet aus unserem Paradieses-Zustand heraus getrieben wie das
Ku.ken aus der Schale oder die Rose aus der Knospe, und ihr fandet
euch in völlig neue und fremde Zustände verwickelt. Denn anstatt
Herrschaft u.ber die niederen Reiche zu haben und von ihnen mit
allem, was ihr brauchtet, versorgt zu werden, musstet ihr jetzt den
Boden bestellen, damit er Frucht hervorbringe, und im Schweiße
eures Angesichts euer Brot erarbeiten.
Nachdem ihr diese irdische Aufgabe auf euch genommen hattet,
wurde es jetzt für euch notwendig, völlig in alle Verhältnisse des
Erdenlebens einzutreten, um ein Gemüt zu entwickeln und einen
Körper zu vervollkommnen, fähig, meine Idee auf Erden vollständig
auszudrücken - die wirkliche Ursache und Absicht für euer Eintreten
in diesen Traum-Zustand.
Als ihr so aus eurem unpersönlichen oder Paradieses-Zustand
gefallen oder herausgetreten wart, ergabt ihr euch völlig der
Verlockung dieser Traumwelt. Da ihr jetzt dem Wunsch erlaubtet,
euch ganz zu leiten, wart ihr nicht mehr fähig, die Wirklichkeit oder
die Seele der Dinge zu sehen; denn ihr hattet einen physischen Körper
angenommen, eine irdische Hu.lle mit einem menschlichen Gehirn,
was auf euer Seelen-Bewusstsein wie ein Schleier wirkte und eure
Sicht tru.bte und euer Denken so umwölkte, dass das Licht der
Wahrheit nicht hin durchdrang und alles durch euer menschliches
Verstehen falsch gefärbt und entstellt wurde.
In diesem Traum-Zustand saht ihr alles dunkel wie durch einen
Nebel. In diesem alles einhüllenden Nebel konntet ihr die Dinge nicht
in ihrer Wirklichkeit sehen, sondern nur ihre verschwommene
Erscheinung, die euch nun jedoch das Wirkliche selber zu sein
schien.
So war es mit allem, was ihr mit euren Traumaugen saht, mit den
beseelten und auch den unbeseelten Dingen, mit allem, was ihr mit
eurem menschlichen Gemüt erfasstet, so war es sogar mit eurem
eigenen Selbst und mit dem Selbst der anderen um euch.
Da ihr so nicht mehr die Seele der Dinge saht, sondern nur ihre
verschwommenen Schatten, wuchs die Vorstellung in euch, diese
Schatten wären wirkliche Substanz und die Welt um euch bestu.nde
aus dieser Substanz und wäre von ihr erfu.llt.
Dieser Nebel war nur die Wirkung des Lichtes der Wahrheit, das
unsichtbar war für euer menschliches Gemüt, dessen Intellekt wie
eine unvollkommene Linse nur alles vernebelte und verzerrte und es
als wirklich erscheinen ließ, indem er euer Bewusstsein unaufhörlich
mit diesen Myriaden von Illusionen eurer Traumwelt beschäftigte.
Nun ist der Intellekt eine Schöpfung des Wunsches und wird ganz
von ihm gesteuert und ist nicht, wie viele annehmen, eine Fähigkeit
der Seele. Mit anderen Worten: dieser Nebel war also die umwölkte
Linse eures menschlichen Intellekts, der, vom Wunsch gesteuert,
eurem Bewusstsein jedes Bild, jede Idee und jeden Impuls, die Ich von
innen inspirierte oder von außen heranzog, falsch darstellte und
deutete. Meine Idee in euch aber drängt immer nach äußerem
Ausdruck, während Ich euer Bewusstsein zu ihrer Anerkennung
erwecke.
All dies tat Ich jedoch vorsätzlich durch die Vermittlung des
Wunsches, um euch bewusst tief in die Erdzustände zu fuhren.
Indessen verursachte diese falsche Sicht, vom Wunsch inspiriert,
viele Fehltritte, viel Kummer und Leid, und ihr verlort allmählich das
Vertrauen zu eurem Selbst, zu mir, dem unpersönlichen Einen in
euch. Ihr vergaßt mich sogar, so dass ihr nicht wusstet, wohin ihr euch
in eurer Hilflosigkeit wenden solltet. Doch nur dadurch, dass ihr so die
Erinnerung an euren göttlichen Zustand verlort und euer ganzes
Bewusstsein auf diese irdischen Zustände konzentriertet, konnte Ich
euer menschliches Gemüt und euren Willen und alle eure Fähigkeiten
entwickeln und euren menschlichen Körper mit der Stärke und den
Kräften versehen, die es mir ermöglichen, meiner göttlichen Idee auf
Erden vollkommenen Ausdruck zu geben, was schließlich sein muss.
So verursachte der Wunsch nach Befreiung von Schwierigkeiten,
das durch eure Fehler und Leiden die Idee des Bösen in eurem
Gemüt aufkam. Waren diese Schwierigkeiten nicht da, inspirierte der
Wunsch die Idee des Guten.
Allen Erscheinungen der Dinge und Umstände legtet ihr diese
Wertung von Gut oder Böse bei, je nachdem, ob sie den Wunsch,
meinen Agenten - in Wirklichkeit mein menschliches Selbst oder euch
in eurer menschlichen Persönlichkeit - zufriedenstellten oder nicht.
Alle diese Umstände und Erfahrungen in dem Leben, in das ihr
eintratet, die euch gut schienen, wenn sie euch gefielen, und böse,
wenn sie euch missfielen, waren nur durch den Wunsch
herbeigeführte Ereignisse. Sie sollten in euch gewisse Eigenschaften
der Seele beleben, die euch befähigen wurden, die Wahrheiten zu
erkennen, die Ich im Inneren zu diesem Zeitpunkt eurem Bewusstsein
einzuprägen wünschte.
Das scheinbar Böse war der negative Aspekt der Frucht des
Baumes, die euch durch ihr liebliches Äußeres und die Süße des
ersten Genusses immer dazu verlockte, zu essen und bis zum
Überdruss zu genießen oder bis ihre schädigenden Auswirkungen sich
zeigten, zum Fluch wurden und schließlich Ernüchterung brachten.
Das diente dazu, euch in Demut zur Umkehr zu zwingen, zuru.ck zu
mir, eurem wahren Selbst, Nun konnte das Selbst durch das so
entstandene neue Bewusstsein die Essenz der Frucht gewinnen und
sie in die Substanz und das Gewebe der Seele aufnehmen.
Ebenso war das scheinbar Gute der positive Aspekt der Frucht. Sie
hatte sich selbst in den Ausdruck gedrängt und erlaubte euch jetzt
durch eure Anerkennung und euren Gehorsam gegenu.ber ihrem
Drängen, ihre beglückenden und natürlichen Auswirkungen zu
genießen und die äußeren Vorteile meiner liebenden Inspiration und
Führung zu empfangen.
Dieses Du, das vom Wunsch durch all diese Erfahrungen gefu.hrt
wurde, war nur deine menschliche Persönlichkeit, die vom wirklichen
Du trainiert, entwickelt und zubereitet wurde, so dass sie ein
vollkommenes Instrument für deinen Gebrauch zum Ausdruck meiner
Idee werden konnte, die immer ihre Vervollkommnung im Körper zu
offenbaren sucht.
Alles tat dieses Du, indem es eure menschliche Persönlichkeit
nicht nur zwang, von der Frucht des sogenannten Baumes der
Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, sondern auch von ihr zu
leben, bis ihr alles sogenannte Böse gesehen und erkannt und -
indem ihr von und mit ihm lebtet - in ihm den Keim des sogenannten
Guten entdeckt hattet, ihn ergrifft, ihn aufnahmt und ins rechte Licht
rücktet. Von dieser Zeit an wusstet ihr, dass Gut und Böse keine
wirkliche Existenz hatten, und nur relative Begriffe waren, die äußere
Bedingungen von verschiedenen Gesichtspunkten her darstellten,
oder dass sie nur unterschiedliche äußere Aspekte einer zentralen
inneren Wahrheit waren, deren Wirklichkeit das war, was du zu
erkennen, zu sein und auszudrücken suchtest.
In neuerer Zeit habt ihr nach und nach Schicht um Schicht des
menschlichen Bewusstseins dadurch abgeworfen, dass ihr den Nebel
oder das Blendwerk abgelöst habt, die durch den Intellekt u.ber euer
Gemüt gezogen waren. Auf diese Weise unterwarft, steuertet,
vergeistigtet ihr den Intellekt selbst und klärtet ihn, bis ihr jetzt zu
erwachen beginnt und durch die immer dünner werdenden Schichten
gelegentliche Schimmer von mir, der einen großen Wirklichkeit in
allem, seht.
In all dieser Zeit tat das DU, das allwissende, unpersönliche ICH
BIN in euch, dies alles bewusst und vorsätzlich; nicht in der Absicht,
um nur Kenntnis von den irdischen Zuständen und Bedingungen zu
erlangen, wie es euer Intellekt so laut und gebieterisch erklärte,
sondern damit ihr ernten könntet, was ihr in den vergangenen tru.ben
Zeiten gesät hattet, und meine vollkommene Idee auf Erden
offenbaren konntet, so wie ihr sie jetzt aus dem unpersönlichen
Zustand, eurem geistigen Ursprung, offenbart.
DU, erinnere dich, bist das große unpersönliche ICH - ICH BIN in
diesem allem am Werke, BIN in unaufhörlich wechselnder äußerer
Erscheinung, BIN jedoch im Inneren ewig derselbe.
Das endlose Fließen der Jahreszeiten - der Frühling mit seinem
geschäftigen Säen, der Sommer mit seinem warmen, ruhevollen
Reifen, der Herbst mit seinem reichen Ernten, der Winter mit seiner
kühlen, friedevollen Fu.lle, Jahr um Jahr, Leben um Leben,
Jahrhundert um Jahrhundert, Zeitalter um Zeitalter - sie sind nur
das Ausatmen und Einatmen meiner Idee, wie Ich sie weiter inspiriere
durch die Erde und durch dich, meine Eigenschaft, und durch all
meine anderen Eigenschaften während des Prozesses, die
Vollkommenheit meiner Natur im äußeren sichtbaren Zustand zu
entfalten.
Ja, Ich tue es durch dich, da du ein Ausdruck von mir bist, da
allein durch dich, meine Eigenschaft, Ich mein Selbst ausdrücken
kann, Ich SEIN kann. ICH BIN, weil du bist. Du bist, weil ICH mein
SELBST zum Ausdruck bringe.
ICH BIN in dir, wie die Eiche in der Eichel ist. Du bist ICH, wie der
Sonnenstrahl die Sonne ist. Du bist eine Phase von mir, die mich zum
Ausdruck bringt. Du, eine meiner göttlichen Eigenschaften, versuchst
beständig, meine Vollkommenheit durch deine sterbliche
Persönlichkeit auszudrücken.
So wie ein Künstler innerlich das vollkommene Bild sieht, das er
malen will - seine Hand aber kann mit den groben Mitteln von Pinsel
und Farbe die wahre Beschaffenheit und Wirkung, die er sieht, nicht
ganz darstellen - so seht ihr mich in eurem Selbst und wisst, wir sind
eins, seid aber immer durch die Unvollkommenheit der irdischen
Beschaffenheit eurer menschlichen Persönlichkeit mit ihrem
animalischen Körper, ihrem sterblichen Gemüt und selbstischen
Intellekt verhindert, mich vollkommen auszudrücken.
Dennoch - Ich erschuf euren Körper, euer Gemüt und euren
Intellekt, um mein Selbst durch euch zum Ausdruck zu bringen. Den
Körper machte Ich nach dem Bild meiner Vollkommenheit. Das
Gemüt gab Ich, um euch u.ber mich und meine Werke zu informieren.
Den Intellekt gab Ich, um meine Idee zu vermitteln, wie Ich sie dem
Gemüt inspirierte. Aber ihr seid durch die menschlichen Phasen
dieses Körpers, Gemüts und Intellekts und ihre äußeren
Gewohnheiten so abgelenkt worden, dass ihr mich vergessen habt, die
eine und einzige Wirklichkeit im Inneren, deren göttliche Natur Ich
immer für und durch euch auszudrücken suche.
Bald ist die Zeit da, in der die äußeren Gewohnheiten nicht mehr
ablenken werden, und meine Wirklichkeit wird euch in all der
Herrlichkeiten ihrer Vollkommenheit in eurem Inneren enthu.llt werden.
Wenn Ich so mein Selbst enthu.lle, werdet ihr nicht gesegneter sein
als zuvor, es sei denn, das, was Ich enthu.llt habe, wird zum Brot des
Lebens für euch, und ihr lebt und offenbart das Leben, das es
enthüllt.

Fortsetzung unter Teil III


Geschrieben von Uwe Schwarz

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