Sep 12

DAS WORT
VII.
Wir wollen nun den Schlüssel nehmen und dir zeigen, wie durch
den eben beschriebenen Plan und Prozess die Welt entstand, wie die
Erde und alles, was in und auf ihr ist, dich und deine Bruder und
Schwestern eingeschlossen, nur die äußeren Manifestationen einer
Idee sind - meiner Idee -, die jetzt den Prozess durchläuft, in den
Lebensausdruck gedacht zu werden.
ICH, der Schöpfer, bin der ursprüngliche Denker, der eine und
einzige Denker.
Wisse dies zuerst.
Wie schon erklärt wurde, der Mensch denkt nicht - durch seinen
Organismus denke Ich.
Der Mensch meint, er denke; aber bevor er zur Anerkennung von
mir in sich erwacht ist, nimmt er nur die Gedanken auf, die Ich in
sein Gemüt ziehe oder inspiriere, und indem er ihre wahre Bedeutung
und Absicht missversteht, setzt er eine persönliche Konstruktion auf
sie, und durch die so erweckten eigennützigen Wunsche schafft er
sich selbst alle seine Schwierigkeiten und verursacht all sein Leid.
Diese scheinbaren Fehler, falschen Konstruktionen und Eingriffe
des Menschen sind in Wirklichkeit nur die Hindernisse auf seinem
Weg, die überwunden werden müssen, damit er durch ihre
Überwindung schließlich einen Körper und ein Gemüt entwickeln
kann, stark, klar und fähig genug, um vollkommen und bewusst
meine Idee auszudrücken, die ewig in seiner Seele wirkt.
Also ist der Mensch nur der Organismus, den Ich so zubereite, um
durch ihn die Vollkommenheit meiner Idee zu offenbaren. Er schafft
durch die Persönlichkeit mit ihrem Körper, Gemüt und Intellekt die
Möglichkeit, durch die Ich diese Idee vollkommen ausdrücken kann.
Das physische Gehirn ist die Voraussetzung, dass Ich die Idee denken
und in den äußeren Ausdruck sprechen kann.
Ich pflanze in des Menschen Gehirn eine Idee - irgendeine Idee.
Diese Idee wu.rde wachsen, sich entwickeln und schnell zur
vollständigen äußeren Erfüllung reifen - wenn der Mensch das nur
geschehen ließe, sein Gemüt und all seine Gedanken, sein Herz und
all seine Wünsche ganz mir übergeben wu.rde und mich als die
vollkommene Erfüllung dieser Idee hervorkommen ließe.
Jetzt will Ich in dein Gehirn-Denken eine Idee pflanzen. Möge sie
wachsen, sich entwickeln und zur herrlichen Ernte der Weisheit
ausreifen, die dich erwartet - wenn du mich ihr Wachstum und ihren
Ausdruck durch dich lenken lässt.
In einer meiner anderen Offenbarungen, in der Bibel, wird euch
viel u.ber „Das Wort” gesagt; aber sehr wenige selbst unter den besten
Bibelkennern verstehen meine Absicht.
Euch wird gesagt:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war in Gott, und das Wort
war Gott.
Dasselbe war im Anfang in Gott.
Alle Dinge wurden durch IHN - durch DAS WORT - gemacht, und
ohne IHN - DAS WORT - wurde nichts gemacht, was gemacht wurde.”
Hieraus sollt ihr lernen, wie im Anfang mein Wort war, wie es in
mir war und wie es ICH war, mein Selbst, wie alles durch mich und
durch mein Wort erschaffen wurde, und dass ohne mich und mein
Wort nichts erschaffen wurde, was jetzt existiert.
Nun, dem menschlichen Verständnis ist ein Wort das Symbol einer
Idee; das heißt: es bedeutet eine Idee, verkörpert sie und stellt sie dar.
Du bist ein Wort, das Symbol einer Idee - kannst du das
verstehen? Ebenso ist es bei einem Diamanten, einem Veilchen, einem
Pferd.
Wenn du die Idee hinter dem Symbol erkennen kannst, dann
kennst du die Seele oder die Wirklichkeit der Manifestation, die als
Mensch, als Diamant, als Pferd, als Veilchen in Erscheinung tritt.
Darum bedeutet ein Wort, das, wie oben beschrieben, gebraucht
wird, eine Idee, - eine unentwickelte und nicht offenbare Idee, die
jedoch darauf wartet, in dieser oder jener Form ausgedru.ckt oder
gedacht und ausgesprochen zu werden.
Das Wort, das im Anfang war und das in mir war, war so nicht nur
eine Idee, sondern es war der Ausdruck meiner Idee von meinem
Selbst in einem neuen Zustand oder unter einer neuen Bedingung,
die du Erdenleben nennst. Diese Idee war Ich, mein Selbst, weil sie
Teil von mir war, bisher in mir noch unentwickelt und nicht offenbar;
denn sie war von der Substanz und Essenz meines Seiens, das selbst
eine Idee ist, die eine Original-Idee.
Durch die lebendige Tätigkeit meiner Idee erschuf Ich alles, indem
es in den Ausdruck gedacht und gesprochen wurde. Nichts im
irdischen Leben konnte oder kann je ausgedru.ckt werden, ohne das
es meine Idee als primäre und fundamentale Ursache und als Prinzip
seines Seins hat.
Meine Idee ist also jetzt im Prozess der Entfaltung, mit anderen
Worten: sie wird in den äußeren Ausdruck gedacht - einige nennen
das Evolution. So ist es bei der Blume, wenn die Knospe aus dem
Stiel hervor treibt und sich schließlich zur Blüte öffnet - sie gehorcht
dem Drängen, meine Idee auszudrücken, die in ihrer Seele verborgen
ist.
Geradeso will Ich alle meine Ausdrucksformen entwickeln und
entfalten; vereinigt und vollständig werden sie schließlich meine Idee
in aller Herrlichkeit ihrer Vollkommenheit aus ihren Seelen
herausbilden.
Um meine Idee auszudrücken, bedürfen diese Formen gegenwärtig
vieler Arten von Sprachen, von der einfachsten bis zur
kompliziertesten, zusammengesetzt aus einer fast unendlichen Zahl
von Worten.
Aber wenn Ich meine Idee völlig zu Ende gedacht oder meine vielen
Ausdrucksformen vervollkommnet habe, dann wird meine Idee aus
jedem Wort hervorleuchten, weil jedes tatsächlich ein vollkommener
Teil oder eine vollkommene Phase meiner Idee ist, alle so gewählt und
geordnet, dass sie wirklich wie ein Wort sein werden, das die erhabene
Bedeutung meiner Absicht ausstrahlt.
Dann werden alle Sprachen in eine Sprache aufgegangen sein und
alle Worte in ein Wort; denn alle Formen werden Fleisch geworden
sein und alles Fleisch ein Fleisch: die jetzt vollendete Form für den
vollkommenen Ausdruck meiner Idee in einem Wort - mein Selbst.
Dann wird mein SELBST, nunmehr fähig, durch diese vollendeten
Worte ausgedru.ckt zu werden, durch seine Ausdrucksformen
hin durchstrahlen, durch die Persönlichkeit, ihren Körper, ihr Gemüt
und ihren Intellekt; und das Wort wird Fleisch geworden sein oder es
wird das Fleisch SEIN.
Das bedeutet: Alle Worte werden sich durch die erneuernde Kraft
meiner innewohnenden Idee durch das Fleisch entwickelt haben.
Dabei haben sie es gewandelt und vergeistigt, geläutert und so
transparent gemacht, dass in der Persönlichkeit nichts mehr von
irdischer Natur zurückgeblieben sein wird, was den unpersönlichen
Ausdruck hindert. Dann kann mein Selbst vollkommen
hervorleuchten und völlig offenbar werden. So verschmelzen
wiederum alle Worte und alles Fleisch in ein Wort, DAS WORT, das im
Anfang war und das dann durch alles erschaffene Fleisch leuchtet
wird als die SONNE DER HERRLICHKEIT - der CHRISTUS GOTTES.
Dies ist Plan und Sinn meiner Schöpfung und alles Erschaffenen.
Im Folgenden gebe ich einen Einblick in den Prozess meiner
Schöpfung, oder wie Ich die Idee von meinem Selbst in den
Erdausdruck denke.

MEINE IDEE
VIII.
Ich sagte dir, dass die Erde und alles, was zu ihr gehört, nur die
äußere Manifestation meiner Idee ist. Sie befindet sich jetzt in dem
Prozess, in den vollendeten Ausdruck gedacht zu werden.
Ich zeigte dir, dass allem Erschaffenen meine Idee zugrunde liegt,
dass sie beides ist, Ursache und Anlass für alle Manifestationen, du
selbst und deine Bruder und Schwestern eingeschlossen, die alle
durch mich, den einen ursprünglichen Denker und Schöpfer, in
Existenz gedacht worden sind.
Wir wollen nun diese Idee von Anfang an durch ihre verschiedenen
Stadien des Erd-Ausdrucks verfolgen wie auch den Prozess meines
Denkens, der diese Idee in ihren gegenwärtigen Zustand bringt.
Wenn du sorgfältig alles Folgende beachtest und mir in dir
erlaubst, alle deine Betrachtungen u.ber die innere Bedeutung meiner
Idee zu leiten, werde Ich dir nicht nur zeigen, wie du durch Denken
irgendetwas erschaffen kannst, was du erschaffen möchtest, sondern
auch, wie du ins Dasein kamst und in deinen gegenwärtigen Zustand
der Manifestation.
Im Anfang, beim Heraufdämmern eines neuen kosmischen Tages,
als das Weltbewußtsein gerade im Erwachen war und die Stille der
kosmischen Nacht noch vorherrschte, empfing ICH, der Denker,
meine Idee.
Diese Idee von meinem Selbst, das sich in einem neuen Zustand
als Erd-Ausdruck offenbarte, sah Ich vollendet dargestellt im Spiegel
meines allwissenden Geistes.
In diesem Spiegel sah ich die wirkliche Erde, die strahlend im
Kosmos hervorleuchtet, - ein vollendeter Himmelskörper, auf dem alle
die unendlichen Phasen, Eigenschaften und Kräfte meiner göttlichen
Natur durch die Träger des Lichts vollendeten Ausdruck finden; sie
sind die lebendigen Boten meines Willens, mein Fleisch gewordenes
Wort, so wie es in der geistigen Welt des Ewigen ist.
Ich sah mein Selbst sich nach außen als Natur offenbaren und
mein Leben als das anregende und entwickelnde Prinzip hinter aller
Manifestation. Ich sah Liebe, die göttliche, schöpferische Macht, als
die beseelende und belebende Kraft hinter allem Leben und meinen
Wunsch, dieser Liebe, der potentiellen und wirklichen Ursache und
Veranlassung für die Geburt meiner Idee, vollendeten Ausdruck zu
geben.
All dies sah Ich gespiegelt in meinem allsehenden und
allwissenden Geist, der nur die Seele der Dinge oder ihre Wirklichkeit
sehen und reflektieren kann. Darum war das, was Ich in meinem
Geist dargestellt sah, tatsächlich die wirkliche Erde, ihr Anfang, ihre
Zeugung ins kosmische Sein.
Höre: mein Bewusstsein ist die innere Essenz von allem Raum und
allem Leben. Es ist die wirkliche Substanz meines alles-umfassenden
und alles-enthaltenden Geistes. Sein informierendes und belebendes
Zentrum ist überall, seine geistige und räumliche Begrenzung
nirgends. Allein im Reich meines Geistes lebe und wirke Ich und habe
mein Sein. Er enthält und er erfu.llt alle Dinge, und jede seiner
Vibrationen und Manifestationen ist die Äußerung irgendeiner Phase
meines Seiens.
Sein bedeutet ausdrücken, mit anderen Worten: in Erscheinung
treten. Du kannst dir „Sein” nicht ohne Ausdruck vorstellen. Darum
dru.cke Ich, der alles ist, dauernd und unaufhörlich aus.
Dru.cke was aus?
Was könnte Ich anderes ausdrücken, als mein Selbst, da Ich alles
bin, was ist?
Mich - mein Selbst - kannst du noch nicht sehen oder verstehen,
aber du kannst verstehen, wenn Ich dich mit einer Idee inspiriere.
Da Ich alles bin, was ist, muss also diese Idee, die unmittelbar von
mir kommt, Teil oder Phase meines Selbst im Sein oder im Ausdruck
sein.
Jede Idee - einmal im Reich meines Geistes geboren - wird
unmittelbar Wirklichkeit, denn in der Ewigkeit meines Seins gibt es
keine Zeit. In dir jedoch erschafft eine Idee zuerst einen Wunsch, den
Wunsch, diese Idee auszudrücken. Dann erzwingt der Wunsch das
Denken, Denken verursacht Tätigkeit, und Tätigkeit bringt Ergebnisse
hervor - die Idee in tatsächlicher äußerer Erscheinung.
In Wirklichkeit habe Ich keinen Wunsch, denn alles bin Ich, und
alles ist aus mir. Ich brauche nur zu denken und das Wort zu
sprechen, um Ergebnisse hervorzurufen. Doch ist der Wunsch, den
du in dir fühlst, von mir, weil er aus meiner Idee geboren ist. Ich
pflanzte sie nur deshalb in dein Gemüt, damit sie durch dich in den
Ausdruck käme. Was du auch wünschst - es kommt von mir: Ich
klopfe an die Tür deines Gemüts und kündige meine Absicht an, mein
Selbst in dir oder durch dich zu offenbaren in der besonderen Weise,
die durch diesen Wunsch angezeigt wurde.
Was die Persönlichkeit des Menschen Wunsch nennt, ist aber die
notwendige Aktion meines Willens, der den Ausdruck meiner Idee in
die äußere Erscheinung, d. h. ins Dasein drängt.
Was dir in mir ein Wunsch nach Ausdruck zu sein scheint, ist
jedoch die Notwendigkeit meiner Idee von meinem Selbst, zu sein oder
sich auszudrücken.
Darum kommt jeder wirkliche Wunsch, den du fühlst, jeder
Wunsch deines Herzens, von mir und muss notwendigerweise
irgendwann in der einen oder anderen Form erfu.llt werden.
Jedoch, da ICH keinen Wunsch habe, weil ICH alles bin, brauchte
Ich - nachdem diese Idee geboren war, mein Selbst in diesem neuen
Zustand auszudrücken - nur zu denken, d. h. meine Aufmerksamkeit
auf meine Idee zu richten oder zu konzentrieren und auf meinen
Willen, dass sie in den Ausdruck kommt oder, wie es in meiner
anderen Offenbarung gesagt ist, das schöpferische Wort zu sprechen.
Sogleich setzten sich die kosmischen Kräfte meines Seins durch das
Konzentrieren meines Willens in Schwingung, zogen dann die
notwendigen Elemente aus dem ewigen Vorrat meines Geistes heran,
und -mit meiner Idee als Kern - vereinigten, formten und gestalteten
sie um ihn diese Elemente zu dem, was die Gedankenform eines
Planeten genannt wird. Sie füllten sie mit meiner Lebens-Substanz -
meinem Bewusstsein - und statteten sie mit allen Möglichkeiten
meines Wesens aus.
Dieser Denkart erzeugte nur eine belebte Gedanken-Form eines
Planeten, und seine Manifestation war im Gedankenreich noch in
einem nebelhaften Zustand.
Aus einer Gedankenform jedoch begann die belebende Kraft der
Idee im Inneren - mit meinem auf sie konzentrierten Willen - die
verschiedenen Elemente der Lebens-Substanz zu formen, zu gestalten
und stufenweise in materielle Form zu verdichten, bis meine Idee
schließlich in substanzieller Manifestation in der Welt der sichtbaren
Formen als der Planet Erde aufleuchtete - ein Mittel, bereit zu
lebendigem Ausdruck und jetzt zu beidem fähig, mich zu enthalten
und mich auszudrücken.
Dies war der durch mein Denken vorbereitete materielle Körper, in
dem durch die informierende Kraft meiner innewohnenden Idee
bereits die gesamte potentielle Natur meines Wesens lag.
Die nächste Stufe war, Wege oder Ausdrucksmittel zu entwickeln
und vorzubereiten, durch die Ich die mannigfaltigen Phasen,
Möglichkeiten und Kräfte meiner Idee ausdrücken konnte.
Die äußere Erscheinungsform dafür waren die Mineral-, Pflanzen und
Tierreiche. Jedes von ihnen entfaltete in der Reihenfolge, in der
es in Erscheinung trat, stufenweise höhere und vielfältigere
Bewusstseins-Stadien. Das ermöglichte mir, die unzähligen Phasen
und die Mannigfaltigkeit meines Wesens immer klarer auszudrücken.
In diesem Stadium betrachtete Ich meine Schöpfung, wie es in
meiner anderen Offenbarung heißt, und Ich sah, sie war gut. Aber es
fehlte noch das entscheidende und höchste Mittel des Ausdrucks.
Bis zu diesem Punkt drückte zwar jedes irgendeine Phase meines
Wesens vollkommen aus, jedoch waren alle vorhandenen Mittel und
Wege sich meiner nicht bewusst. Sie waren Ausdrucksmittel nur in der
Weise, wie ein Draht Wärme, Licht und Kraft vermittelt.
Die Voraussetzungen waren nun da für die Erschaffung von
Mitteln, durch die meine göttlichen Eigenschaften bewussten
Ausdruck erlangen konnten, bewusst nicht nur ihrer Beziehung zu
mir, sondern auch ihrer Fähigkeit und Macht, meine Idee
auszudrücken.
Der Zeitpunkt war da, dass du und deine Bruder und Schwestern
als menschliche Ausdrucksformen ins Dasein geboren wurden.
Ebenso wie alle anderen Ausdrucksmittel tratet ihr in Erscheinung
als Antwort auf meinen konzentrierten Gedanken, in dem Ich all die
unendliche Vielfalt meiner Eigenschaften in wirklichem Ausdruck als
wesenhafte Formen sahen. Jede stellte vorwiegend eine besondere Phase
meines Wesens dar, und jede war sich meiner, ihres Schöpfers und
Bildners, bewusst.
Ich sah dich in vollkommenem Ausdruck, ebenso wie Ich dich jetzt
sehe - das wirkliche Du, eine Eigenschaft meines Selbst-vollkommen.
Denn in Wirklichkeit bist du ein Träger des Lichts, einer meiner
Gedankenstrahlen, eine Eigenschaft meines Seins, eingeplant in Erd-
Verhältnisse zu keinem anderen Zweck als dem endgültigen,
vollständigen Ausdruck meiner Idee, - was durchaus kein Zweck ist,
sondern eine Notwendigkeit meines Seins.
Im Ewigen gibt es weder Zeit noch Raum noch Einzelexistenz, und
nur durch das Phänomen des Gedankens, der aus der Substanz des
Geistes in die Welt der Materie geboren wurde, trat die Illusion von
Zeit, Raum und Einzelexistenz auf; der Gedanke - das Geschöpf eignete
sich das Bewusstsein des Getrenntseins von seinem Denker
oder Schöpfer an.
Damit war die erste Tendenz, dich von mir getrennt zu denken,
geboren. Das vollständige Bewusstsein der Trennung wurzelte sich viel
später ein.
Im Anfang, als du so zum erstemal in den Erdausdruck kamst,
dem Impuls gehorchend, den Ich durch meinen konzentrierten
Gedanken ausgesandt hatte, umgabst oder bekleidetest du - eine
meiner Eigenschaften - dein Selbst mit meiner Idee von meinem
Selbst, ausgedru.ckt als die besondere Eigenschaft, die du darstelltest,
da du die beseelende Kraft dieser Idee bist.
Mit anderen Worten: meine Idee von meinem Selbst, die diese
besondere Eigenschaft ausdrückte, wurde so die Seele deines
besonderen Ausdrucks. Aber - erinnere dich - diese Idee oder Seele
bist nicht du, denn Du bist wirklich ein Teil von mir, da Du mein
Selbst ist, ausgedru.ckt durch das Mittel dieser besonderen
Eigenschaft.
Da du dein Selbst mit meiner Idee bekleidet hattest, begann diese
Idee - durch die Notwendigkeit ihres Daseins - unmittelbar die nötige
Gedanken-Substanz an sich zu ziehen, die für den Ausdruck dieser
besonderen Eigenschaft erforderlich war, sie aufzubauen und zu
meinem Bild und mir gleich zu gestalten. So wurde sie ein heiliger
Tempel, erfu.llt von meiner lebendigen Gegenwart, da er von dir, einer
meiner göttlichen Eigenschaften, bewohnt war.
Dieser Tempel, mein Bild und mir gleich, aus meiner
Gedankensubstanz gebildet, die meine Idee umgibt und umkleidet, ist
folglich dein wirklicher Körper. Er ist deshalb unzerstörbar,
unsterblich, vollkommen. Er ist mein vollständiger, verkörperter
Gedanke, der mein lebendiges Wesen enthält und auf die Zeit wartet,
da er in den äußeren Ausdruck kommen und materielle Form
annehmen kann.
So halten wir nun fest:
Erstens: ICH BIN, ausgedru.ckt als DU, eine meiner göttlichen
Eigenschaften;
Zweitens: MEINE IDEE von dir, eine meiner Eigenschaften, die
sich in Erd-Verhältnissen ausdru.ckt - oder DEINE SEELE;
Drittens: MEIN VERKÖRPERTER GEDANKE von dir, der den
Tempel deiner Seele gestaltet - oder DEIN SEELEN-KÖRPER, in dem
du wohnst.
Diese drei bilden den göttlichen oder unpersönlichen Teil von dir,
das unsterbliche Drei-in-Einem - dich, meinen latenten, doch
vollständig formulierten Gedanken, als mein Bild und mir gleich
gestaltet, jedoch noch unbelebt und darum ohne Verbindung mit
deiner menschlichen Persönlichkeit, die noch nicht geboren war.


Geschrieben von Uwe Schwarz

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