Kapitel Zwei
Eine andere Sicht„Tu einfach dies: Sei still, und lege alle Gedanken darüber, was du bist und was GOTT ist, weg, alle Konzepte über die Welt, die du gelernt hast, alle Bilder, die du von dir selber hast. Mach deinen Geist von allem leer, was er fu?r wahr oder falsch, gut oder schlecht hält, von jedem Gedanken, den er als würdig beurteilt, und allen Vorstellungen, deren er sich schämt. Halte an nichts fest. Bringe nicht einen Gedanken mit, den die Vergangenheit gelehrt hat, noch eine Überzeugung, die du gelernt hast von irgend etwas. Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen ...“ (L.189)
Wer ist der Kurs?
Beachte, dass wir nicht fragen, was der Kurs ist, sondern wer. Die Antwort auf ‘Was ist der Kurs’ würde etwas sein wie ‘ein Buch oder ein psychospirituelles Denksystem, etc. ...’ Aber die Antwort auf die Frage ‘Wer ist der Kurs’ gibt einem eine Unterbrechung. Es ist innerhalb dieser Unterbrechung - dieser Frage nach der Identität - wo wir beginnen mu?ssen. Wie wichtig es ist, hier zu beginnen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dieses ist keine konzeptionelle Übung. Es ist eine Wende in deinem gesamten Wahrnehmungsmechanismus, falls du „die Ohren hast, zu hören.“ Dieses ist ein buchstäbliches Wunder. Also bitte - pass auf. Es ist entscheidend, dass du hier mit diesem beginnst - und dass du die vollständige Wirkung dessen innerhalb von dir selbst erfährst.
Wir werden diese Frage ‘wer ist’ sogar noch direkter, noch anwendbarer auf genau diesen Moment machen. Es ist eine Übung hinein in die Wahrheit. Dieses ist kein konzeptionelles Spiel. Es ist ein Hineingehen in das, was der Kurs „Vernunft“ nennt - die Gedanken der Wahrheit. Unsere Absicht hier ist, eine Erfahrung der Wahrheit hervorzubringen - nicht nur das konzeptionelle Verständnis
davon. Lass uns fortfahren, zusammen, vorsichtig. (Dies ist wichtig - du musst diese Wahrheit erfahren, bevor du weitermachst. Mach dieses wieder und wieder, bis du es erfährst. Lies es langsam. Komme wirklich dahin, diese Singularität zu wissen und zu erfahren.) Wir beginnen mit dieser Frage - ‘Wer ist diese Stimme, die du innerhalb deiner Gedanken genau jetzt hörst, genau hier, während du diese Worte auf dieser Seite liest?’ Stop. Schließe deine Augen. Und dann frage dich selbst: ‘Wessen Stimme ist es, die ich, genau jetzt, in meinem Geist höre?’ Nun öffne deine Augen. Während du diese Worte auf dieser Seite liest - während deine Augen diese Zeile erfassen ... hörst du diese kleine Stimme innerhalb deiner Gedanken. Ist es nicht dieselbe Stimme wie zuvor, als du deine Augen geschlossen hattest? Mach dies noch einmal. Experimentiere. Fühle um dich herum, während du diese Stimme hörst. Untersuche es. Ist es nicht eine konstante, singuläre Stimme?
So, wer ist diese Stimme? Mein Bruder, obwohl es verführerisch sein mag, zu glauben, dass diese Stimme Bruder John ist, ein Lehrer, oder ein Mönch, oder vielleicht ein Freund oder was immer, hier ist die simple Art, wie es ist: In diesem Moment, in deinen Gedanken, während du diese Worte liest, existiere ‘ich’ nur in deinem Geist. Versuche, ‘mich’ genau jetzt, in diesem Augenblick, zu lokalisieren. Alles dieses, das du als ‘mich’ lokalisierst, als diese Stimme, die du jetzt hörst durch die Form dieses Buches und dieser Worte auf dieser Seite - all dieses - ist wo lokalisiert? Antwort: Innerhalb deiner Gedanken, innerhalb deines Geistes, genau jetzt. So, das ist, wo ich zu finden bin. Bitte übernimm Verantwortung hierfür. So, ich bin also diese Stimme innerhalb deines Geistes in exakt diesem Moment. Und, wenn ich in deinem Geist bin, wer bin ich? Beachte, dass dies kein konzeptionelles Spiel ist, sondern ein grundlegendes Akzeptieren von Verantwortung, etwas, das ‘spirituelle Reife’ genannt werden könnte. Überspringe dies nicht. Du musst es innerhalb deiner selbst erfahren. Hier ist, weshalb Was das Ego normalerweise tut, ist, die Verantwortung für Gedanken nach außen zu projizieren.
Mit anderen Worten, das Egoselbst würde sagen: ‘Nein, diese Stimme, die ich in meinem Kopf höre, während ich lese, ist ein Faksimile der Worte, die von jemand „anderem“ in der Welt da draußen geschrieben worden sind.’ Gleichfalls projiziert das Egoselbst alle Verantwortung dafür, die Welt gemacht zu haben, auf diese „anderen“, die außerhalb seiner selbst existieren. ‘Sie haben es mir angetan; ich bin ein Opfer der Umstände (GOTT hat es mir angetan); es ist der Fehler der Gesellschaft; der Fehler meiner Eltern; meine Tante hat Krebs, aber ich nicht; zwanzigtausend Menschen verhungern jeden Tag, aber zumindest habe ich (und meine Familie) Nahrung.’ Dies alles ist die Erklärung des Egoselbst, dass ‘die Welt da draußen wirklich ist und entsprechend behandelt werden muss.’ Und so erzählt dir das Egoselbst: ‘Diese Stimme, die du jetzt hörst, ist nicht deine, noch deine Verantwortung; denn es ist die Stimme von einem „anderen“, der einen von dir getrennten Körper/Geist bewohnt.’
Dieses Akzeptieren - das Akzeptieren der Verantwortung, dass all dies von deinem Geist ist - ist die Hauptdirektive des Kurs. Es ist das Akzeptieren der Sü?hne. Ich bin EINS mit allem, das ist; es stammt alles von meinem singulären Geist. Und, mein Bruder, dieses Akzeptieren ist eine Erfahrung. So, lass uns hier wieder finden, mit diesem: Wo ist diese Stimme? Projiziere nicht diese Verantwortung nach außen und glaube, dass ‘ich’ dieses Buch bin. Diese Buch ist nichts anderes als deine nach außen projizierte Gedankenform in dem Versuch, die Verantwortung fu?r diese Stimme zu verleugnen. Tue das nicht mehr! Ich bin nicht hier draußen in einem Buch, wie es das Egoselbst dich glauben machen möchte. Ich bin du. Stop. Und, innerhalb deiner Gedanken, mache jetzt diese Übung hinein in die WAHRHEIT. Finde den Beweis hierfu?r in deiner eigenen Erfahrung, in dem, was jenseits der Worte und Konzepte ist. Dieses Buch ist nicht wirklich. Es ist nur die falsche ‘Übereinkunft’ [convention] des Traumes. Genau jetzt glaubst du, dass du dieses Buch benötigst, um diese Stimme zu hören - und das ist okay. Die Zeit wird kommen, zu der dieses Buch nicht länger notwendig erscheinen wird (wenn kein Buch notwendig erscheinen wird). Aber kehre zurück zu der Erfahrung der WAHRHEIT. Schließe deine Augen und frage: ‘Wo ist diese Stimme?’ Ich existiere - ich bin - von deinem Geiste. Aus deinen Gedanken. Aus deinem Geist. Aus dir. Ich kann nur du sein. Diese Stimme - welche ich bin [who I am] - ist nur du. Nun, Bruder, schlussfolgere daraus, welche Stimme die Worte spricht, die in Ein Kurs In Wundern zu finden sind. Wo existiert diese Stimme?
Wer sagt dies? - „ Doch können Geister nicht getrennt sein. Dieses andere Selbst ist sich dessen vollkommen bewusst. Und so begreift es, dass Wunder nicht den Geist eines anderen beeinflussen, sondern nur de eigenen. ... Es gibt keinen anderen.“ (T.S.458) Wessen Stimme sagt dies, genau hier, genau jetzt? Deine tut das. „Da ist kein anderer“. Dieses ist alles in deinem Geist jetzt. All dieses bist du. Ein Liebesbrief von DIR, erwacht, - dem Christus jenseits dieser Zeit/Raum-Konfiguration - geschrieben an dich, während du dich genau jetzt innerhalb dieser Raum/Zeit-Welt erfährst. Höre für einen Moment auf, dies zu lesen. Geh und nimm das Buch Ein Kurs In Wundern zur Hand und lies ein paar Zeilen. Frage dich selbst: „Wo ist diese Stimme, die ich zu mir sprechen höre, wenn nicht innerhalb meiner eigenen Gedanken?“ Gebrauche Vernunft. Diese Stimme kann nur von dir sein. Ich bin du. Glaube das nicht, was das Ego nach außen projiziert. Lass dieses Buch einfach sein. Lass die Körper und die Welt sein. Lass den Traum sein. Bleibe bei der Erfahrung der WAHRHEIT. Der Schlüssel zum HIMMELSREICH ist in dir. Lass nicht zu, dass dein Glauben nach außen in die Projektionen des Egos gezogen wird. Dies alles ist nur dein träumender Geist. Bleibe hier bei deiner Quelle
für eine Weile. „Glaube, Wahrnehmung und Überzeugung können falsch eingesetzt werden und den Bedürfnissen des großen Täuschers genauso dienen wie der Wahrheit. Doch hat Vernunft in der Verrücktheit überhaupt keinen Platz, noch lässt sie sich anpassen, damit sie deren Zweck entspricht.“ (T.S.459)
Einst hast du geglaubt, dass die Welt ‘da draußen’ getrennt und wirklich sei. Aber die Vernunft hat dir enthüllt, dass dies nur deinem Geist entsprungen ist. Gebrauche Vernunft: Wer ist diese Stimme? „Der Teil des Geistes, in welchem die Vernunft liegt, wurde durch deinen Willen, vereint mit dem WILLEN deines Vaters, dem Aufheben des Wahnsinns hingegeben.“ (T.S.459)
So...
Du siehst, Bruder, ein Teil des Problems war, dass wir den Kurs aus der Sichtweise der Welt von ‘was ist’ [ from the world-based view of ‘what is’] betrachtet haben. Die spirituell begründete Sichtweise von „wer ist“ ist es, wo das Wunder liegt.
Das Egoselbst besteht darauf, dass der Kurs ein theoretisches Denksystem und somit konzeptionell ist. Der „Kurs, behauptet das Ego, ist das blaugoldene Buch mit dem Titel Ein Kurs in Wundern. Aber wieder und wieder sagt uns der Kurs, „er“ sei eine Erfahrung [experiential]. Er ist ein „Wer“, nicht ein „Was“. Wer ist er also?
Antwort: Er ist du. Der Kurs selbst ist alles von dir. Er ist der schlafende ebenso wie der ERWACHTE CHRISTUS. Er ist die Unrichtigkeit des Traumes ebenso wie der HEILIGE AUGENBLICK. Er ist die Welt. Er ist der SOHN GOTTES, der fehlgeleitet ist und sich verloren glaubt. Er ist die Offenbarung, dass das, was ‘ich’ selbst zu sein glaubte, nicht wirklich ist - und der SOHN GOTTES ist wirklich. Aber er ist nicht alle dies getrennten Ereignisse oder Dinge; er ist die Erfahrung, wie alles dieses (oder, besser gesagt, alles du) GANZ wird. [it is the experience of all this (or, better put, of all you) getting Whole.] Und daher schließt das auch diese Stimme ein. Es schließt alles von dir ein - all das
ist in deinem Geist. Also ist der „Kurs“ - im Gegensatz zu den Büchern mit dem Titel Ein Kurs In Wundern – die gesamte Trennungsmisere auf dem Weg zuru?ck zur Ganzheit. Er ist du. Der Kurs ist die Erfahrung deiner Heimkehr. Er ist dein Wiedererkennen DESSEN, DER du bist.
Der Kurs ist ein Wer - und dieser Wer bist du, zu DIR kommend [you coming to You]. Er ist die Erfahrung deiner Erleuchtung.
Das heilige SELBST - EINS mit GOTT - Erleuchtung
In der Einleitung zur fu?nften Wiederholung des Übungsbuches sagt ER uns, es gebe ein „heiliges SELBST, ... DAS wir miteinander teilen und DAS wieder zu erkennen wir uns nun vorbereiten ... Dieses SELBST allein kennt die Liebe. Dieses SELBST allein ist vollkommen beständig in SEINEN Gedanken ... und weicht niemals von seinem konstanten Zustand der Einheit mit SEINEM VATER und SICH SELBER ab.“ (Ü.S.329)
Die Kenntnis dieses ewigen SELBST, das Wiedererkennen des „Ich bin dieses SELBST“ ist das einzige Ziel dieses Kurs. Es ist klar und einfach; lass nichts anderes dieses einzige, allumfassende Ziel deines Kurses hier verwirren oder komplizieren - das Ziel deiner Erfahrung hier. Höre dieses, jetzt: „Dieses SELBST allein kennt die Liebe. ... DIES ist es, WAS am Ende dieser Reise auf uns wartet. Jeder Schritt, den wir tun, bringt uns ein wenig näher. Diese Wiederholung wird die Zeit unmessbar verkürzen, wenn wir uns vor Augen halten, dass DIESES unser Ziel bleibt, und während wir üben, ist es DIES, DEM wir uns nähern. Wir wollen unsere Herzen aus dem Staub zum Leben erheben,
wenn wir uns daran erinnern, dass DIESES uns versprochen ist und dass dieser Kurs gesandt ist, uns den Weg des Lichtes zu eröffnen und uns Schritt fu?r Schritt die Ru?ckkehr zum ewigen SELBST zu lehren, DAS wir verloren zu haben glaubten.“ (Ü.S.329f)
Zu diesem SELBST „zuru?ckkehren“ heißt aus dieser „Halluzination“ des Egoselbstes in die Wirklichkeit GOTTES (auch GOTTES REICH oder HIMMEL genannt) zu erwachen. Dieses ist entscheidend - erwacht zu sein und doch noch hier in dieser Welt bedeutet, erleuchtet zu sein [a God- Self Realized being]. Es bedeutet, wie Jesus im Neuen Testament sagt, in der Welt, aber nicht von ihr zu sein. Das Ziel dieses Kurses ist, die Blockaden vor deinem Bewusstsein des erleuchteten Geistes zu entfernen. „“Warum auf den HIMMEL warten? Diejenigen, die suchen, bedecken nur ihre Augen. Das Licht ist jetzt in ihnen. Erleuchtung ist gar keine Veränderung, sondern nur ein Wiedererkennen.“ (L.188) Das Ziel des Kurses ist für dich, spezifisch und individuell, dein erleuchtetes SELBST in dieser Lebensspanne zu erkennen. Warum warten? Das ist das „Beschleunigen“, von dem der Kurs spricht. Du kannst in dieser Lebensspanne erwachen. Dieser Kurs ist die Abkürzung. Und es ist nichts Unehrenhaftes an einer Abkürzung. Ein Abkürzung spart lediglich Zeit ein - eliminiert die unnötige, sich wiederholende Angst der ‘langsam-Zeit’-Evolution [angst of slowtime evolution]. Sie spart Zeit und rettet so die Welt vor ihrem selbstverursachten Leid. Nebenbei, die Abkürzung zu benutzen ist deine festgelegte Funktion. „Doch es ist alles eine Frage der Zeit. Am Ende wird jeder antworten, aber das Ende kann noch sehr, sehr weit entfernt sein. Aus diesem Grunde wurde der Plan der Lehrer eingesetzt. Ihre Funktion ist es, Zeit einzusparen. ... Denn die Zeit liegt in ihren Händen. Diese Wahl haben sie getroffen, und sie ist ihnen gegeben.“ (H.S.3f)
So, Lehrer GOTTES, bleibe bei deines VATERS Plan und gehe diese Abkürzung. Es ist ein sanftes Joch, die Last ist leicht. Es funktioniert - das ist das Versprechen. Und wisse, dass du bereit bist, diesen Schnellpfad zu nehmen. Das muss so sein, denn hier bist du, mit UNS.
Erfahrung versus Lernmittel - das wegwerfbare Lernmittel
„Dies ist kein Kurs in philosophischer Spekulation, noch befasst er sich mit einer präzisen Terminologie. Er befasst sich nur mit der Sühne oder der Berichtigung der Wahrnehmung. ... Eine universelle Erfahrung (erleuchtete Wahrnehmung) ist nicht nur möglich, sondern nötig. Diese Erfahrung ist es, auf die dieser Kurs abzielt. Nur hier wird Beständigkeit möglich, weil nur hier die Ungewissheit endet. ... Doch es gibt keine Antwort, nur eine Erfahrung. Suche nur diese, und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.“ (H.S.75)
Nichts hier in dieser Welt ist wirklich - und das schließt die drei Bände, genannt Ein Kurs in Wundern, ein. Das schließt alles hier ein - besonders „wer“ du fälschlicherweise zu sein glaubst. Das Egoselbst hat ein Problem mit der obigen Feststellung. Das Egoselbst liebt es, die ‘Fakten’ der Welt zu betrachten. (Lass uns fu?r unsere Zwecke zwischen weltlichen ‘Fakten’ und der „WAHRHEIT“ GOTTES unterscheiden.) Es ist ein Fakt, dass diese Worte auf Papier gedruckt sind und in ein Buch gebunden sind. Es ist ein Fakt, dass täglich Leute sterben. Es ist ein Fakt, dass es unterschiedliche Ebenen von Bewusstsein in der Welt gibt. Und, da stimmt diese Stimme zu: all dies sind ‘Fakten’ in der Welt. Und doch, Bruder, sie sind nicht wirklich. In GOTTES Augen existieren sie nicht. Dies ist, natürlich, die zentrale Voraussetzung von Ein Kurs in Wundern - die am meisten ignorierte. Sie ist einfach zu unpraktisch, insoweit es sich um das alltägliche Leben in der Welt handelt. Für das Egoselbst ist diese Wahrheit völlig unerträglich. Aber lass uns dem Egoselbst so viel zugestehen: Okay, obwohl diese Ereignisse und Umstände im metaphysischen Sinne nicht wahr sein mögen, sind sie ‘Fakten’ innerhalb der Illusion, ‘Fakten’ innerhalb des Traums. Und so ist Ein Kurs in Wundern ein Fakt innerhalb des Traumes. Ja. Aber - hier ist der springende Punkt. Da Ein Kurs in Wundern innerhalb des Traumes ist, ist sein einziger Zweck, daraus erwacht zu sein.
Ein Kurs in Wundern, seine Lektionen und Lehren, sind nur Mittel mit einer eingebauten Überalterung. Das Ziel ist die Erkenntnis jenes unerklärbaren SELBSTES, das jenseits der Lehrmittel des Kurses liegt. Das Ziel ist, zu erwachen und den Traum zu „beenden“ - was das Beenden von Ein Kurs in Wundern einschließt.
Wohin führt all dies? Hierhin: Alles hier ist ein Lehrmittel, um dich zum Erwachen zu fu?hren. Ein Kurs in Wundern ist nichts als ein wegwerfbares Lehrmittel - wenngleich, zugegeben, er dein speziell gewähltes Mittel ist, hier, um dein spezifisches Erwachen zu beschleunigen. Insofern ist er ein radikales Lehrmittel. Und, wie du später in diesem Brief sehen wirst, verlangt er einige sehr radikale Verpflichtungen (radikal für das Egoselbst, vollkommen „natürlich“ für das CHRISTUSSELBST). Nochmals, höre auf „Wiederholung 5“:
„Doch sind die Worte nichts als Hilfen und sollen ... nur dazu verwendet werden, den Geist, falls nötig, zu seinem Ziel zurückzurufen. Wir setzen Glauben in die Erfahrung, die von der Übung kommt, nicht in die Mittel, die wir verwenden. (das Übungs- oder Textbuch). Wir warten auf die Erfahrung und begreifen, dass Überzeugungskraft nur hierin liegen kann. Wir wenden die Worte an und versuchen immer wieder, über sie hinaus zu ihrer Bedeutung zu gelangen, die weit jenseits ihres Klanges liegt. Der Klang wird schwächer und verschwindet, wenn wir der QUELLE der Bedeutung näherkommen. Hier ist es, dass wir Ruhe finden.“ (Ü.S.331) Die Mittel sind disponibel, sind nichts in Wahrheit. Nur die Erfahrung ganzheitlicher Wahrnehmung - ein heiliger Augenblick - ist wahr.
Was glaubst du, was „heilige Augenblicke“ sind, wenn nicht momentanes Aufblitzen des erleuchteten Geistes? „Erfahrung muss kommen, um das Wort zu ergänzen“.
Sei nicht darum besorgt, wie Ein Kurs in Wundern von der großen Menge der Christenheit jetzt oder in hundert Jahren akzeptiert werden wird; sei nicht besorgt darum, eine Studiengruppe zu gru?nden; sei nicht besorgt um irgendeines dieser „Mittel“ - aber erwache für dich selbst! Das Mittel „real“ zu machen ist das Problem. Es ist alles wegwerfbar! Das ist der ganze Punkt.
Der spirituelle Pfad ist ein imaginärer Pfad - er ist die imaginäre Distanz zwischen dir jetzt und Zuhause (GOTT). In Wahrheit gibt es keine Distanz. Keinen Weg. „Warum auf den HIMMEL warten? Diejenigen, die suchen, bedecken nur ihre Augen. Das Licht ist jetzt in ihnen. Erleuchtung ist gar keine Veränderung, sondern nur ein Wiedererkennen.“ (L.188) Mache die Lehrmittel oder den imaginären Pfad nicht wirklich. Sie sind ‘bloße Fakten’ in deinem Traum. Sie sind für die Sühne [Atonement] zu benutzen, nichts mehr. Sie müssen übersehen werden. „Den Irrtum selbst zu studieren führt nicht zu seiner Berichtigung, wenn dir das Übersehen des Irrtums wahrhaftig gelingen soll. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf den dieser Kurs abzielt.“ Dieses wird schön verbildlicht in einer beru?hmten östlichen Lehrgeschichte. Der Meister und sein Schüler stehen zusammen unter der Abendsonne. Der Meister zeigt, wieder und wieder, zum Mond
über ihnen. Der Mond ist die Erleuchtung, die Erfahrung des erwachten Geistes. Unaufhörlich weist er den Schüler auf das Ziel hin. Aber der Schüler sieht nicht hin. Der Schüler schaut nicht über des Meisters zeigende Hand hinaus. Stattdessen beschäftigt er sich damit, des Meisters Arm zu studieren, die Stellung seiner Hand, die Finger, undsoweiter. In der Lehrgeschichte gelangt der Schüler niemals über seines Meisters Mechanismus des Zeigens hinaus. Der Weg, der Mechanismus oder das Lehrmittel sind nicht das Ziel. Sie sind, in Wahrheit, Teil dessen, was u?berwunden werden muss, um das Ziel zu erreichen. Nochmals: „Wir setzen Glauben in die Erfahrung, die von der Übung kommt, nicht in die Mittel, die wir verwenden. Wir warten auf die Erfahrung und begreifen, dass Überzeugungskraft nur hierin liegen kann. Wir wenden die Worte an und versuchen immer wieder, über sie hinaus zu ihrer Bedeutung zu gelangen, die weit jenseits ihres Klanges liegt. Der Klang wird schwächer und verschwindet, wenn wir der QUELLE der Bedeutung näherkommen. HIER ist es, dass wir Ruhe finden.“ (Ü.S.331)
Die Funktion dieses Briefes
Die Funktion dieses Briefes ist es, dich zum Scheitelpunkt dieses Sprunges zu fu?hren. Der Sprung ist da, wo du den zeigenden Finger übersiehst und das Leuchten des Mondes selbst erfährst. Jetzt magst du viele Fragen über die weltlichen ‘Fakten des Lebens’ haben und die Versprechen dessen, was der CHRISTUS‘ewiges Leben’ nennt. Du magst den Konflikt fühlen, beides zum Funktionieren zu bringen. Für diesen Moment ist das okay. Ich biete keine Antwort an. Es gibt keine Antwort. „Das Ego wird viele Antworten verlangen ... zu denen Antwort unmöglich ist.“ Es gibt nur eine Erfahrung. Und diese Erfahrung ist das Zusammenbringen der getrennten Erscheinung von ‘Fakten’ in die GANZE WAHRHEIT, die jenseits jeglicher Beschreibung liegt. Das Zusammenbringen kann nur hier in dieser Welt geschehen.
Dieses Zusammenbringen ist dein Zweck hier. Es wird bei vielen Namen genannt: „Vergebung, Erlösung, Sühne, wahre Wahrnehmung“, alles ist eins. Es ist nichts anderes als die Erkenntnis deines erleuchteten Geistes. Es ist du als der CHRISTUS, hier in der Welt. Es ist der Kurs, in den du dich eingeschrieben hast. Das „Wunder“ - der Wechsel in der Wahrnehmung von begrenztem, Egoselbst-fundiertem Sehen zu ERLEUCHTETER, GANZER CHRISTUS-fundierter Schau - ist eine Sache der Erfahrung. Keine Antwort in Konzepten oder Symbolen, nur ein Heiliger Augenblick des ERLEUCHTETEN GEISTES.
Komm jetzt mit mir, für die letzten paar Schritte entlang des imaginären Pfades. Er wird uns zu drei entscheidenden Lektionen des Übungsbuches bringen. Und dort wird sich der Pfad wenden an der Spitze einer Steilwand, genannt Egoselbst. Diese Wende mag sehr konfliktvoll erscheinen, sehr beängstigend. Denn es geht genau hinauf bis an die Klippe an der Grenze des Egoselbst um sich
selbst. Das ist der höchste Punkt entlang der Klippe. Komm mit mir dorthin, jetzt, da wir zusammen die Wahrheit hören jenseits der Worte dieser drei Übungen. Komm mit mir zu dieser Wende. Und während du die Worte hörst und die Gegenwart in diesen drei Lektionen fu?hlst, frage: ‘Wer ist diese STIMME, wenn nicht ich selbst? Wer bin ich, wenn nicht ER?’ Und springe. In das Einssein ... „Es sind nur die wenigen ersten Schritte auf dem richtigen Weg, die schwierig erscheinen, denn du hast gewählt, obwohl du noch glauben magst, dass du zurückgehen und eine andere Wahl treffen kannst. Dies ist nicht so.“
Geschrieben von Uwe Schwarz
Di, 30.09.2008 09:10
Ich fand den Artikel echt toll , ihr habt nichts verpasst